Bärlauch-Butter in Eiswürfelform einfrieren, dieser Vorratstrick ist genial einfach!

Geschrieben von Annika· 6 Min. Lesezeit

Anfang April liegt der Bärlauch in voller Pracht auf Märkten, in Wäldern, manchmal sogar im eigenen Garten. Das intensive Aroma dieser Frühlingspflanze, irgendwo zwischen Knoblauch und frischer Wiese, verflüchtigt sich jedoch schneller, als man denkt. Wer jetzt nicht handelt, wartet bis zum nächsten Jahr. Die Lösung ist so simpel wie wirkungsvoll: Bärlauch-Butter herstellen, in Eiswürfelformen füllen und einfrieren portionsweise, luftdicht, monatelang haltbar.

Was im Tiefkühler wartet, sind kleine Aromakonzentrate: ein Würfel in die heiße Pfanne, ein anderer auf den gegrillten Fisch, wieder einer in die Pasta. Diese Methode setzt keinerlei Vorkenntnisse voraus und braucht weniger als zwanzig Minuten. Wer einmal vorgesorgt hat, trägt den Frühling bis in den Herbst auf den Teller und das ganz ohne Aufwand.

Zubereitung15 Min.
Gefrierzeit3–4 Stunden
Portionenca. 20 Eiswürfel (je ~15 g)
SchwierigkeitsgradEinfach
Kosten
SaisonBärlauch (März–April), Frühlingsbutter

Geeignet für: Vegetarisch · Glutenfrei

Zutaten

  • 100 g frischer Bärlauch, gut gewaschen und trocken geschleudert
  • 250 g Butter, zimmerwarm (mindestens 82 % Fettgehalt, ungesalzen)
  • 1 TL feines Meersalz
  • 1 EL frisch gepresster Zitronensaft
  • 1 Prise frisch geriebene Muskatnuss (optional)

Utensilien

  • Küchenmesser und Schneidebrett
  • Küchenmaschine oder Stabmixer (alternativ: Mörser)
  • Salatschleuder oder sauberes Küchentuch
  • Rührschüssel
  • Silikonform für Eiswürfel (Fassungsvermögen ca. 15–20 ml pro Mulde)
  • Frischhaltefolie oder Gefrierbeutel zum Einlagern

Zubereitung

Bärlauch sorgfältig vorbereiten

Frischer Bärlauch trägt oft Erdpartikel und Feuchtigkeit beides sollte vor der Verarbeitung vollständig entfernt werden. Die Blätter zunächst in einer Schüssel mit kaltem Wasser schwenken, dann in der Salatschleuder trocken schleudern. Restfeuchte führt später zu Eiskristallen in der Butter und kann die Textur vergrößern. Anschließend die Stiele großzügig abschneiden: Sie sind zäher und aromatisch schwächer als die zarten Blätter, die das eigentliche Herzstück dieser Zubereitung bilden. Die vorbereiteten Blätter grob mit dem Messer zerteilen, damit der Mixer gleichmäßiger arbeiten kann.

Butter auf Zimmertemperatur bringen

Weiche Butter lässt sich deutlich leichter verarbeiten als kalte. Wer die Butter mindestens 45 Minuten vorher aus dem Kühlschrank nimmt, erhält eine geschmeidige Masse, in die sich das Kräuteraroma ohne Klumpenbildung einarbeiten lässt. Die Butter sollte auf Fingerdruck leicht nachgeben zu weich, fast flüssig, führt hingegen zu einer schwer formbaren Emulsion. Diese mittlere Konsistenz, beurre pommade genannt, ist das Ziel: cremig, aber standfest.

Bärlauch und Butter vermischen

Die Bärlauchblätter mit dem Stabmixer oder in der Küchenmaschine fein zerkleinern, bis eine tiefgrüne, leicht pastöse Masse entsteht. Der Geruch ist jetzt intensiv und scharf das ist gewollt. Anschließend die zimmerwarme Butter stückchenweise hinzugeben und alles zu einer gleichmäßigen, hellgrünen Masse verarbeiten. Meersalz und Zitronensaft einarbeiten: Das Salz verstärkt das Bärlauch-Aroma, die Säure der Zitrone hellt es auf und verhindert gleichzeitig, dass die leuchtend grüne Farbe beim Einfrieren oxidiert und verblasst. Die Muskatnuss wenn verwendet sparsam einsetzen: Sie rundet den Knoblauchcharakter ab, ohne ihn zu überlagern.

Eiswürfelform befüllen

Die fertige Bärlauch-Butter mit einem Teelöffel oder einem kleinen Spritzbeutel in die Mulden der Silikonform füllen. Jede Mulde bis knapp unter den Rand befüllen und die Oberfläche mit dem Löffelrücken leicht andrücken, um Hohlräume zu vermeiden. Silikonformen sind hier klar im Vorteil gegenüber Hartplastik: Die fertig gefrorenen Würfel lassen sich anschließend mit einem leichten Druck von unten mühelos lösen, ohne zu brechen. Die gefüllte Form auf eine flache Unterlage stellen und gleichmäßig in den Tiefkühler schieben keine Schieflage, sonst entstehen ungleichmäßige Portionen.

Einfrieren und umfüllen

Die Butter braucht 3 bis 4 Stunden bei −18 °C, bis sie vollständig durchgefroren ist. Sobald die Würfel fest sind, aus der Form lösen und sofort in einen beschrifteten Gefrierbeutel oder eine luftdichte Gefrierdose umfüllen. Datum und Inhalt notieren Bärlauch-Butter hält im Tiefkühler problemlos bis zu 6 Monate, verliert aber ab dem fünften Monat leicht an Frischearoma. Mehrere Würfel nebeneinander aufbewahren statt aufeinander gestapelt: So lösen sie sich einzeln besser und kleben nicht zusammen.

Mein Küchentipp

Wer den Bärlauch vor der Verarbeitung kurz blanchiert dreißig Sekunden in kochendem Salzwasser, dann sofort in Eiswasser , stabilisiert das Chlorophyll. Die Würfel behalten ihre satte, dunkelgrüne Farbe auch nach Monaten im Tiefkühler und sehen auf dem Teller so frisch aus, als wären sie gerade zubereitet worden. Das Aroma bleibt dabei vollständig erhalten. Für eine aromatische Variante lässt sich ein Teelöffel abgeriebene unbehandelte Zitronenschale in die Masse einarbeiten das passt besonders gut zu gegrilltem Fisch oder gedämpftem Spargel.

Verwendungsideen

Ein einzelner Würfel Bärlauch-Butter wiegt rund 15 g genug, um eine Pfanne aufzuschäumen, ein Steak zu vollenden oder eine Portion Pasta zu verfeinern. Direkt aus dem Tiefkühler in die heiße Pfanne geben: Die Butter schmilzt in Sekunden und gibt dabei ein intensives Knoblaucharoma frei, das den gesamten Raum erfüllt. Auf einem frisch gerösteten Baguettescheiben auflegen und kurz unter den Backofengrill schieben, als Basis für eine schnelle Bärlauch-Sahnesoße schmelzen oder einen Würfel in die fertige Gemüsesuppe rühren die Möglichkeiten sind so vielfältig wie die Frühlingssaison selbst.

Herkunft und bedeutung des Bärlauchs

Bärlauch botanisch Allium ursinum gehört zur Familie der Amaryllisgewächse und ist in weiten Teilen Europas heimisch. Sein volkstümlicher Name leitet sich von der Beobachtung ab, dass Bären nach dem Winterschlaf gezielt nach dieser Pflanze suchen sollen, um den Körper zu kräftigen. Ob diese Überlieferung der Wahrheit entspricht, ist botanisch nicht belegt, doch die Heilkunde schätzt die Pflanze seit Jahrhunderten: für ihre blutreinigende und verdauungsfördernde Wirkung.

Die Erntezeit ist kurz und unnachgiebig von Mitte März bis Ende April, je nach Region und Witterung. Wer ihn im Wald selbst sammeln möchte, sollte ihn sorgfältig von Maiglöckchen und Herbstzeitlosen unterscheiden, die ähnliche Blätter tragen, jedoch giftig sind. Das sicherste Erkennungsmerkmal bleibt der charakteristische Knoblauchgeruch beim Zerreiben eines Blatts. Auf dem Wochenmarkt oder beim Gemüsehändler ist das Risiko der Verwechslung ausgeschlossen und die Qualität in dieser Saison durchgehend überzeugend.

Nährwerte (pro Würfel, ca. 15 g, ungefähre Angaben)

NährstoffMenge
Kalorien~105 kcal
Eiweiß~0,3 g
Kohlenhydrate~0,2 g
davon Zucker~0,1 g
Fett~11,5 g
davon gesättigte Fettsäuren~7,2 g
Ballaststoffe~0,1 g

Häufige fragen

Wie lange ist die Bärlauch-Butter im Tiefkühler haltbar?

Gut verpackt in einem luftdichten Gefrierbeutel oder einer Gefrierdose hält sich die Bärlauch-Butter bei −18 °C bis zu 6 Monate. Die Aromaqualität ist in den ersten drei Monaten am intensivsten. Danach bleibt sie verwendbar, verliert jedoch leicht an Frischcharakter. Immer beschriften: Inhalt und Datum auf dem Beutel notieren.

Kann ich gesalzene Butter verwenden?

Das ist möglich, erfordert aber Vorsicht beim Nachsalzen. Gesalzene Butter enthält je nach Marke zwischen 1,2 und 2 g Salz pro 100 g das kann die Gesamtwürze schnell kippen. Wer die Salzmenge lieber selbst kontrolliert, greift besser zu ungesalzener Butter und würzt gezielt nach. Das Ergebnis ist gleichmäßiger und lässt sich besser auf unterschiedliche Gerichte abstimmen.

Was tun, wenn kein Stabmixer vorhanden ist?

Ein Mörser funktioniert hervorragend: Den Bärlauch mit dem Salz im Mörser zu einer glatten Paste zerreiben, dann mit einer Gabel unter die zimmerwarme Butter mischen. Die Textur wird etwas gröber, das Aroma bleibt vollständig erhalten manche ziehen diese rustikalere Variante sogar vor, da kleine Blattstückchen optisch attraktiv sind. Ein Blitzhacker als dritte Option gibt ebenfalls gute Ergebnisse.

Wie unterscheide ich Bärlauch von giftigen Verwechslungspflanzen?

Das zuverlässigste Erkennungsmerkmal ist der Geruch: Ein geriebenes Bärlauchblatt riecht eindeutig nach Knoblauch. Maiglöckchen und Herbstzeitlose riechen nicht so. Zusätzlich hat echter Bärlauch auf der Blattunterseite eine matte, leicht bläulichgrüne Oberfläche, während Maiglöckchenblätter beidseitig glänzen. Im Zweifel: Bärlauch lieber auf dem Markt kaufen als im Wald sammeln.

Kann ich die Butter auch ohne Eiswürfelform einfrieren?

Ja. Eine klassische Methode: Die Butter auf Frischhaltefolie zu einer Rolle formen, fest einwickeln und einfrieren. Zum Verwenden einfach Scheiben von der gefrorenen Rolle abschneiden. Der Vorteil der Eiswürfelform liegt jedoch in der gleichmäßigen Portionsgröße und der einfacheren Entnahme einzelner Würfel, ohne die gesamte Rolle antauen zu müssen.

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