Bärlauch haltbar machen mit einem simplen Trick und sein Aroma bis in den Winter bewahren
Der Bärlauch, auch wilder Knoblauch genannt, erobert im Frühjahr die Wälder und Küchen mit seinem intensiven Aroma. Doch die Saison ist kurz, meist nur von März bis Mai. Was viele Hobbyköche bedauern: kaum ist der Bärlauch da, verschwindet er auch schon wieder. Dabei gibt es einen simplen Trick, um das würzige Grün monatelang haltbar zu machen und sein charakteristisches Aroma bis in den Winter hinein zu bewahren. Das Einfrieren in Öl ist die Methode der Wahl, die Profis seit Jahren nutzen. Anders als beim bloßen Trocknen, bei dem viele Aromastoffe verloren gehen, bleibt beim Einfrieren in Öl die volle Geschmackskraft erhalten. Diese Technik ist kinderleicht umzusetzen und erfordert weder besondere Kochkenntnisse noch teure Ausrüstung. In wenigen Schritten verwandeln sich frische Bärlauchblätter in praktische Portionen, die jederzeit griffbereit im Gefrierschrank warten. Ob für Pasta, Suppen, Pestos oder Aufstriche: der konservierte Bärlauch bringt auch im tiefsten Winter den Geschmack des Frühlings auf den Teller.
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Zutaten
Utensilien
Zubereitung
1. Bärlauch vorbereiten
Zunächst werden die Bärlauchblätter gründlich gewaschen. Dies ist besonders wichtig, da Wildkräuter oft Erde oder kleine Insekten tragen. Die Blätter unter fließendem kaltem Wasser abspülen und dabei jedes Blatt einzeln prüfen. Anschließend die Blätter in einem Sieb abtropfen lassen oder vorsichtig mit Küchenpapier trocken tupfen. Welke oder beschädigte Blätter aussortieren, da sie das Endergebnis beeinträchtigen würden. Die Stiele können mitverwendet werden, sie enthalten ebenfalls viel Aroma. Mit einer Küchenschere die Blätter grob zerkleinern, das erleichtert später das Mixen. Je trockener die Blätter sind, desto besser hält sich die Mischung später im Gefrierschrank.
2. Bärlauch-Öl-Mischung herstellen
Die vorbereiteten Bärlauchblätter in einen Standmixer oder in ein hohes Gefäß für den Stabmixer geben. Das Öl hinzufügen und eine Prise Salz ergänzen. Das Salz dient nicht nur dem Geschmack, sondern hilft auch bei der Konservierung. Nun alles zu einer homogenen Paste mixen. Homogen bedeutet gleichmäßig durchgemischt ohne große Stücke. Die Konsistenz sollte an ein flüssiges Pesto erinnern. Falls die Mischung zu dick ist, etwas mehr Öl hinzufügen. Falls sie zu dünn erscheint, weitere Bärlauchblätter ergänzen. Das Verhältnis zwischen Blättern und Öl ist wichtig: zu wenig Öl führt zu Gefrierbrand, zu viel verdünnt das Aroma unnötig. Die fertige Mischung sollte sattgrün leuchten und intensiv nach Knoblauch duften.
3. In Portionen einfrieren
Jetzt kommt der entscheidende Trick: die Bärlauch-Öl-Mischung wird in Eiswürfelformen portioniert. Silikonformen eignen sich besonders gut, da sich die gefrorenen Würfel später leicht herauslösen lassen. Mit einem Teelöffel die grüne Paste gleichmäßig in die einzelnen Mulden der Form verteilen. Dabei nicht bis zum Rand füllen, da sich die Masse beim Gefrieren leicht ausdehnt. Jeder Würfel entspricht später etwa einer Portion für ein Gericht. Die gefüllte Form vorsichtig in den Gefrierschrank stellen und mindestens vier Stunden, besser über Nacht, durchfrieren lassen. Die Temperatur sollte bei minus 18 Grad Celsius oder kälter liegen.
4. Aufbewahren und verwenden
Sobald die Bärlauch-Würfel vollständig durchgefroren sind, können sie aus der Form gelöst werden. Dazu die flexible Silikonform einfach von unten nach oben drücken. Die einzelnen Würfel sofort in einen gefrierfesten Behälter oder Gefrierbeutel umfüllen. Dies verhindert, dass sie zusammenkleben oder Gefrierbrand bekommen. Den Behälter beschriften mit Inhalt und Datum, so behält man den Überblick im Gefrierschrank. Die Bärlauch-Würfel sind nun mindestens sechs Monate haltbar, oft sogar bis zu einem Jahr. Bei Bedarf einfach die gewünschte Anzahl Würfel entnehmen und direkt in warme Gerichte geben. Das Auftauen ist nicht nötig, die Würfel schmelzen in heißen Speisen innerhalb von Sekunden und geben ihr volles Aroma frei.
Tipp vom Chefkoch
Ein Profi-Tipp für noch intensiveres Aroma: vor dem Mixen die Bärlauchblätter kurz blanchieren. Blanchieren bedeutet, die Blätter für etwa 30 Sekunden in kochendes Wasser zu tauchen und sofort in Eiswasser abzuschrecken. Dieser Vorgang fixiert die grüne Farbe und macht das Aroma noch stabiler. Wer verschiedene Öle ausprobieren möchte, kann auch Walnussöl oder Rapsöl verwenden. Diese bringen zusätzliche Geschmacksnuancen mit. Wichtig ist nur, dass das Öl geschmacksneutral genug ist, um den Bärlauch nicht zu überdecken. Eine weitere Variante: die Würfel können auch mit etwas geriebenem Parmesan angereichert werden, dann hat man direkt eine Pesto-Basis parat. Für die Verwendung gilt: ein Würfel reicht für etwa 200 Gramm Pasta oder einen halben Liter Suppe. So lässt sich die Dosierung perfekt kontrollieren und nichts wird verschwendet.
Passende Getränke zum Bärlauch-Gericht
Da Bärlauch selbst kein fertiges Gericht ist, sondern eine Zutat, richtet sich die Getränkewahl nach der Zubereitung. Zu Pasta mit Bärlauch passt ein frischer Weißwein wie ein Grüner Veltliner aus Österreich oder ein Sauvignon Blanc. Diese Weine haben genug Säure, um dem würzigen Knoblaucharoma standzuhalten. Zu Bärlauchsuppe empfiehlt sich ein leichter Riesling oder ein Silvaner. Wer alkoholfreie Alternativen bevorzugt, greift zu Kräuterlimonade oder einem spritzigen Mineralwasser mit Zitrone. Auch ein kühler grüner Tee harmoniert wunderbar mit den würzigen Noten des Bärlauchs.
Zusätzliche Info
Der Bärlauch, botanisch Allium ursinum, gehört zur Familie der Lauchgewächse und wächst bevorzugt in feuchten Laubwäldern. Seinen Namen verdankt er vermutlich den Bären, die nach dem Winterschlaf die würzigen Blätter fressen, um ihren Stoffwechsel anzukurbeln. Bereits die Germanen und Kelten schätzten die Heilwirkung der Pflanze. Im Mittelalter galt Bärlauch als Schutz vor Pest und bösen Geistern. Die moderne Forschung bestätigt viele gesundheitliche Vorteile: Bärlauch enthält viel Vitamin C, wirkt antibakteriell und kann den Cholesterinspiegel positiv beeinflussen. Anders als Knoblauch hinterlässt er keinen unangenehmen Mundgeruch, was ihn besonders beliebt macht. Die kurze Erntezeit von nur wenigen Wochen macht ihn zu einem begehrten saisonalen Produkt. Mit der Konservierungsmethode in Öl lässt sich diese kostbare Zeit verlängern und das Frühlingsaroma das ganze Jahr über genießen.