Rezept für Pasta alla Zozzona: dreifach römisch, doppelt deftig

Geschrieben von Annika· 6 Min. Lesezeit

Aktualisiert am vor 3 Stunden

Rezept für Pasta alla Zozzona: dreifach römisch, doppelt deftig
Rezept für Pasta alla Zozzona: dreifach römisch, doppelt deftig

In den verwinkelten Gassen Roms, wo Trattorien ihren Duft von frisch gekochter Pasta verströmen, hat sich ein kulinarisches Meisterwerk entwickelt, das die Herzen von Genießern höherschlagen lässt: die pasta alla zozzona. Dieser Name, der sich mit „schmutzige Pasta“ übersetzen lässt, mag zunächst wenig appetitlich klingen, doch dahinter verbirgt sich eine Symphonie aus drei römischen Klassikern. Die zozzona vereint die charakteristischen Zutaten der carbonara, der amatriciana und der cacio e pepe in einem einzigen Teller. Was in den 1970er Jahren als kreative Resteverwertung in römischen Küchen begann, ist heute ein Symbol für die Verschmelzung traditioneller Rezepte. Die Kombination aus guanciale (luftgetrocknete Schweinebacke), pecorino, Eiern und Tomatensauce ergibt ein intensives Geschmackserlebnis, das selbst hartgesottene Pasta-Liebhaber überrascht. Diese Rezeptur ist nichts für Kalorienzähler, sondern eine Hommage an die deftige römische Küchentradition, die Genuss über Zurückhaltung stellt.

25

20

mittel

€€

Zutaten

Personen+

Utensilien

Zubereitung

1.

Beginne damit, den guanciale vorzubereiten. Schneide ihn in etwa 1 cm breite und 3 cm lange Streifen. Diese Größe ist wichtig, damit die Schweinebacke beim Braten ihre Form behält und schön knusprig wird. Lege die Streifen beiseite.

2.

Setze einen großen Topf mit reichlich Wasser auf und bringe es zum Kochen. Das Wasser sollte so salzig wie Meerwasser schmecken, also etwa 10 g Salz pro Liter. Dies ist entscheidend, da die Nudeln ihr Aroma hauptsächlich aus dem Kochwasser ziehen.

3.

Während das Wasser erhitzt, bereite die Eier-Käse-Mischung vor. Gib in eine Schüssel die drei Eigelb und das ganze Ei. Füge 100 g des geriebenen pecorino hinzu und eine großzügige Menge frisch gemahlenen schwarzen Pfeffer. Verquirle alles mit einem Schneebesen zu einer cremigen, homogenen Masse. Diese Mischung sollte die Konsistenz einer dicken Sauce haben.

4.

Erhitze eine große Pfanne bei mittlerer Hitze ohne Fett. Gib die guanciale-Streifen hinein und brate sie langsam aus. Dieser Vorgang dauert etwa 8 bis 10 Minuten. Das Fett des guanciale wird dabei ausgelassen und die Streifen werden goldbraun und knusprig. Achte darauf, dass sie nicht verbrennen. Wenn sie schön kross sind, nimm etwa die Hälfte der Streifen heraus und lege sie auf Küchenpapier.

5.

Zu dem verbliebenen guanciale in der Pfanne gibst du nun die geschälten Tomaten. Zerdrücke sie mit einem Holzlöffel direkt in der Pfanne. Lösche mit dem Weißwein ab und lasse die Sauce bei mittlerer Hitze etwa 8 Minuten köcheln, bis sie leicht eindickt. Schmecke mit Pfeffer ab, aber sei vorsichtig mit Salz, da der pecorino und der guanciale bereits sehr salzig sind.

6.

Sobald das Nudelwasser kocht, gib die rigatoni hinein. Koche sie etwa 2 Minuten kürzer als auf der Packung angegeben, also al dente (bissfest). Sie sollten noch einen leichten Widerstand beim Beißen haben.

7.

Etwa 2 Minuten bevor die Nudeln fertig sind, schöpfe eine Tasse Nudelwasser ab und stelle sie beiseite. Dieses stärkehaltige Wasser ist der Schlüssel für eine cremige Sauce.

8.

Gieße die Nudeln ab und gib sie sofort in die Pfanne mit der Tomatensauce. Schwenke alles gut durch, damit sich die Sauce mit den Nudeln verbindet. Nimm die Pfanne vom Herd.

9.

Jetzt kommt der entscheidende Moment: Gib die Eier-Käse-Mischung über die Nudeln. Rühre schnell und energisch, während du nach und nach etwas Nudelwasser hinzufügst. Die Restwärme der Nudeln und der Pfanne lässt die Eier cremig werden, ohne dass sie stocken. Füge so viel Nudelwasser hinzu, bis eine seidige, glänzende Sauce entsteht, die die Nudeln umhüllt.

10.

Gib die beiseite gelegten knusprigen guanciale-Stücke wieder hinzu und hebe sie vorsichtig unter. Streue den restlichen pecorino darüber und gib noch eine Prise frisch gemahlenen schwarzen Pfeffer dazu.

11.

Serviere die pasta alla zozzona sofort auf vorgewärmten Tellern. Die Sauce sollte cremig sein und die Nudeln glänzend umhüllen. Jeder Bissen sollte Stücke von knusprigem guanciale, cremige Sauce und die würzige Note des pecorino vereinen.

Frieda

Tipp vom Chefkoch

Der wichtigste Trick bei dieser Rezeptur liegt im richtigen Timing beim Hinzufügen der Eier-Käse-Mischung. Die Pfanne darf nicht zu heiß sein, sonst stocken die Eier und werden körnig statt cremig. Nimm die Pfanne wirklich vom Herd, bevor du die Eimasse hinzugibst. Rühre dann schnell und kontinuierlich, damit sich alles gleichmäßig verteilt. Falls die Sauce zu dick wird, zögere nicht, mehr Nudelwasser hinzuzufügen. Dieses stärkehaltige Wasser ist dein bester Freund für eine perfekt cremige Konsistenz. Ein weiterer Tipp: Verwende unbedingt pecorino romano und nicht parmesan. Der pecorino hat den charakteristischen salzigen, leicht scharfen Geschmack, der für römische Pasta-Gerichte typisch ist. Wenn du keinen guanciale findest, kannst du notfalls pancetta verwenden, aber der Geschmack wird nicht ganz so authentisch sein. Bewahre immer etwas vom knusprig gebratenen guanciale für die Dekoration auf, denn der Kontrast zwischen der cremigen Sauce und den knusprigen Fleischstücken macht einen großen Teil des Genusses aus.

der perfekte wein zur pasta alla zozzona

Diese deftige römische Spezialität verlangt nach einem Wein, der mit ihrer Intensität mithalten kann. Ein klassischer begleiter wäre ein frascati superiore aus den albaner bergen bei rom, dessen frische säure die cremigkeit der sauce ausbalanciert. Alternativ harmoniert ein cesanese del piglio hervorragend, ein rubinroter wein mit kirschnoten, der die tomatensauce unterstreicht. Für mutige genießer empfiehlt sich ein glas montepulciano d’abruzzo, dessen kräftige struktur den salzigen pecorino und den würzigen guanciale ergänzt. Wer lieber bei weißwein bleibt, greift zu einem verdicchio dei castelli di jesi, dessen mineralität und nussige noten perfekt mit dem käse harmonieren. Wichtig ist, dass der wein gut gekühlt serviert wird, um einen erfrischenden kontrast zur reichhaltigen pasta zu bieten.

Zusätzliche Info

Die pasta alla zozzona ist ein relativ junges gericht in der jahrhundertealten römischen küchentradition. Während die carbonara, amatriciana und cacio e pepe bereits seit generationen die tische der ewigen stadt bereichern, entstand die zozzona erst in den 1970er jahren. Der legende nach erfand sie ein koch in einer trattoria im stadtteil testaccio, der nach einem langen abend verschiedene reste kombinierte. Der name „zozzona“, also „schmutzig“ oder „dreckig“, bezieht sich vermutlich auf die mischung verschiedener zutaten, die traditionell nicht zusammen verwendet wurden. In rom galt es lange als tabu, die heiligen rezepte der klassiker zu verändern. Die zozzona brach mit dieser tradition und wurde zunächst skeptisch beäugt. Doch die kombination erwies sich als so genial, dass sie sich durchsetzte. Heute findet man sie in vielen römischen restaurants, besonders in jenen, die eine moderne interpretation der traditionsküche pflegen. Interessanterweise gibt es keine einheitliche rezeptur: Manche köche verwenden mehr tomatensauce, andere setzen auf mehr käse. Einige fügen sogar zwiebeln hinzu, was puristen empört. Diese vielfalt zeigt, dass die zozzona ein lebendiges gericht ist, das sich weiterentwickelt. Sie verkörpert den römischen geist: respekt vor der tradition bei gleichzeitiger offenheit für innovation.

Drucken

Teilen

Auch interessant