DDR-Eierschecke vom Blech: das Originalrezept, das in Sachsen seit 50 Jahren Kult ist

Geschrieben von Annika· 5 Min. Lesezeit

Die DDR-Eierschecke vom Blech gehört zu den kulinarischen Schätzen, die seit über fünf Jahrzehnten in sächsischen Küchen und Konditoreien zubereitet werden. Dieser traditionelle Kuchen vereint drei köstliche Schichten: einen knusprigen Hefeteig als Basis, eine cremige Quarkmasse in der Mitte und oben eine luftige Eierschaumhaube, die beim Backen goldgelb wird. Das Originalrezept aus der DDR-Zeit hat bis heute nichts von seiner Faszination verloren und wird von Generation zu Generation weitergegeben. In Sachsen gilt die Eierschecke als Kultgebäck – ein Gebäck mit besonderem Status und emotionalem Wert – und darf bei keinem Kaffeeklatsch fehlen. Die Zubereitung erfordert etwas Geduld, aber mit den richtigen Handgriffen gelingt auch Anfängern dieses Meisterwerk der ostdeutschen Backkunst.

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Zutaten

Personen+

Utensilien

Zubereitung

1. den hefeteig vorbereiten

Erwärmt die milch lauwarm – sie sollte etwa körperwarm sein, damit die hefe optimal arbeiten kann. Löst die trockenhefe zusammen mit einem teelöffel zucker in der warmen milch auf und lasst diese mischung etwa zehn minuten stehen, bis sie leicht schäumt. In einer großen schüssel gebt ihr das mehl, eine prise salz, 30 gramm zucker und die weiche butter hinzu. Fügt die hefemilch und ein ei dazu und verknetet alles zu einem glatten, geschmeidigen teig. Dieser vorgang dauert etwa fünf bis sieben minuten mit der küchenmaschine oder zehn minuten per hand. Deckt die schüssel mit einem sauberen küchentuch ab und lasst den teig an einem warmen ort etwa 45 minuten gehen, bis er sein volumen verdoppelt hat.

2. das backblech vorbereiten

Während der teig ruht, bereitet ihr das backblech vor. Fettet es großzügig mit butter ein oder legt es mit backpapier aus. Heizt den backofen auf 180 grad celsius ober- und unterhitze vor. Sobald der hefeteig aufgegangen ist, drückt ihr ihn leicht zusammen und rollt ihn auf einer bemehlten arbeitsfläche aus. Der teig sollte etwas größer als das backblech sein. Legt den teig auf das vorbereitete blech und drückt ihn gleichmäßig fest, dabei formt ihr einen etwa zwei zentimeter hohen rand rundherum. Stecht den boden mehrmals mit einer gabel ein, damit er beim backen nicht aufquillt.

3. die quarkmasse zubereiten

Für die mittlere schicht trennt ihr drei eier. Die eigelbe kommen in eine schüssel, die eiweiße hebt ihr für später auf. Verrührt die drei eigelbe mit 60 gramm zucker, dem quark, dem vanillepuddingpulver, einem päckchen vanillezucker und 30 gramm weicher butter zu einer glatten, cremigen masse. Achtet darauf, dass keine klümpchen entstehen. Diese quarkmasse verteilt ihr gleichmäßig auf dem hefeteigboden und streicht sie mit einem teigschaber glatt. Die masse sollte den gesamten teigboden bedecken, aber nicht über den rand hinausgehen.

4. den eierschaum herstellen

Nun kommt die charakteristische obere schicht. Schlagt die drei eiweisse mit dem handrührgerät steif – sie müssen so fest sein, dass sie beim umdrehen der schüssel nicht herausfallen. Das nennt man steifschlagen – das aufschlagen von eiweiss zu einer festen, luftigen masse. Gebt nach und nach 30 gramm zucker hinzu und schlagt weiter, bis der eischnee glänzt. Hebt vorsichtig die speisestärke, das backpulver und den restlichen vanillezucker unter den eischnee. Verwendet dafür einen schneebesen und macht langsame bewegungen von unten nach oben, damit die luftbläschen nicht zerstört werden.

5. die eierschecke zusammensetzen

Verteilt die eierschaummasse gleichmäßig über die quarkschicht. Streicht sie vorsichtig glatt, sodass die gesamte oberfläche bedeckt ist. Die schicht sollte etwa zwei zentimeter dick sein. Achtet darauf, dass ihr den eischaum nicht zu stark zusammendrückt, damit er seine luftige konsistenz behält. Schiebt das blech auf die mittlere schiene des vorgeheizten backofens.

6. backen und abkühlen lassen

Backt die eierschecke bei 180 grad celsius etwa 50 bis 55 minuten. Die oberfläche sollte goldgelb werden und beim leichten drücken noch etwas nachgeben. Öffnet während der ersten 40 minuten auf keinen fall die backofentür, da der eischaum sonst zusammenfallen könnte. Nach der backzeit lasst ihr die eierschecke im ausgeschalteten, leicht geöffneten ofen weitere zehn minuten ruhen. Nehmt das blech heraus und lasst den kuchen vollständig auf einem kuchengitter abkühlen. Erst wenn die eierschecke komplett ausgekühlt ist, schneidet ihr sie in rechteckige stücke.

Tipp vom Chefkoch

Damit der hefeteig optimal aufgeht, sollte die umgebungstemperatur zwischen 25 und 30 grad liegen. Stellt die schüssel im winter neben die heizung oder in den leicht erwärmten backofen. Für eine besonders saftige quarkmasse könnt ihr 50 gramm geschmolzene butter hinzufügen. Wenn ihr möchtet, dass die eierschecke noch traditioneller schmeckt, reibt etwas zitronenschale in die quarkmasse. Wichtig ist, dass alle zutaten zimmerwarm sind, bevor ihr mit der zubereitung beginnt. Die eierschecke schmeckt am besten am zweiten tag, wenn alle schichten gut durchgezogen sind. Bewahrt sie in einer kuchenbox oder unter einer haube auf, damit sie nicht austrocknet.

passende getränke zur eierschecke

Zur traditionellen sächsischen eierschecke passt am besten ein frisch gebrühter bohnenkaffee oder ein milder schwarztee. In der DDR wurde die eierschecke klassisch zum nachmittagskaffee serviert, oft begleitet von einem glas sprudel – kohlensäurehaltigem mineralwasser. Kinder freuen sich über einen kakao oder eine heiße schokolade zum süßen kuchen. Wer es erfrischend mag, kann auch einen pfefferminztee oder einen früchtetee reichen. Im sommer harmoniert ein kalter eiskaffee wunderbar mit der cremigen konsistenz der eierschecke.

Zusätzliche Info

Die eierschecke ist ein traditionelles gebäck aus sachsen, dessen ursprünge bis ins 19. jahrhundert zurückreichen. Der name leitet sich vom mittelhochdeutschen wort schecke ab, was soviel wie dreieckiges stück oder keil bedeutet. In der DDR-Zeit entwickelte sich die eierschecke vom blech zur volksnahen variante, da sie einfacher und kostengünstiger herzustellen war als die runde form aus der konditorei. Besonders in leipzig, dresden und chemnitz gehört die eierschecke seit generationen zur kaffeetafel.

Das besondere an diesem kuchen ist die kombination der drei verschiedenen texturen: der hefeteig bildet eine stabile basis, die quarkschicht sorgt für cremigkeit und frische, während der eierschaum eine luftige, leichte komponente beisteuert. In sachsen gibt es zahlreiche regionale varianten – manche bäcker fügen rosinen hinzu, andere verwenden schmand statt quark oder streuen mandelblättchen über die oberfläche. Die hier vorgestellte version entspricht dem klassischen DDR-Originalrezept, das in vielen sächsischen familien bis heute verwendet wird und als authentischste variante gilt.

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