Kitchen Impossible 2026: Tim Mälzer kocht dieses Gericht, das jeder zuhause nachmachen kann
Aktualisiert am vor 4 Stunden
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Der Frühling liegt in der Luft, die Märkte füllen sich wieder mit jungen Kräutern, zartem Spargel und dem ersten frischen Gemüse der Saison – und Tim Mälzer steht in der neuesten Staffel von Kitchen Impossible 2026 wieder dort, wo er am stärksten ist: am Herd, unter Druck, mit Produkten, die er noch nie zuvor angefasst hat. Die Sendung hat in den vergangenen Wochen für reichlich Gesprächsstoff gesorgt, und ein Gericht hat die Zuschauer besonders elektrisiert: unkompliziert, ehrlich, aus wenigen, guten Zutaten zusammengesetzt und dabei von einer Qualität, die man nicht in einem Sterne-Restaurant vermutet hätte.
Was Mälzer in dieser Folge auf den Teller brachte, ist kein Kunststück für Profis – es ist ein Gericht, das im heimischen Küchenalltag genauso gelingt wie unter Scheinwerferlicht. Karamellisierte Frühlingszwiebeln, gebratenes Hähnchen mit Zitrone und frischen Kräutern auf einer cremigen Polenta: eine Kombination, die nach dieser Folge in zahlreichen deutschen Haushalten nachgekocht wurde. Hat man die Technik einmal verstanden, kocht man dieses Gericht in weniger als einer Stunde – und wird es immer wieder auf den Tisch bringen wollen.
| Vorbereitung | 20 Min. |
| Zubereitung | 35 Min. |
| Portionen | 4 Personen |
| Schwierigkeitsgrad | Mittel |
| Kosten | €€ |
| Saison | Frühlingszwiebeln, Zitrone, frischer Thymian, junger Knoblauch |
Zutaten
Für das Hähnchen
- 4 Hähnchenschenkel, mit Haut und Knochen (je ca. 250 g)
- 2 Bio-Zitronen, unbehandelt
- 4 Zweige frischer Thymian
- 3 Zweige frischer Rosmarin
- 4 Zehen junger Knoblauch, leicht angedrückt
- 3 EL Olivenöl, kaltgepresst
- 1 TL Fleur de Sel
- Frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
Für die karamellisierten Frühlingszwiebeln
- 2 Bund Frühlingszwiebeln (ca. 16–18 Stück)
- 2 EL Butter
- 1 EL heller Balsamicoessig
- 1 TL Zucker
- Salz
Für die cremige Polenta
- 200 g grobe Maisgrieß (Polenta, nicht die Instant-Variante)
- 800 ml Hühnerbrühe, warm
- 200 ml Vollmilch
- 60 g Parmesan, frisch gerieben
- 40 g kalte Butter, gewürfelt
- Salz, Muskatnuss
Utensilien
- Schwere Eisenpfanne oder Schmiedeeisenpfanne (28–30 cm Durchmesser)
- Mittlerer Topf für die Polenta (mindestens 3 Liter Fassungsvermögen)
- Kleine Pfanne für die Frühlingszwiebeln
- Holzlöffel oder Teigspatel
- Zestenreißer oder Microplane-Reibe
- Fleischthermometer (empfohlen)
- Schneidebrett, Messer
Zubereitung
1. Das Hähnchen marinieren und vorbereiten
Die Hähnchenschenkel trocken tupfen – dieser Schritt wird häufig übersprungen, ist aber entscheidend: nur trockene Haut bildet beim Braten die charakteristische, goldbraune Kruste. Die Zesten einer Zitrone mit dem Zestenreißer abnehmen und zusammen mit den abgezupften Thymianblättern, dem Olivenöl, dem Salz und dem Pfeffer vermengen. Diese Marinade gleichmäßig unter der Haut und außen auf die Schenkel auftragen. Den Knoblauch und die Rosmarinzweige beilegen. Mindestens 15 Minuten ruhen lassen – ideal wäre eine Stunde im Kühlschrank, abgedeckt mit Frischhaltefolie. Das Fleisch sollte vor dem Anbraten Zimmertemperatur haben, damit es gleichmäßig gart.
2. Die Polenta ansetzen
Die Hühnerbrühe und die Milch in einem großen Topf gemeinsam erwärmen, bis sie kurz vor dem Siedepunkt stehen – man erkennt es am zarten Dampfschleier über der Flüssigkeit. Den Maisgrieß in einem gleichmäßigen, dünnen Strahl einrieseln lassen und dabei ununterbrochen rühren, um Klumpenbildung zu verhindern. Die Hitze auf niedrige Stufe reduzieren. Polenta gart langsam: 25 bis 30 Minuten unter gelegentlichem Rühren, bis sie sich vom Topfrand löst und eine weiche, glatte Masse bildet. Erst am Ende Parmesan, kalte Butter, Salz und eine Prise Muskatnuss einarbeiten. Die Butter verleiht der Polenta Glanz und eine samtige Textur, der Parmesan gibt Tiefe.
3. Das Hähnchen anbraten
Die Eisenpfanne bei mittelhoher bis hoher Hitze erhitzen, bis ein Tropfen Wasser sofort verdampft. Das Olivenöl hinzugeben und die Hähnchenschenkel mit der Haut nach unten einlegen – das Grésillement, das charakteristische Bratgeräusch, sollte sofort einsetzen. Die Schenkel nicht bewegen für mindestens 8 bis 9 Minuten: Die Haut gibt erst von selbst los, wenn sie tatsächlich knusprig und fertig gebräunt ist. Wer zu früh dreht, reißt die Kruste ab. Knoblauch und Rosmarin in die Pfanne geben. Das Hähnchen wenden, die zweite Seite ebenfalls 5 Minuten braten, dann die Hitze auf mittlere Stufe reduzieren und mit einem Spritzer Zitronensaft ablöschen. Die Pfanne mit Alufolie locker abdecken und weitere 12 bis 15 Minuten sanft garen, bis das Fleisch an der dicksten Stelle eine Kerntemperatur von 75 °C erreicht hat.
4. Die Frühlingszwiebeln karamellisieren
Während das Hähnchen fertig gart, die Frühlingszwiebeln putzen, die äußere Schicht entfernen und nur die weißen und hellgrünen Teile behalten. In der kleinen Pfanne die Butter bei mittlerer Hitze schmelzen, bis sie zu schäumen beginnt. Die Frühlingszwiebeln einlegen und ungestört 4 bis 5 Minuten anbraten, bis sie an den Seiten goldbraun und leicht weich werden. Den Zucker darüberstreuen, kurz karamellisieren lassen und mit dem Balsamicoessig ablöschen. Die Säure hebt die Süße auf und gibt den Zwiebeln eine angenehme Komplexität. Mit Salz abschmecken.
5. Anrichten
Die Polenta mit einem breiten Löffel in die Mitte tiefer Teller streichen – sie sollte sich langsam ausbreiten, leicht fließend, aber nicht wässrig. Den Hähnchenschenkel daraufsetzen, die karamellisierten Frühlingszwiebeln rundherum drapieren. Den Bratensatz in der Pfanne mit einem Schluck Wasser oder Brühe lösen und die entstandene Jus löffelweise über das Fleisch träufeln. Frische Thymianblätter und eine dünne Scheibe Zitrone als Abschluss – kein Beiwerk, sondern ein aromatisches Signal.
Mein Tipp vom Profi
Der häufigste Fehler bei Polenta: zu wenig Geduld und zu viel Hitze. Wer auf Instant-Polenta verzichtet und stattdessen groben Maisgrieß mit echter Brühe kocht, bekommt eine Tiefe im Geschmack, die kein Fertigprodukt ersetzen kann. Im Frühling lässt sich die Polenta hervorragend mit einem Handvoll frischer, in Butter geschwenkter Erbsenschoten oder jungen Spinatblättern auffrischen – einfach kurz unter die fertige Polenta heben, bevor sie auf den Teller kommt. Das bringt Farbe und eine leichte Frische, die zu dieser Jahreszeit passt wie nichts anderes.
Wein und Getränke
Das Gericht lebt vom Kontrast: die Röstaromen des Hähnchens, die cremige Fülle der Polenta, die süß-säuerliche Note der Frühlingszwiebeln. Ein Wein braucht Struktur, um dagegen zu bestehen, aber keine schwere Tanninfracht.
Empfehlenswert ist ein Grauburgunder aus dem Kaiserstuhl oder der Pfalz: vollmundig, mit einem Hauch Butter und reifen Birnen, genug Frische, um die Zitronennote im Hähnchen zu spiegeln. Alternativ ein leichter Trollinger aus Württemberg oder ein Bardolino aus dem Gardasee für alle, die einen roten Begleiter bevorzugen. Ohne Alkohol: ein klares Holunderblütenscorle mit einem Spritzer Zitrone und frischen Minzblättern passt überraschend gut zu den Röstaromen.
Dieses Gericht und seine Geschichte
Gebratenes Hähnchen auf Polenta ist kein Gericht mit einem einzigen Ursprung – es ist eine Schnittmenge mehrerer europäischer Küchenkulturen. Die Polenta, einst Arme-Leute-Essen in Norditalien und Teilen Österreichs, hat sich in den vergangenen Jahrzehnten in gehobenen Restaurants neu erfunden. Maisgrieß war jahrhundertelang das, was Hirse und Buchweizen zuvor gewesen waren: ein sättigendes, billiges Grundnahrungsmittel. Heute steht sie auf den Karten der besten Restaurants Europas, wenn sie handwerklich sauber zubereitet wird.
Das Hähnchen mit Zitrone und Kräutern wiederum ist ein universelles Prinzip, das man in der Poulet rôti-Tradition Frankreichs ebenso findet wie in der griechischen Taverne oder der deutschen Hausmannskost. Tim Mälzers Version – und das ist das Interessante an Kitchen Impossible – entsteht immer aus einer Begegnung mit fremden Küchen und kehrt dann in vereinfachter, zugänglicher Form zu einem breiten Publikum zurück. Das ist das Format hinter dem Format: kein elitärer Anspruch, sondern die Überzeugung, dass gutes Kochen kein Geheimwissen ist.
Nährwerte (pro Portion, Näherungswerte)
| Nährstoff | Menge |
|---|---|
| Kalorien | ~620 kcal |
| Eiweiß | ~42 g |
| Kohlenhydrate | ~38 g |
| davon Zucker | ~5 g |
| Fett | ~28 g |
| Ballaststoffe | ~3 g |
Häufig gestellte Fragen
Kann ich das Gericht vorbereiten?
Die Polenta lässt sich bis zu einem Tag im Voraus kochen und im Kühlschrank aufbewahren. Beim Aufwärmen etwas Brühe oder Milch hinzugeben und bei niedriger Hitze unter Rühren wieder cremig machen. Das Hähnchen schmeckt frisch gebraten am besten – die Haut verliert beim Aufwärmen ihre Knusprigkeit, bleibt aber geschmacklich überzeugend.
Wie bewahre ich Reste auf?
Hähnchen und Polenta getrennt in luftdicht verschlossenen Behältern bis zu 2 Tage im Kühlschrank aufbewahren. Das Hähnchen im Backofen bei 160 °C Ober-/Unterhitze für etwa 12 Minuten aufwärmen, damit die Haut wieder etwas Farbe bekommt. Die Polenta im Topf mit einem Schuss Flüssigkeit langsam erhitzen.
Welche Varianten sind möglich?
Hähnchenbrust lässt sich verwenden, gart aber schneller und trocknet leichter aus – die Kerntemperatur nicht über 72 °C steigen lassen. Im Sommer harmoniert statt Frühlingszwiebeln gegrillte Zucchini oder Paprika mit dem Gericht. Eine vegetarische Variante gelingt mit großen Portobello-Pilzen, die in derselben Marinade gebraten werden.
Warum ist meine Polenta klumpig geworden?
Klumpen entstehen fast immer, wenn der Maisgrieß auf einmal und nicht in einem dünnen Strahl in die kochende Flüssigkeit gegeben wird, oder wenn das Rühren zu früh aufgehört hat. Sollten sich Klumpen gebildet haben, die Polenta kurz mit dem Schneebesen kräftig durchschlagen – bei ausreichend Hitze und Flüssigkeit lösen sie sich in der Regel auf.
Kann ich die Eisenpfanne durch eine beschichtete Pfanne ersetzen?
Eine beschichtete Pfanne funktioniert, gibt aber weniger Röstaroma ab. Der charakteristische Fond – der dunkle Bratensatz am Boden der Pfanne – bildet sich in einer Edelstahl- oder Eisenpfanne deutlich besser aus. Dieser Bratensatz ist die Basis für die kleine Jus am Ende und trägt wesentlich zum Geschmack des Gerichts bei.
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