Bärlauch-Pesto selbst machen: Warum jetzt die beste Zeit dafür ist

Geschrieben von Annika· 5 Min. Lesezeit

Aktualisiert am vor 4 Stunden

Der Frühling ist da, und mit ihm beginnt die kurze, aber intensive Saison des Bärlauchs. Von März bis Mai verwandeln sich schattige Wälder und feuchte Auenlandschaften in grüne Teppiche aus den aromatischen Blättern. Genau jetzt ist der ideale Zeitpunkt, um Bärlauch-Pesto selbst herzustellen und den intensiven, knoblauchartigen Geschmack für die kommenden Monate zu konservieren. Die Blätter sind jung, zart und besonders aromatisch, bevor die Pflanze ihre Kraft in die Blüte steckt. Wer jetzt zugreift, sichert sich nicht nur ein kulinarisches Highlight, sondern auch wertvolle Vitamine und Mineralstoffe. Die Zubereitung ist denkbar einfach und das Ergebnis übertrifft jedes gekaufte Pesto bei weitem. Mit wenigen Zutaten entsteht eine vielseitige Paste, die Pasta, Brot, Fleisch und Gemüse verfeinert. Die Frische des selbstgemachten Pestos ist unvergleichlich und der Stolz, etwas Eigenes geschaffen zu haben, macht jede Mahlzeit zu einem besonderen Erlebnis.

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Zutaten

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Utensilien

Zubereitung

1. Bärlauch vorbereiten

Wascht den frischen Bärlauch gründlich unter kaltem Wasser, um Sand, Erde und kleine Insekten zu entfernen. Dies ist besonders wichtig, da Bärlauch oft in Waldnähe wächst und Verunreinigungen aufweisen kann. Schüttelt die Blätter vorsichtig aus und tupft sie mit Küchenpapier trocken. Achtet darauf, dass keine Feuchtigkeit zurückbleibt, denn Wasser würde die Haltbarkeit des Pestos verkürzen. Entfernt die Stiele, falls sie zu hart oder holzig erscheinen, denn nur die zarten Blätter sorgen für die richtige Konsistenz. Schneidet die Blätter grob in Stücke, damit sie sich später leichter verarbeiten lassen.

2. Pinienkerne rösten

Gebt die Pinienkerne in eine trockene Pfanne ohne Fett und röstet sie bei mittlerer Hitze unter ständigem Rühren etwa drei bis vier Minuten. Das Rösten ist ein wichtiger Schritt, denn dadurch entwickeln die Kerne ihr volles, nussiges Aroma und werden knusprig. Passt gut auf, dass sie nicht verbrennen, denn sie können sehr schnell von goldbraun zu schwarz wechseln. Sobald sie leicht gebräunt sind und duften, nehmt ihr sie sofort aus der Pfanne und lasst sie auf einem Teller abkühlen. Dieser Vorgang intensiviert den Geschmack erheblich und hebt euer Pesto auf ein professionelles Niveau.

3. Zutaten mixen

Gebt den vorbereiteten Bärlauch, die gerösteten Pinienkerne und den geriebenen Parmesan in eine Küchenmaschine oder einen hohen Mixbecher für den Stabmixer. Fügt etwa die Hälfte des Olivenöls hinzu und beginnt zu mixen. Püriert die Masse zunächst kurz, damit sich die Zutaten vermischen. Dann gebt ihr nach und nach das restliche Olivenöl hinzu, während ihr weiter mixt. Die Konsistenz sollte cremig, aber nicht zu flüssig sein. Wenn das Pesto zu dick erscheint, fügt noch etwas mehr Öl hinzu. Wenn es zu dünn ist, gebt mehr Parmesan oder einige zusätzliche Pinienkerne dazu. Das Pesto sollte sich gut verstreichen lassen, aber nicht vom Löffel tropfen.

4. Würzen und abschmecken

Würzt das Pesto mit einer Prise Salz und frisch gemahlenem schwarzen Pfeffer. Fügt einen Esslöffel frischen Zitronensaft hinzu, denn die Säure hebt das Aroma des Bärlauchs hervor und sorgt für eine frische Note. Mixt noch einmal kurz durch, damit sich alle Gewürze gleichmäßig verteilen. Jetzt kommt der wichtigste Moment: das Abschmecken. Nehmt einen kleinen Löffel und probiert das Pesto. Fehlt Salz? Braucht es mehr Säure? Ist der Käsegeschmack ausreichend? Passt die Würzung nach eurem persönlichen Geschmack an. Jeder Bärlauch schmeckt etwas anders, je nach Standort und Erntezeitpunkt, deshalb ist das Abschmecken so entscheidend.

5. Pesto abfüllen und lagern

Füllt das fertige Pesto in saubere, am besten sterilisierte Gläser. Sterilisieren bedeutet, die Gläser mit kochendem Wasser auszuspülen oder sie für zehn Minuten im Backofen bei 120 Grad zu erhitzen. Dadurch werden Bakterien abgetötet und das Pesto hält länger. Drückt das Pesto fest in die Gläser, damit keine Luftblasen entstehen. Gießt zum Schluss eine dünne Schicht Olivenöl über das Pesto, sodass es vollständig bedeckt ist. Diese Ölschicht schützt vor Oxidation und Schimmelbildung. Verschließt die Gläser fest und bewahrt sie im Kühlschrank auf. So hält sich das Bärlauch-Pesto etwa drei bis vier Wochen. Ihr könnt es auch portionsweise einfrieren, dann bleibt es mehrere Monate haltbar.

Tipp vom Chefkoch

Verwendet nur junge Bärlauchblätter vor der Blüte, denn nach der Blüte verlieren die Blätter an Aroma und werden bitter. Achtet beim Sammeln darauf, Bärlauch nicht mit giftigen Maiglöckchen oder Herbstzeitlosen zu verwechseln. Bärlauch riecht intensiv nach Knoblauch, die giftigen Doppelgänger nicht. Wenn ihr Pinienkerne zu teuer findet, könnt ihr auch geröstete Sonnenblumenkerne oder Walnüsse verwenden. Das Pesto schmeckt dann etwas anders, aber genauso köstlich. Für eine vegane Variante ersetzt den Parmesan durch Hefeflocken oder einen veganen Hartkäse. Bewahrt immer einen sauberen Löffel zum Entnehmen bereit, damit keine Verunreinigungen ins Glas gelangen.

Passende Weinbegleitung zum Bärlauch-Pesto

Ein frischer, spritziger Weißwein harmoniert perfekt mit dem intensiven Aroma des Bärlauch-Pestos. Empfehlenswert ist ein trockener Sauvignon Blanc aus der Loire oder ein Grüner Veltliner aus Österreich. Diese Weine bringen genügend Säure mit, um dem würzigen Pesto standzuhalten, ohne es zu überdecken. Auch ein leichter Riesling mit mineralischen Noten passt hervorragend. Wer lieber Rotwein trinkt, sollte zu einem jungen, fruchtigen Pinot Noir greifen, der nicht zu schwer ist. Für ein alkoholfreies Getränk eignet sich ein gekühlter Kräutertee mit Zitrone oder ein spritziges Mineralwasser mit einem Schuss Limettensaft.

Zusätzliche Info

Bärlauch, auch wilder Knoblauch genannt, ist eine der ältesten Heilpflanzen Europas. Bereits die Germanen und Kelten schätzten die Pflanze wegen ihrer antibakteriellen und blutreinigenden Eigenschaften. Der botanische Name Allium ursinum verweist auf Bären, die nach dem Winterschlaf die Blätter fressen, um ihre Verdauung anzuregen. Bärlauch wächst bevorzugt in schattigen, feuchten Laubwäldern und ist in weiten Teilen Europas heimisch. Die Saison ist kurz und dauert nur etwa sechs bis acht Wochen im Frühjahr. Danach bildet die Pflanze weiße Blüten und die Blätter verlieren an Geschmack. Bärlauch enthält viel Vitamin C, Eisen und ätherische Öle, die verdauungsfördernd wirken. In der Naturheilkunde wird er zur Entgiftung und Stärkung des Immunsystems eingesetzt. Das Pesto ist eine moderne Art, die alte Tradition der Bärlauchverwendung fortzuführen und die wertvollen Inhaltsstoffe zu konservieren.

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