Bärlauch-Pesto in nur 10 Minuten, und es hält sich 3 Wochen im Kühlschrank

Geschrieben von Annika· 6 Min. Lesezeit

Aktualisiert am vor 4 Stunden

Der Frühling bringt nicht nur wärmere Temperaturen, sondern auch eines der aromatischsten Wildkräuter in unsere Wälder: den Bärlauch. Dieses grüne Gold lässt sich in nur zehn Minuten zu einem herrlichen Pesto verarbeiten, das sich problemlos drei Wochen im Kühlschrank hält. Die Zubereitung erfordert weder Kocherfahrung noch komplizierte Techniken. Mit wenigen Zutaten und einem Mixer entsteht eine vielseitige Würzpaste, die Pasta, Brot oder Gemüsegerichte verfeinert. Die Haltbarkeit verdankt das Pesto der richtigen Kombination aus Öl, Nüssen und einer sauberen Lagerung. In diesem Artikel erfahren Sie Schritt für Schritt, wie Sie dieses aromatische Pesto herstellen, welche Tricks die Haltbarkeit verlängern und wie Sie es am besten servieren.

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Zutaten

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Utensilien

Zubereitung

1.

Beginnen Sie mit der Vorbereitung aller Zutaten. Stellen Sie sicher, dass Ihre Arbeitsfläche sauber ist und alle benötigten Utensilien griffbereit liegen. Die Sauberkeit ist entscheidend für die Haltbarkeit des Pestos. Wiegen Sie den getrockneten Bärlauch ab und geben Sie ihn in eine große Schüssel. Der getrocknete Bärlauch hat den Vorteil, dass er das ganze Jahr verfügbar ist und sich problemlos lagern lässt.

2.

Rösten Sie nun die Pinienkerne kurz in einer trockenen Pfanne an. Dieser Schritt ist optional, verstärkt aber das nussige Aroma erheblich. Rösten bedeutet, die Nüsse ohne Fett bei mittlerer Hitze zu erhitzen, bis sie leicht gebräunt sind und duften. Achten Sie darauf, die Pfanne ständig zu bewegen, damit die Pinienkerne nicht verbrennen. Nach etwa zwei bis drei Minuten nehmen Sie die Pfanne vom Herd und lassen die Nüsse abkühlen.

3.

Geben Sie die abgekühlten Pinienkerne zusammen mit dem getrockneten Bärlauch in die Küchenmaschine. Fügen Sie das Knoblauchpulver, Salz und eine Prise Zitronensäure hinzu. Die Zitronensäure wirkt als natürliches Konservierungsmittel und hilft, die grüne Farbe zu erhalten. Konservierungsmittel sind Stoffe, die die Haltbarkeit von Lebensmitteln verlängern, indem sie das Wachstum von Bakterien hemmen.

4.

Starten Sie die Küchenmaschine und zerkleinern Sie die Zutaten grob. Dieser Vorgang dauert etwa 20 bis 30 Sekunden. Sie möchten eine körnige Konsistenz erreichen, aber noch keine glatte Paste. Stoppen Sie zwischendurch und schaben Sie die Masse von den Rändern der Schüssel in die Mitte, damit alles gleichmäßig zerkleinert wird.

5.

Fügen Sie nun den geriebenen Parmesan hinzu und mixen Sie erneut für etwa 15 Sekunden. Der Käse bindet die Zutaten und verleiht dem Pesto seine cremige Textur sowie einen würzigen Geschmack. Achten Sie darauf, dass der Parmesan gut verteilt ist.

6.

Während die Küchenmaschine auf niedriger Stufe läuft, gießen Sie langsam das Olivenöl in einem dünnen Strahl hinein. Dieser Prozess wird als Emulgieren bezeichnet. Emulgieren bedeutet, zwei normalerweise nicht mischbare Flüssigkeiten wie Öl und Wasser durch mechanische Bearbeitung zu einer homogenen Masse zu verbinden. Das Öl verbindet sich mit den festen Bestandteilen und sorgt für die typische Pesto-Konsistenz.

7.

Mixen Sie weiter, bis Sie eine glatte, aber nicht zu feine Paste erhalten. Das Pesto sollte noch eine leichte Körnung aufweisen, die beim Essen eine angenehme Textur bietet. Dieser Schritt dauert etwa eine Minute. Probieren Sie das Pesto und würzen Sie bei Bedarf mit zusätzlichem Salz und frisch gemahlenem Pfeffer nach.

8.

Bereiten Sie nun die sterilisierten Schraubgläser vor. Sterilisieren bedeutet, Gläser durch Erhitzen oder chemische Behandlung von allen Mikroorganismen zu befreien. Sie können die Gläser entweder im Backofen bei 120 Grad Celsius für zehn Minuten erhitzen oder mit kochendem Wasser ausspülen und vollständig trocknen lassen. Saubere Gläser sind der Schlüssel zur dreiwöchigen Haltbarkeit.

9.

Füllen Sie das Pesto mit einem sauberen Löffel in die vorbereiteten Gläser. Lassen Sie etwa einen Zentimeter Platz bis zum Rand. Klopfen Sie die Gläser leicht auf die Arbeitsfläche, um eventuelle Luftblasen zu entfernen. Luftblasen können die Haltbarkeit beeinträchtigen, da sie Sauerstoff enthalten, der Oxidation und Verderb fördert.

10.

Glätten Sie die Oberfläche des Pestos mit einem sauberen Löffel. Gießen Sie nun eine dünne Schicht Olivenöl über das Pesto, etwa drei bis vier Millimeter dick. Diese Ölschicht bildet eine Schutzbarriere gegen Luft und verhindert, dass das Pesto oxidiert und seine Farbe verliert. Verschließen Sie die Gläser fest und beschriften Sie sie mit dem Herstellungsdatum.

11.

Lagern Sie die Gläser im Kühlschrank bei etwa vier bis sechs Grad Celsius. Bei dieser Temperatur bleibt das Pesto bis zu drei Wochen frisch. Jedes Mal, wenn Sie Pesto entnehmen, verwenden Sie einen sauberen, trockenen Löffel und glätten Sie die Oberfläche wieder. Fügen Sie bei Bedarf eine neue dünne Ölschicht hinzu, um die Schutzbarriere aufrechtzuerhalten.

Tipp vom Chefkoch

Wenn Sie das Pesto noch länger haltbar machen möchten, können Sie es portionsweise in Eiswürfelformen einfrieren. So haben Sie immer kleine Portionen griffbereit und das Pesto hält sich bis zu sechs Monate. Achten Sie darauf, die gefrorenen Pesto-Würfel in einen luftdichten Gefrierbeutel umzufüllen, sobald sie fest sind. Ein weiterer Tipp: Verwenden Sie immer hochwertige Zutaten, besonders beim Olivenöl. Ein gutes extra vergines Olivenöl macht geschmacklich einen enormen Unterschied und trägt zur besseren Haltbarkeit bei. Wenn Sie keine Pinienkerne zur Hand haben, funktionieren auch Walnüsse, Cashewkerne oder Sonnenblumenkerne hervorragend als Alternative. Jede Nusssorte verleiht dem Pesto eine eigene geschmackliche Note. Für eine vegane Variante ersetzen Sie den Parmesan durch Hefeflocken oder veganen Hartkäse. Die Konsistenz bleibt ähnlich, und der würzige Geschmack ist ebenfalls vorhanden.

Passende Getränke zum Bärlauch-Pesto

Das intensive Knoblaucharoma des Bärlauch-Pestos harmoniert wunderbar mit einem trockenen Weißwein. Ein Sauvignon Blanc aus dem Friaul oder ein österreichischer Grüner Veltliner ergänzen die würzigen Noten perfekt. Die Säure des Weins balanciert die Cremigkeit des Pestos und hebt die frischen Kräuteraromen hervor. Für Rotweinliebhaber empfiehlt sich ein leichter Pinot Noir, der nicht zu tanninreich ist und die feinen Nuancen nicht überdeckt. Wer alkoholfreie Alternativen bevorzugt, kann zu einem spritzigen Mineralwasser mit einer Scheibe Zitrone greifen oder einen grünen Tee servieren. Der Tee unterstreicht die pflanzlichen Noten des Bärlauchs und sorgt für eine erfrischende Begleitung. Ein Holunderblütensirup mit Sprudelwasser gemischt bietet eine süßlich-florale Komponente, die interessant zum herzhaften Pesto kontrastiert.

Wissenswertes über Bärlauch und sein Pesto

Der Bärlauch, botanisch Allium ursinum genannt, gehört zur Familie der Lauchgewächse und wächst wild in feuchten Laubwäldern Europas. Sein Name leitet sich vermutlich davon ab, dass Bären nach dem Winterschlaf gerne die jungen Blätter fressen, um ihren Stoffwechsel anzukurbern. Die Pflanze wird bereits seit der Antike als Heilkraut geschätzt. Die Römer nutzten Bärlauch zur Blutreinigung und zur Stärkung der Verdauung. Im Mittelalter galt er als wirksames Mittel gegen Pest und andere Krankheiten. Heute wissen wir, dass Bärlauch reich an Vitamin C, ätherischen Ölen und schwefelhaltigen Verbindungen ist, die antibakterielle Eigenschaften besitzen. Das traditionelle Pesto stammt ursprünglich aus der italienischen Region Ligurien, wo es als Pesto alla Genovese mit Basilikum zubereitet wird. Die Bärlauch-Variante ist eine moderne Interpretation, die besonders in Deutschland, Österreich und der Schweiz populär ist. Die Konservierung mit Öl ist eine alte Technik, die schon im antiken Rom angewendet wurde, um Kräuter und Gemüse haltbar zu machen. Das Prinzip beruht darauf, dass Öl Sauerstoff abhält und so das Wachstum aerober Bakterien verhindert. Aerobe Bakterien sind Mikroorganismen, die Sauerstoff zum Überleben benötigen. Die Zugabe von Salz und Säure verstärkt diesen Effekt zusätzlich.

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