Eine Köstlichkeit vom Tiroler Dreierlei: Spinatknödel sind schnell zubereitet und so gut

Geschrieben von Annika· 5 Min. Lesezeit

Aktualisiert am vor 5 Stunden

Die Spinatknödel gehören zu den beliebtesten Spezialitäten der Tiroler Küche und verkörpern die alpine Tradition auf dem Teller. Diese grünen Knödel, die ihre intensive Farbe dem frischen Spinat verdanken, sind ein echter Gaumenschmaus und gleichzeitig überraschend einfach in der Zubereitung. In vielen Tiroler Gasthöfen werden sie als Teil des Dreierlei – einer Kombination aus drei verschiedenen Knödelsorten – serviert, doch sie verdienen es, auch solo im Rampenlicht zu stehen. Die Kombination aus würzigem Spinat, luftigem Brotteig und aromatischem Bergkäse macht diese Knödel zu einem Gericht, das sowohl als Hauptspeise als auch als herzhafte Beilage überzeugt. Heute entdecken wir gemeinsam, wie diese traditionelle Köstlichkeit in eurer Küche gelingt und welche kleinen Tricks den Unterschied zwischen guten und hervorragenden Spinatknödeln ausmachen.

30

15

mittel

€€

Zutaten

Personen+

Utensilien

Zubereitung

1. Vorbereitung des Brotes

Schneidet die altbackenen Brötchen oder das Weißbrot in kleine Würfel von etwa einem Zentimeter Größe. Diese sollten wirklich trocken sein, denn frisches Brot nimmt die Flüssigkeit nicht gut auf. Gebt die Brotwürfel in eine große Schüssel und stellt sie beiseite.

2. Spinat auftauen und vorbereiten

Taut den tiefgekühlten Blattspinat auf, entweder in der Mikrowelle oder in einem Topf bei niedriger Hitze. Sobald der Spinat aufgetaut ist, drückt ihr ihn kräftig aus, um so viel Flüssigkeit wie möglich zu entfernen. Dies ist ein entscheidender Schritt, denn zu viel Wasser würde den Knödelteig zu weich machen. Hackt den ausgedrückten Spinat fein.

3. Zwiebel und Knoblauch anschwitzen

Schält die Zwiebel und die Knoblauchzehen und schneidet beides in sehr feine Würfel. Erhitzt die Butter in einer Pfanne und lasst die Zwiebel- und Knoblauchwürfel darin bei mittlerer Hitze glasig werden. Sie sollten nicht braun werden, sondern nur ihre Schärfe verlieren. Gebt nun den gehackten Spinat hinzu und bratet alles zusammen etwa drei Minuten an. Würzt mit Salz, Pfeffer und einer großzügigen Prise Muskatnuss.

4. Teig zusammenfügen

Erwärmt die Milch leicht und gießt sie über die Brotwürfel in der Schüssel. Lasst das Ganze etwa fünf Minuten ziehen, damit das Brot die Flüssigkeit aufnehmen kann. Gebt dann die Spinat-Zwiebel-Mischung, die Eier, den geriebenen Käse und das Mehl hinzu. Vermengt alles gründlich mit den Händen oder einem Kochlöffel. Der Teig sollte formbar sein, aber nicht zu fest. Falls er zu weich ist, gebt noch etwas Mehl hinzu, falls er zu trocken wirkt, fügt einen Schuss Milch hinzu.

5. Ruhezeit einhalten

Deckt die Schüssel mit einem sauberen Küchentuch ab und lasst den Teig mindestens 15 Minuten ruhen. Diese Ruhezeit ist wichtig, damit das Brot die Flüssigkeit vollständig aufnehmen kann und der Teig die richtige Konsistenz erhält. Während dieser Zeit könnt ihr bereits einen großen Topf mit Wasser zum Kochen bringen.

6. Knödel formen

Feuchtet eure Hände mit kaltem Wasser an. Nehmt etwa eine Handvoll Teig und formt daraus eine Kugel von der Größe einer Apfelsine. Die Oberfläche sollte möglichst glatt sein, damit die Knödel beim Kochen nicht auseinanderfallen. Formt so alle Knödel und legt sie auf ein bemehltes Brett.

7. Probierknödel testen

Bevor ihr alle Knödel kocht, solltet ihr einen Probierknödel machen. Gebt einen einzelnen Knödel in das leicht siedende, gesalzene Wasser. Das Wasser sollte nicht sprudelnd kochen, sondern nur ganz leicht wallen. Lasst den Knödel etwa 15 Minuten ziehen. Wenn er zerfällt, braucht der Teig noch etwas mehr Mehl oder Semmelbrösel. Wenn er zu fest ist, könnt ihr noch etwas Milch zum restlichen Teig geben.

8. Alle Knödel garen

Sobald der Probierknödel gelungen ist, gebt alle übrigen Knödel vorsichtig ins siedende Wasser. Achtet darauf, dass sie genug Platz haben und nicht aneinander kleben. Lasst sie bei niedriger Hitze etwa 15 Minuten ziehen. Die Knödel sind fertig, wenn sie an die Oberfläche steigen und eine feste Konsistenz haben.

9. Knödel servieren

Hebt die Knödel mit einem Schaumlöffel vorsichtig aus dem Wasser und lasst sie gut abtropfen. Serviert sie entweder in einer kräftigen Rinderbrühe oder mit zerlassener Butter und geriebenem Parmesan. Auch ein frischer Salat passt hervorragend dazu.

Tipp vom Chefkoch

Ein kleiner Trick für besonders fluffige Knödel: verwendet zur Hälfte altbackene Brötchen und zur Hälfte Toastbrot. Das Toastbrot macht den Teig luftiger. Außerdem könnt ihr einen Esslöffel Grießmehl zum Teig geben, das bindet zusätzlich und gibt den Knödeln mehr Struktur. Wenn ihr die Knödel nicht sofort servieren wollt, könnt ihr sie nach dem Garen kurz in kaltem Wasser abschrecken und später in Butter anbraten – so bekommen sie eine knusprige Kruste und schmecken nochmal ganz anders.

Passende Getränkebegleitung

Zu den herzhaften Spinatknödeln empfiehlt sich ein trockener Weißwein aus Südtirol, etwa ein Silvaner oder ein Grüner Veltliner. Diese Weine haben genug Frische und Säure, um die Cremigkeit des Käses und die Würze des Spinats auszubalancieren. Wer lieber Bier trinkt, greift zu einem hellen Märzen oder einem Kellerbier aus Bayern oder Tirol. Die leichte Malznote harmoniert wunderbar mit den erdigen Aromen des Spinats. Für die alkoholfreie Variante passt ein Apfelsaft gespritzt mit Mineralwasser perfekt – erfrischend und typisch alpenländisch.

Zusätzliche Info

Die Spinatknödel haben ihre Wurzeln in der Tiroler Bergbauernküche, wo man traditionell mit einfachen, aber nahrhaften Zutaten kochte. Ursprünglich wurden sie aus Resten hergestellt: altbackenes Brot, das sonst weggeworfen worden wäre, und Spinat aus dem eigenen Garten. In Tirol und Südtirol gehören sie zum festen Bestandteil der regionalen Identität und werden in nahezu jedem Gasthaus serviert. Das Dreierlei, also die Kombination aus drei verschiedenen Knödelsorten auf einem Teller, ist eine beliebte Art, die Vielfalt der Tiroler Knödelkunst zu präsentieren. Neben Spinatknödeln gibt es klassische Speckknödel und Käseknödel. Jede Familie hat ihr eigenes Rezept, das oft über Generationen weitergegeben wird. Die grüne Farbe der Spinatknödel macht sie nicht nur optisch ansprechend, sondern signalisiert auch ihre Frische und ihren Nährstoffgehalt. In den letzten Jahren haben Spinatknödel auch außerhalb der Alpenregion an Popularität gewonnen und werden mittlerweile in vielen deutschen Restaurants als vegetarische Alternative angeboten.

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