Extrem günstig: KGV 4 und über 6 Prozent Dividendenrendite bei diesen Momentum-Aktien

Geschrieben von Barbara· 5 Min. Lesezeit
Extrem günstig: KGV 4 und über 6 Prozent Dividendenrendite bei diesen Momentum-Aktien
Extrem günstig: KGV 4 und über 6 Prozent Dividendenrendite bei diesen Momentum-Aktien

Günstig bewertete Aktien mit starkem Kursmomentum und gleichzeitig hoher Dividendenrendite — diese Kombination klingt nach einem Widerspruch, ist es aber nicht. Wer gezielt nach Titeln sucht, die ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von rund 4 aufweisen und dabei eine Dividendenrendite von über 6 Prozent bieten, stößt auf eine Nische des Aktienmarkts, die von vielen Anlegern unterschätzt wird. Solche Aktien vereinen das Beste aus zwei Welten: die Dynamik wachsender Kurse und die Stabilität regelmäßiger Ausschüttungen.

Einführung in Momentum-Aktien

Was versteht man unter Momentum ?

Der Begriff momentum bezeichnet im Börsenkontext die Tendenz einer Aktie, einen bestehenden Kurstrend fortzusetzen. Aktien mit positivem Momentum haben in der jüngsten Vergangenheit stärker zugelegt als der Gesamtmarkt und neigen dazu, diesen Trend kurzfristig beizubehalten. Dieses Phänomen ist empirisch gut belegt und bildet die Grundlage zahlreicher quantitativer Anlagestrategien.

Momentum und fundamentale Bewertung

Die Besonderheit liegt darin, wenn ein Titel sowohl technisch als auch fundamental attraktiv erscheint. Ein niedriges KGV signalisiert, dass der Markt die Ertragskraft eines Unternehmens möglicherweise noch nicht vollständig eingepreist hat. Kombiniert mit einem aufwärts gerichteten Kursmomentum entsteht daraus ein potenziell explosiver Mix für Anleger, die auf mittelfristige Kursgewinne setzen.

  • Momentum-Aktien performen historisch gesehen über 3 bis 12 Monate überdurchschnittlich
  • Niedrige Bewertung reduziert das Verlustrisiko bei einer Trendumkehr
  • Hohe Dividenden bieten einen Puffer bei seitwärts laufenden Märkten

Das Verständnis dieser Grundlagen ist entscheidend, bevor man sich dem konkreten Bewertungsinstrument widmet, das Investoren am häufigsten heranziehen: dem Kurs-Gewinn-Verhältnis.

Analyse des KGV und seine Relevanz für Investoren

Das KGV als Bewertungsmaßstab

Das Kurs-Gewinn-Verhältnis, kurz KGV, setzt den aktuellen Aktienkurs ins Verhältnis zum Gewinn je Aktie. Ein KGV von 4 bedeutet, dass ein Anleger das Vierfache des Jahresgewinns für eine Aktie zahlt. Im historischen Durchschnitt liegt das KGV großer Indizes wie dem S&P 500 bei etwa 15 bis 20. Ein KGV von 4 ist daher außergewöhnlich niedrig und kann auf eine deutliche Unterbewertung hinweisen.

Risiken bei sehr niedrigem KGV

Ein niedriges KGV ist nicht automatisch ein Kaufsignal. Es kann auch auf strukturelle Probleme im Unternehmen hinweisen, auf sinkende Gewinne oder auf eine Branche im strukturellen Niedergang. Anleger müssen daher prüfen, ob das niedrige KGV durch vorübergehende Faktoren bedingt ist oder ob es fundamentale Schwächen widerspiegelt.

  • Gewinne könnten in den Folgejahren einbrechen
  • Zyklische Unternehmen weisen in Hochphasen oft niedrige KGVs auf
  • Bilanzrisiken können trotz niedrigem KGV erheblich sein

Wer das KGV richtig einordnet, braucht als nächsten Schritt ein solides Verständnis dafür, wie eine hohe Dividendenrendite bewertet werden sollte.

Wie man eine Aktie mit hoher Dividendenrendite bewertet

Dividendenrendite richtig einordnen

Eine Dividendenrendite von über 6 Prozent wirkt auf den ersten Blick verlockend. Sie errechnet sich aus der Dividende je Aktie geteilt durch den aktuellen Kurs. Steigt die Rendite, weil der Kurs gefallen ist, kann das ein Warnsignal sein. Steigt sie, weil das Unternehmen die Ausschüttung erhöht hat, ist das ein positives Zeichen für die finanzielle Gesundheit des Unternehmens.

Ausschüttungsquote und Nachhaltigkeit

Entscheidend ist die Ausschüttungsquote, also der Anteil des Gewinns, der als Dividende ausgezahlt wird. Eine Quote von unter 60 Prozent gilt als nachhaltig. Liegt sie darüber, riskiert das Unternehmen, die Dividende bei einem Gewinnrückgang kürzen zu müssen. Anleger sollten daher immer die Entwicklung des freien Cashflows im Blick behalten.

Mit diesen Bewertungskriterien im Gepäck lässt sich nun besser verstehen, warum ein niedriges KGV für Anleger strategisch so wertvoll sein kann.

Die Vorteile von Aktien mit niedrigem Kurs-Gewinn-Verhältnis

Sicherheitsmarge und Aufwärtspotenzial

Günstig bewertete Aktien bieten eine sogenannte margin of safety. Je weiter der Kurs unter dem fairen Wert liegt, desto geringer ist das Verlustrisiko. Bei einem KGV von 4 kann selbst eine moderate Neubewertung durch den Markt zu erheblichen Kursgewinnen führen. Steigt das KGV beispielsweise auf 8, hat sich der Kurs bei gleichbleibendem Gewinn verdoppelt.

Attraktivität in volatilen Marktphasen

In Phasen erhöhter Marktunsicherheit tendieren Anleger dazu, in günstig bewertete Titel zu rotieren. Aktien mit niedrigem KGV und hoher Dividende wirken als defensive Anker im Portfolio. Sie verlieren in Abschwungphasen oft weniger als hochbewertete Wachstumsaktien und bieten durch die Dividende einen laufenden Ertrag.

  • Niedrige Bewertung schützt vor extremen Kursrückgängen
  • Dividendenzahlungen stabilisieren die Gesamtrendite
  • Höheres Potenzial für eine Bewertungsexpansion

Theorie ist das eine — konkrete Beispiele aus der Praxis zeigen, wie diese Kriterien in realen Investmentsituationen zusammenspielen.

Fallstudie: Beispiele für Aktien mit hohem Potenzial

Energiesektor als Fundgrube für Value-Investoren

Unternehmen aus dem Öl- und Gassektor weisen häufig sehr niedrige KGVs auf, kombiniert mit hohen Dividendenrenditen. In Phasen hoher Rohstoffpreise generieren diese Unternehmen enorme Gewinne, die der Markt oft als nicht nachhaltig einstuft. Genau hier entsteht die Unterbewertung. Integrierte Ölkonzerne mit stabiler Produktion und solider Bilanz sind klassische Kandidaten für diese Strategie.

Finanzwerte und Versicherungen

Banken und Versicherungsgesellschaften werden traditionell mit niedrigen KGVs gehandelt. Einige regionale Banken oder spezialisierte Finanzdienstleister kombinieren ein KGV unter 5 mit Dividendenrenditen von 6 bis 8 Prozent. Voraussetzung ist eine solide Kapitalausstattung und ein stabiles Kreditbuch, das keine versteckten Risiken birgt.

Das Identifizieren solcher Titel ist nur der erste Schritt — die eigentliche Kunst liegt in der richtigen Investitionsstrategie.

Strategien für Investitionen in Aktien mit starkem Momentum

Systematisches Screening als Ausgangspunkt

Professionelle Anleger nutzen Aktien-Screener, um gezielt nach Titeln mit einem KGV unter 5, einer Dividendenrendite über 6 Prozent und positivem Kursmomentum zu filtern. Wichtige Zusatzkriterien sind ein positiver freier Cashflow, eine Eigenkapitalquote von mindestens 30 Prozent und ein stabiles oder wachsendes Gewinnprofil über die letzten drei Jahre.

Positionsaufbau und Risikomanagement

Selbst bei überzeugenden Fundamentaldaten empfiehlt sich ein schrittweiser Positionsaufbau. Das reduziert das Timing-Risiko und erlaubt es, bei Kursrückgängen nachzukaufen. Eine Einzelposition sollte im Depot nicht mehr als 5 bis 7 Prozent ausmachen, um das Klumpenrisiko zu begrenzen.

  • Diversifikation über mehrere Sektoren hinweg
  • Regelmäßige Überprüfung der Fundamentaldaten
  • Stop-Loss-Marken als Absicherung gegen unerwartete Gewinneinbrüche

Aktien mit einem KGV von 4 und einer Dividendenrendite von über 6 Prozent sind keine Seltenheit, wenn man systematisch vorgeht. Sie vereinen fundamentale Unterbewertung, laufende Ertragskomponente und technisches Momentum. Entscheidend bleibt die sorgfältige Analyse der Nachhaltigkeit der Gewinne und Dividenden, denn ein niedriger Preis allein macht noch keine gute Investition. Wer diese Kriterien konsequent anwendet und das Risikomanagement nicht vernachlässigt, kann mit dieser Strategie eine attraktive risikoadjustierte Rendite erzielen.

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