Airfryer oder Backofen? Stiftung Warentest nennt den klaren Sieger beim Stromverbrauch

Geschrieben von Barbara· 5 Min. Lesezeit
Airfryer oder Backofen? Stiftung Warentest nennt den klaren Sieger beim Stromverbrauch
Airfryer oder Backofen? Stiftung Warentest nennt den klaren Sieger beim Stromverbrauch

Die steigenden Energiekosten treiben viele Verbraucher dazu, ihre Küchengewohnheiten zu überdenken. Besonders die Frage, ob der moderne Airfryer tatsächlich sparsamer ist als der traditionelle Backofen, beschäftigt zahlreiche Haushalte. Stiftung Warentest hat sich dieser Problematik angenommen und beide Geräte einem gründlichen Vergleich unterzogen. Die Ergebnisse zeigen deutlich, welches Gerät beim Stromverbrauch die Nase vorn hat und wo sich der Einsatz wirklich lohnt.

Die Energieeffizienz von Küchengeräten

Warum Energieeffizienz in der Küche wichtig ist

Die Küche gehört zu den energieintensivsten Bereichen im Haushalt. Neben Kühlschrank und Herd verbrauchen auch Backöfen und Heißluftfritteusen erhebliche Mengen Strom. Angesichts der aktuellen Strompreise rückt die Energieeffizienz dieser Geräte immer stärker in den Fokus. Verbraucher suchen nach Möglichkeiten, ihre Stromrechnung zu senken, ohne auf Komfort verzichten zu müssen.

Faktoren, die den Energieverbrauch beeinflussen

Mehrere Aspekte bestimmen, wie viel Energie ein Küchengerät tatsächlich benötigt:

  • die Größe des Garraums und das zu erhitzende Volumen
  • die benötigte Aufheizzeit bis zur gewünschten Temperatur
  • die Qualität der Isolierung und damit verbundene Wärmeverluste
  • die Effizienz der Heizungstechnologie
  • die tatsächliche Nutzungsdauer pro Kochvorgang

Diese Faktoren spielen eine entscheidende Rolle dabei, ob sich die Anschaffung eines Airfryers gegenüber der Nutzung des vorhandenen Backofens lohnt. Die Untersuchung von Stiftung Warentest berücksichtigt genau diese Parameter, um eine fundierte Aussage treffen zu können.

Vergleich von Backofen und Airfryer

Technische Unterschiede der beiden Geräte

Der klassische Backofen arbeitet mit einem großen Garraum, der je nach Modell zwischen 50 und 70 Liter fasst. Die Heißluftfritteuse hingegen kommt mit einem deutlich kleineren Volumen aus, meist zwischen 2 und 6 Litern. Dieser Größenunterschied hat direkte Auswirkungen auf den Energiebedarf. Während der Backofen eine große Luftmenge erhitzen muss, konzentriert sich der Airfryer auf einen kompakten Raum.

Einsatzgebiete und typische Anwendungen

Gerät Ideale Portionsgröße Typische Gerichte
Backofen 4-6 Personen Braten, große Aufläufe, Backwaren
Airfryer 1-2 Personen Pommes, Hähnchen, Gemüse

Die Wahl des richtigen Geräts hängt stark von der Haushaltsgröße und den bevorzugten Gerichten ab. Für kleinere Portionen erweist sich der Airfryer als praktische Alternative, während größere Familien kaum um den Backofen herumkommen. Diese Überlegungen führen direkt zur Frage, wie Stiftung Warentest die beiden Geräte tatsächlich getestet hat.

Testmethodik von Stiftung Warentest

Aufbau des Vergleichstests

Um eine faire Vergleichbarkeit zu gewährleisten, hat Stiftung Warentest standardisierte Testbedingungen geschaffen. Beide Geräte mussten identische Mengen an Lebensmitteln zubereiten, wobei die Tester besonders auf die Zubereitungszeit und den dabei anfallenden Stromverbrauch achteten. Als Testgerichte dienten typische Alltagsgerichte wie Pommes frites, Hähnchenschenkel und Gemüse.

Messkriterien und Bewertungsmaßstäbe

Die Experten erfassten folgende Werte:

  • den Stromverbrauch in Kilowattstunden pro Zubereitungsvorgang
  • die benötigte Zeit von Start bis zum fertigen Gericht
  • die Qualität des Endergebnisses hinsichtlich Bräunung und Gargrad
  • die Handhabung und Benutzerfreundlichkeit

Besonders wichtig war dabei die Praxisnähe der Tests. Die Messungen erfolgten unter realistischen Bedingungen, wie sie auch in durchschnittlichen Haushalten vorkommen. Diese sorgfältige Vorgehensweise bildet die Grundlage für die aussagekräftigen Ergebnisse.

Detaillierte Testergebnisse

Stromverbrauch im direkten Vergleich

Die Messungen zeigen einen eindeutigen Sieger: der Airfryer verbraucht deutlich weniger Strom als der Backofen. Für die Zubereitung von 500 Gramm Pommes frites benötigte der Airfryer durchschnittlich 0,4 Kilowattstunden, während der Backofen für die gleiche Menge etwa 1,2 Kilowattstunden verbrauchte. Das entspricht einer Einsparung von rund 67 Prozent.

Zeitersparnis als zusätzlicher Vorteil

Gericht Airfryer (Minuten) Backofen (Minuten)
Pommes frites 500g 18 35
Hähnchenschenkel 4 Stück 22 42
Gemüse 400g 15 28

Neben dem geringeren Energieverbrauch punktet die Heißluftfritteuse auch mit kürzeren Garzeiten. Die kompakte Bauweise und die effiziente Luftzirkulation ermöglichen schnelleres Erhitzen und gleichmäßigeres Garen. Allerdings gilt diese Überlegenheit nur für kleinere Portionen, bei denen der Garraum ausreichend ist. Diese Erkenntnis hat weitreichende Konsequenzen für Umwelt und Geldbeutel.

Umweltauswirkungen und finanzielle Einsparungen

Berechnung der jährlichen Kostenersparnis

Bei einem durchschnittlichen Strompreis von 0,40 Euro pro Kilowattstunde ergeben sich spürbare Unterschiede in der Haushaltskasse. Wer dreimal wöchentlich kleinere Portionen zubereitet und dabei vom Backofen auf den Airfryer umsteigt, spart jährlich etwa 125 Euro. Diese Rechnung berücksichtigt die Anschaffungskosten eines guten Airfryers von rund 100 Euro, die sich somit bereits nach weniger als einem Jahr amortisieren.

Reduzierung des CO2-Fußabdrucks

Die Umweltbilanz fällt ebenfalls zugunsten der Heißluftfritteuse aus. Der geringere Stromverbrauch führt zu einer reduzierten CO2-Emission von etwa 50 Kilogramm pro Jahr, wenn man den deutschen Strommix zugrunde legt. Besonders bei Nutzung von Ökostrom verstärkt sich dieser positive Effekt noch weiter.

Wann sich die Anschaffung lohnt

  • bei Single- oder Zwei-Personen-Haushalten mit häufiger Nutzung
  • wenn regelmäßig kleinere Portionen zubereitet werden
  • bei Vorliebe für knusprige Speisen ohne viel Fett
  • wenn Wert auf kurze Zubereitungszeiten gelegt wird

Diese Überlegungen zeigen klar die Vorteile auf, doch die optimale Nutzung erfordert auch das richtige Know-how.

Tipps für eine optimale und wirtschaftliche Nutzung

Richtige Gerätewahl je nach Bedarf

Die Entscheidung zwischen Airfryer und Backofen sollte nicht pauschal fallen. Für größere Familien bleibt der Backofen unverzichtbar, wenn mehrere Personen gleichzeitig verköstigt werden müssen. Kleinere Haushalte profitieren hingegen maximal vom Airfryer. Ideal ist eine kombinierte Nutzung: der Airfryer für schnelle Alltagsgerichte, der Backofen für Sonntagsbraten und große Mengen.

Energiespartipps für beide Geräte

Unabhängig vom gewählten Gerät lassen sich weitere Einsparungen erzielen:

  • auf Vorheizen verzichten, wenn es nicht zwingend erforderlich ist
  • Restwärme nutzen und Geräte vor Ende der Garzeit ausschalten
  • den Garraum optimal befüllen, ohne ihn zu überladen
  • regelmäßige Reinigung für gleichbleibende Effizienz
  • bei Backöfen die Umluftfunktion bevorzugen

Wartung und Pflege für langfristige Effizienz

Beide Gerätetypen benötigen regelmäßige Pflege, um ihre Effizienz zu bewahren. Fett- und Speisereste beeinträchtigen die Wärmeleitung und erhöhen den Energiebedarf. Eine saubere Heizschlange im Backofen und ein fettfreier Garkorb im Airfryer garantieren optimale Leistung. Zudem verlängert sorgfältige Wartung die Lebensdauer der Geräte erheblich.

Die Untersuchung von Stiftung Warentest liefert eine klare Antwort auf die Frage nach dem sparsameren Küchengerät. Der Airfryer überzeugt bei kleineren Portionen durch deutlich geringeren Stromverbrauch, kürzere Garzeiten und niedrigere Betriebskosten. Für Single-Haushalte und Paare stellt er eine lohnende Investition dar, die sich bereits nach wenigen Monaten bezahlt macht. Größere Familien kommen hingegen nicht um den Backofen herum, können aber durch bewusste Nutzung beider Geräte ihre Energiekosten optimieren. Die Kombination aus richtiger Gerätewahl, effizienter Nutzung und regelmäßiger Wartung ermöglicht maximale Einsparungen bei gleichzeitig positiver Umweltbilanz.

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