Cremiges Seeteufel-Fischragout mit Wintergemüse – mit frischer Zitronen-Gremolata

Geschrieben von Annika· 6 Min. Lesezeit

Aktualisiert am vor 4 Stunden

In den kalten Wintermonaten sehnt man sich nach wärmenden Gerichten, die Körper und Seele gleichermaßen verwöhnen. Dieses cremige Seeteufel-Fischragout mit Wintergemüse vereint die Delikatesse des Meeres mit der erdigen Robustheit saisonaler Gemüsesorten. Der Seeteufel, auch Lotte genannt, besticht durch sein festes, weißes Fleisch, das selbst bei längerer Garzeit seine Struktur behält. Die frische Zitronen-Gremolata eine italienische Kräutermischung aus Zitronenschale, Knoblauch und Petersilie verleiht dem Gericht eine überraschende Frische und hebt die cremige Sauce auf ein neues Geschmacksniveau. Diese Kombination aus maritimer Eleganz und rustikaler Gemütlichkeit macht das Ragout zu einem perfekten Hauptgericht für festliche Anlässe oder besondere Familienessen.

30

35

mittel

€€€

Zutaten

Personen+

Utensilien

Zubereitung

1. Vorbereitung des Seeteufelfilets

Spülen Sie das Seeteufelfilet unter kaltem Wasser ab und tupfen Sie es gründlich mit Küchenpapier trocken. Dies ist wichtig, damit der Fisch später schön anbraten kann. Schneiden Sie das Filet in mundgerechte Würfel von etwa 3 bis 4 Zentimetern Kantenlänge. Würzen Sie die Fischwürfel leicht mit Salz und Pfeffer und stellen Sie sie beiseite. Der Seeteufel ist ein robuster Fisch, der beim Garen nicht so schnell zerfällt wie andere Fischsorten.

2. Wintergemüse vorbereiten

Schälen Sie die Karotten und Pastinaken und schneiden Sie sie in gleichmäßige Scheiben von etwa einem halben Zentimeter Dicke. Gleichmäßige Stücke sorgen dafür, dass alles zur gleichen Zeit gar wird. Waschen Sie den Staudensellerie und schneiden Sie ihn in dünne Scheiben. Schälen Sie die Schalotten und schneiden Sie sie in feine Ringe. Schälen Sie drei Knoblauchzehen und hacken Sie sie fein. Die vierte Knoblauchzehe benötigen Sie später für die Gremolata.

3. Gemüse anschwitzen

Erhitzen Sie zwei Esslöffel Olivenöl zusammen mit 20 Gramm Butter in einem großen Bräter bei mittlerer Hitze. Geben Sie die Schalotten hinein und lassen Sie sie etwa drei Minuten glasig dünsten. Fügen Sie dann die Karotten, Pastinaken und den Sellerie hinzu. Schwenken Sie alles gut durch und lassen Sie das Gemüse etwa fünf Minuten anbraten, dabei gelegentlich umrühren. Das Gemüse soll Farbe annehmen, aber nicht zu dunkel werden. Geben Sie den gehackten Knoblauch, die Lorbeerblätter und den Thymian hinzu und braten Sie alles weitere zwei Minuten an. Der Duft wird herrlich aromatisch sein.

4. Ablöschen und Sauce ansetzen

Bestäuben Sie das Gemüse mit zwei Esslöffeln Mehl und rühren Sie gut um, sodass sich das Mehl gleichmäßig verteilt. Das Mehl dient später als Bindemittel für die Sauce. Lassen Sie das Mehl etwa eine Minute mitbraten, damit der mehlige Geschmack verschwindet. Gießen Sie dann den Weißwein an und lassen Sie ihn unter Rühren aufkochen. Der Alkohol verdampft dabei und hinterlässt nur den Geschmack. Geben Sie anschließend den Fischfond hinzu und bringen Sie alles zum Kochen. Reduzieren Sie die Hitze und lassen Sie das Ragout etwa 15 Minuten bei niedriger Temperatur köcheln, bis das Gemüse bissfest ist.

5. Fisch hinzufügen

Erhitzen Sie in einer separaten Pfanne einen Esslöffel Olivenöl bei mittlerer bis hoher Hitze. Braten Sie die Seeteufelwürfel portionsweise von allen Seiten jeweils etwa eine Minute an, bis sie eine leichte Bräunung aufweisen. Sie müssen noch nicht durchgegart sein, das geschieht später im Ragout. Geben Sie die angebratenen Fischwürfel vorsichtig zum Gemüse in den Bräter.

6. Sauce verfeinern

Gießen Sie die Sahne zum Ragout und rühren Sie alles sanft um. Würzen Sie mit Salz, Pfeffer und einer Prise frisch geriebener Muskatnuss. Die Muskatnuss verleiht der Sauce eine warme, leicht nussige Note. Lassen Sie das Ragout weitere fünf bis acht Minuten bei sehr niedriger Hitze ziehen, bis der Fisch vollständig durchgegart ist. Achten Sie darauf, dass die Sauce nicht mehr kocht, sondern nur noch leicht simmert knapp unter dem Siedepunkt köchelt, damit der Fisch zart bleibt. Nehmen Sie die Lorbeerblätter heraus. Geben Sie die restlichen 20 Gramm kalte Butter in kleinen Stücken hinzu und schwenken Sie den Bräter, bis die Butter geschmolzen ist. Dies verleiht der Sauce einen seidigen Glanz und eine samtige Konsistenz.

7. Gremolata zubereiten

Während das Ragout zieht, bereiten Sie die Gremolata vor. Waschen Sie die Zitrone mit heißem Wasser und reiben Sie die Schale mit einer feinen Reibe ab. Achten Sie darauf, nur die gelbe Schale zu verwenden, nicht das weiße Innere, da dieses bitter schmeckt. Schälen Sie die letzte Knoblauchzehe und hacken Sie sie sehr fein. Waschen Sie die Petersilie, schütteln Sie sie trocken und hacken Sie die Blätter fein. Vermischen Sie Zitronenschale, Knoblauch und Petersilie in einer kleinen Schüssel. Diese frische Mischung wird erst kurz vor dem Servieren über das Ragout gestreut, damit die Aromen erhalten bleiben.

8. Anrichten und servieren

Verteilen Sie das cremige Seeteufel-Ragout auf vorgewärmte tiefe Teller oder Schalen. Geben Sie großzügig von der frischen Gremolata über jede Portion. Die Zitronennote bringt eine wunderbare Frische in das reichhaltige Gericht. Servieren Sie das Ragout sofort, solange es noch dampfend heiß ist. Als Beilage eignen sich Baguette, Reis oder Salzkartoffeln hervorragend, um die köstliche Sauce aufzunehmen.

Tipp vom Chefkoch

Wenn Sie keinen Seeteufel bekommen, können Sie auch Kabeljau oder Heilbutt verwenden. Diese Fische haben ebenfalls ein festes Fleisch. Achten Sie jedoch darauf, dass Kabeljau etwas empfindlicher ist und schneller zerfällt. Bereiten Sie die Gremolata wirklich erst kurz vor dem Servieren zu, da die Petersilie sonst ihre leuchtend grüne Farbe verliert und der Knoblauch zu intensiv wird. Wenn Sie das Ragout etwas leichter gestalten möchten, können Sie die Sahne durch Crème fraîche ersetzen oder die Menge halbieren. Das Gemüse können Sie nach Saison und Vorliebe variieren: Fenchel, Lauch oder Schwarzwurzel passen ebenfalls hervorragend. Wichtig ist nur, dass die Gemüsestücke etwa gleich groß geschnitten werden, damit sie gleichmäßig garen.

Weinbegleitung für ein raffiniertes Fischgericht

Zu diesem cremigen Seeteufel-Ragout empfiehlt sich ein frischer, mineralischer Weißwein mit guter Säurestruktur. Ein Chablis aus dem Burgund mit seiner charakteristischen Mineralität und Frische harmoniert wunderbar mit der Cremigkeit der Sauce und hebt die Aromen des Seeteufelfilets hervor. Alternativ passt ein Grüner Veltliner aus Österreich ausgezeichnet, dessen pfeffrige Noten die Kräuter der Gremolata unterstreichen. Wer einen deutschen Wein bevorzugt, greift zu einem trockenen Riesling von der Mosel oder aus der Pfalz. Die lebendige Säure und die Zitrusnoten des Rieslings ergänzen die Zitronengremolata perfekt. Servieren Sie den Wein gut gekühlt bei etwa 8 bis 10 Grad Celsius. Für Nicht-Weintrinker eignet sich ein alkoholfreier Riesling oder ein spritziges Mineralwasser mit einem Spritzer Zitrone.

Zusätzliche Info

Der Seeteufel, in Frankreich als Lotte und in Italien als Rospo oder Coda di Rospo bekannt, zählt zu den edelsten Speisefischen der europäischen Küche. Sein Name leitet sich von seinem ungewöhnlichen Aussehen ab: Der große, abgeflachte Kopf mit dem riesigen Maul erinnert tatsächlich an ein Seeungeheuer. Doch hinter dieser wenig ansehnlichen Erscheinung verbirgt sich ein kulinarischer Schatz. Das Fleisch des Seeteufelfilets wird oft als Hummer des armen Mannes bezeichnet, da seine Konsistenz und sein Geschmack an Krustentiere erinnern. In der gehobenen französischen Küche ist der Seeteufel seit Jahrhunderten ein Klassiker. Besonders an der Atlantikküste und im Mittelmeerraum wird er traditionell zubereitet. Die Kombination mit Wintergemüse hat ihre Wurzeln in der bäuerlichen Küche, wo man saisonale Produkte clever miteinander verband. Die Gremolata stammt ursprünglich aus der lombardischen Küche Norditaliens und wurde traditionell zum Ossobuco, einem geschmorten Kalbshaxengericht, serviert. Heute findet diese aromatische Kräutermischung in vielen modernen Gerichten Verwendung und bringt immer eine erfrischende Note.

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