Airfryer-Lachs in 7 Minuten: Steffen Henssler erklärt, warum Alufolie ein Anfängerfehler ist

Geschrieben von Barbara· 6 Min. Lesezeit
Airfryer-Lachs in 7 Minuten: Steffen Henssler erklärt, warum Alufolie ein Anfängerfehler ist
Airfryer-Lachs in 7 Minuten: Steffen Henssler erklärt, warum Alufolie ein Anfängerfehler ist

Lachs gehört zu den beliebtesten Fischen in deutschen Küchen – und das aus gutem Grund. Er ist reich an Omega-3-Fettsäuren, lässt sich vielseitig zubereiten und überzeugt selbst anspruchsvolle Gaumen. Doch wie gelingt er wirklich perfekt, ohne dass er trocken wird oder an der Pfanne klebt ? Der Airfryer hat sich als überraschend effektives Gerät erwiesen, um Lachs in Rekordzeit auf den Tisch zu bringen. Sternekoch Steffen Henssler, bekannt für seine unkomplizierte und alltagstaugliche Küche, hat sich klar positioniert: wer Alufolie im Airfryer verwendet, macht einen klassischen Anfängerfehler. Was dahintersteckt und wie man es besser macht, zeigt dieser Artikel.

Einführung in den Airfryer-Lachs

Ein Fisch, der keine komplizierte Zubereitung braucht

Lachs ist von Natur aus ein fetthaltiger Fisch, was ihn ideal für schnelle Garmethoden macht. Sein natürlicher Fettgehalt sorgt dafür, dass er auch bei hohen Temperaturen saftig bleibt – vorausgesetzt, man übertreibt es nicht mit der Garzeit. Der Airfryer nutzt zirkulierende Heißluft, um eine gleichmäßige Bräunung zu erzielen, ohne dass zusätzliches Fett notwendig ist.

Sieben Minuten bis zum perfekten Ergebnis

Bei einer Temperatur von etwa 180 bis 200 Grad Celsius ist ein Lachsfilet mittlerer Dicke in sieben Minuten gar. Die Außenseite bekommt eine leicht knusprige Textur, während das Innere zart und rosa bleibt. Diese Präzision ist einer der Hauptgründe, warum immer mehr Hobbyköche den Airfryer für Fisch entdecken.

Wer verstehen will, warum der Airfryer so gut für Lachs funktioniert, sollte sich zunächst die allgemeinen Vorteile dieses Geräts genauer ansehen.

Die Vorteile des Kochens mit dem Airfryer

Schnelligkeit und Energieeffizienz

Der Airfryer heizt deutlich schneller auf als ein herkömmlicher Backofen. Während ein Ofen bis zu zehn Minuten braucht, um die gewünschte Temperatur zu erreichen, ist der Airfryer in zwei bis drei Minuten betriebsbereit. Das spart nicht nur Zeit, sondern auch Energie – ein Argument, das angesichts steigender Strompreise immer mehr Gewicht bekommt.

Gesünderes Kochen durch weniger Fett

Da der Airfryer mit Heißluft arbeitet, ist kaum zusätzliches Öl nötig. Bei Lachs reicht ein dünner Ölfilm auf dem Filet, um eine schöne Kruste zu erzielen. Im Vergleich zum Braten in der Pfanne reduziert sich der Fettgehalt der Mahlzeit spürbar, ohne dass Geschmack oder Textur darunter leiden.

Einfache Reinigung

Die meisten Airfryer-Körbe sind herausnehmbar und spülmaschinengeeignet. Das macht die Reinigung nach dem Kochen deutlich angenehmer als bei einer fettverschmierten Pfanne oder einem eingebrannten Backblech.

All diese Vorteile klingen überzeugend – doch viele Nutzer machen einen entscheidenden Fehler, der die Vorteile des Geräts zunichtemacht: sie greifen zur Alufolie.

Warum man Aluminium im Airfryer vermeiden sollte

Das Problem mit der Luftzirkulation

Der Airfryer funktioniert durch eine intensive Zirkulation heißer Luft. Wird der Korb mit Alufolie ausgelegt, blockiert diese die Luftzufuhr von unten. Das Ergebnis: das Gargut wird ungleichmäßig erhitzt, die charakteristische Knusprigkeit bleibt aus, und die Garzeit verlängert sich unkontrollierbar. Beim Lachs bedeutet das konkret, dass die Unterseite dämpft statt zu bräunen.

Chemische Reaktionen bei säurehaltigen Lebensmitteln

Lachs wird häufig mit Zitronensaft mariniert oder mit säurehaltigen Saucen serviert. Aluminium reagiert chemisch mit Säuren, was dazu führen kann, dass kleine Mengen Aluminium in das Lebensmittel übergehen. Obwohl die aufgenommenen Mengen in der Regel gering sind, empfehlen Ernährungsexperten, diesen unnötigen Kontakt zu vermeiden.

Brandgefahr durch falsche Verwendung

Wenn Alufolie nicht korrekt befestigt wird, kann sie durch den starken Luftstrom im Airfryer aufgewirbelt werden und an die Heizspirale geraten. Das stellt ein ernstes Sicherheitsrisiko dar. Steffen Henssler betont in diesem Zusammenhang: wer auf Alufolie verzichtet, kocht nicht nur besser, sondern auch sicherer.

Doch was empfiehlt Henssler stattdessen, um Lachs im Airfryer wirklich perfekt zu machen ?

Steffen Hensslers Tipps für perfekten Lachs

Die richtige Vorbereitung des Filets

Henssler empfiehlt, das Lachsfilet vor dem Garen trocken zu tupfen. Feuchtigkeit an der Oberfläche verhindert die Maillard-Reaktion, die für die gewünschte Bräunung verantwortlich ist. Anschließend wird das Filet mit einem Hauch Olivenöl, Salz, Pfeffer und nach Wunsch mit frischen Kräutern wie Dill oder Thymian eingerieben.

Temperatur und Zeit präzise steuern

Henssler setzt auf 190 Grad Celsius und eine Garzeit von genau sieben Minuten für ein Filet von etwa 150 bis 180 Gramm. Er rät außerdem dazu, den Lachs mit der Hautseite nach unten in den Korb zu legen – direkt auf den Rost, ohne jede Unterlage. So wird die Haut knusprig, während das Fleisch saftig bleibt.

Das Filet nicht wenden

Ein häufiger Fehler ist das Wenden des Lachsfilets während des Garvorgangs. Henssler ist klar: der Lachs bleibt die gesamte Garzeit auf einer Seite. Die Heißluft des Airfryers umströmt das Filet gleichmäßig von allen Seiten, ein Wenden ist schlicht überflüssig und erhöht das Risiko, dass das empfindliche Fleisch zerfällt.

Neben den kulinarischen Aspekten gibt es noch einen weiteren wichtigen Grund, auf Alufolie zu verzichten: ihre Auswirkungen auf die Umwelt.

Die Umweltauswirkungen von Aluminium

Energieintensive Produktion

Die Herstellung von Aluminium ist extrem energieaufwendig. Pro Kilogramm produziertem Aluminium werden bis zu 15 Kilowattstunden Strom benötigt. Dieser hohe Energieverbrauch trägt erheblich zur CO₂-Belastung bei, selbst wenn Aluminium theoretisch recycelbar ist.

Recycling in der Praxis

Gebrauchte Alufolie aus der Küche ist häufig mit Lebensmittelresten verunreinigt und wird deshalb oft nicht recycelt, sondern im Restmüll entsorgt. Das bedeutet: ein großer Teil der verwendeten Alufolie landet auf Deponien oder in Verbrennungsanlagen, ohne dass das Material wiederverwertet wird.

Wer also aus ökologischen Gründen auf Alufolie verzichten möchte, findet heute zahlreiche praktische Alternativen.

Umweltfreundliche Alternativen zu Aluminium

Silikonmatten und wiederverwendbare Backpapiere

Silikonmatten sind hitzebeständig, lebensmittelsicher und lassen sich nach dem Gebrauch einfach abwaschen. Sie sind eine langlebige Alternative zur Einweg-Alufolie und beeinträchtigen die Luftzirkulation im Airfryer weit weniger, sofern sie nicht den gesamten Korbboden bedecken. Perforierte Silikonmatten, die speziell für Airfryer entwickelt wurden, sind dabei besonders empfehlenswert.

Backpapier als kurzfristige Lösung

Backpapier ist eine weitere Option, die jedoch ebenfalls sparsam eingesetzt werden sollte. Wichtig ist, es nicht zu groß zu schneiden und es stets mit Lebensmitteln zu beschweren, damit es nicht aufgewirbelt wird. Für Lachs ist Backpapier jedoch weniger ideal, da es die Knusprigkeit der Haut verhindert.

Der direkte Rost als beste Wahl

Für Lachs im Airfryer bleibt der direkte Rost die empfohlene Methode. Kein Zubehör, keine Unterlage – nur das Filet auf dem Gitter. Das sorgt für optimale Luftzirkulation, perfekte Bräunung und ein Ergebnis, das auch Steffen Henssler überzeugt.

  • Silikonmatte (perforiert) : ideal für empfindliche Lebensmittel
  • Backpapier : kurzfristige Lösung, nicht für knusprige Ergebnisse geeignet
  • Direkter Rost : beste Option für Lachs und andere Fischfilets

Lachs im Airfryer zuzubereiten ist einfacher als gedacht – vorausgesetzt, man kennt die häufigsten Fehler und vermeidet sie. Der Verzicht auf Alufolie verbessert nicht nur das Garergebnis, sondern schützt auch die Gesundheit und schont die Umwelt. Steffen Hensslers Empfehlungen zeigen, dass perfekter Lachs keine aufwendige Technik erfordert: die richtige Temperatur, die passende Garzeit und ein sauberer Rost reichen völlig aus. Wer diese einfachen Grundsätze beherzigt, holt aus seinem Airfryer das Maximum heraus – in nur sieben Minuten.

Teilen