Frikadellen knusprig braten: Eine Zutat ist entscheidend – fast jeder hat sie zuhause

Geschrieben von Annika· 5 Min. Lesezeit

Aktualisiert am vor 4 Stunden

Knusprige Frikadellen gehören zu den beliebtesten Gerichten der deutschen Hausmannskost. Doch oft bleiben sie in der Pfanne kleben oder werden außen zu dunkel, während sie innen noch roh sind. Das Geheimnis perfekt gebratener Frikadellen liegt in einer Zutat, die fast jeder zu Hause hat: Paniermehl. Diese einfache Komponente sorgt nicht nur für die richtige Konsistenz, sondern auch für eine gleichmäßig goldbraune, knusprige Kruste. In diesem Artikel erfahren Sie, wie Sie mit wenigen Handgriffen saftige Frikadellen mit perfekter Textur zubereiten.

Die richtige Menge Paniermehl bindet die Fleischmasse, verhindert das Auseinanderfallen und nimmt überschüssige Flüssigkeit auf. Paniermehl sind fein gemahlene, getrocknete Brotkrumen, die in der deutschen Küche vielseitig eingesetzt werden. Ohne diese Zutat würden Frikadellen ihre Form verlieren und in der Pfanne zerfallen.

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Zutaten

Personen+

Utensilien

Zubereitung

1.

Beginnen Sie mit der Vorbereitung der Zwiebel. Schälen Sie die Zwiebel und reiben Sie sie fein mit einer Küchenreibe. Reiben bedeutet, die Zwiebel an einer Reibe zu zerkleinern, sodass sehr kleine Stücke entstehen. Dadurch verteilt sich der Zwiebelgeschmack gleichmäßig in der Fleischmasse und die Frikadellen werden saftiger. Drücken Sie die geriebene Zwiebel leicht aus, um überschüssige Flüssigkeit zu entfernen, aber nicht zu stark, da etwas Feuchtigkeit die Masse geschmeidig hält.

2.

Geben Sie das Hackfleisch in eine große Schüssel. Fügen Sie die geriebene Zwiebel, das Ei, den Senf und alle Gewürze hinzu. Der Senf sorgt für eine pikante Note und hilft, die Zutaten zu verbinden. Mischen Sie alles mit den Händen gründlich durch, aber nicht zu lange, damit das Fleisch nicht zu warm wird. Warmes Fleisch verliert seine Bindungsfähigkeit.

3.

Jetzt kommt die entscheidende Zutat: das Paniermehl. Geben Sie 60 Gramm Paniermehl zur Fleischmasse und kneten Sie es vorsichtig unter. Lassen Sie die Masse 5 Minuten ruhen. Das Paniermehl saugt in dieser Zeit Flüssigkeit auf und quillt auf. Quellen bedeutet, dass das Paniermehl Feuchtigkeit aufnimmt und größer wird. Nach der Ruhezeit prüfen Sie die Konsistenz: Die Masse sollte formbar sein, aber nicht zu nass. Falls sie noch zu weich ist, fügen Sie die restlichen 20 Gramm Paniermehl hinzu.

4.

Formen Sie aus der Masse 8 gleichmäßige Frikadellen. Befeuchten Sie Ihre Hände leicht mit kaltem Wasser, damit die Masse nicht klebt. Nehmen Sie etwa 60 bis 70 Gramm Fleischmasse pro Frikadelle und formen Sie zunächst eine Kugel. Drücken Sie diese dann flach zu einer runden Scheibe von etwa 1,5 Zentimeter Dicke. Achten Sie darauf, dass alle Frikadellen die gleiche Dicke haben, damit sie gleichmäßig durchgaren.

5.

Erhitzen Sie das Pflanzenöl in einer großen Pfanne bei mittlerer Hitze. Die richtige Temperatur ist entscheidend: Das Öl sollte heiß sein, aber nicht rauchen. Testen Sie die Temperatur, indem Sie einen kleinen Teig-Rest ins Öl geben. Wenn er sofort brutzelt, ist die Temperatur richtig. Legen Sie die Frikadellen vorsichtig in die Pfanne und achten Sie darauf, dass sie sich nicht berühren.

6.

Braten Sie die Frikadellen 6 bis 7 Minuten auf der ersten Seite, ohne sie zu bewegen. Dies ist wichtig, damit sich eine knusprige Kruste bildet. Kruste ist die feste, goldbraune Außenschicht, die beim Braten entsteht. Wenn Sie die Frikadellen zu früh wenden, reißt die Kruste auf und sie werden nicht knusprig. Sie erkennen den richtigen Zeitpunkt zum Wenden daran, dass sich die Frikadellen leicht vom Pfannenboden lösen lassen.

7.

Wenden Sie die Frikadellen vorsichtig mit einem Pfannenwender. Braten Sie sie weitere 6 bis 7 Minuten auf der anderen Seite. Reduzieren Sie die Hitze leicht, falls die Frikadellen zu dunkel werden. Die Kerntemperatur sollte mindestens 70 Grad Celsius erreichen, damit das Fleisch durchgegart ist. Kerntemperatur ist die Temperatur im Inneren des Fleisches. Sie können diese mit einem Fleischthermometer überprüfen, aber bei der angegebenen Bratzeit sind die Frikadellen sicher durchgegart.

8.

Nehmen Sie die fertigen Frikadellen aus der Pfanne und legen Sie sie kurz auf Küchenpapier, um überschüssiges Fett aufzusaugen. Servieren Sie sie sofort, solange sie noch heiß und knusprig sind. Die perfekte Frikadelle hat eine goldbraune, knusprige Außenseite und bleibt innen saftig und aromatisch.

Tipp vom Chefkoch

Für extra knusprige Frikadellen können Sie sie vor dem Braten leicht in Paniermehl wälzen. Dies gibt eine zusätzliche Schicht, die besonders kross wird. Wenn Sie die Frikadellen im Voraus zubereiten möchten, formen Sie sie und legen Sie sie auf einen Teller. Decken Sie sie mit Frischhaltefolie ab und bewahren Sie sie bis zu 4 Stunden im Kühlschrank auf. Kalte Frikadellen behalten ihre Form beim Braten besser. Falls Ihre Frikadellen beim Braten auseinanderfallen, war die Masse zu feucht. Fügen Sie beim nächsten Mal mehr Paniermehl hinzu oder drücken Sie die Zwiebel stärker aus.

Passende Getränke zu Frikadellen

Zu knusprigen Frikadellen passt hervorragend ein kühles Pils oder Helles. Die leichte Bitterkeit des Bieres harmoniert perfekt mit dem würzigen Fleischgeschmack. Wer lieber Wein trinkt, sollte einen fruchtigen Spätburgunder oder einen trockenen Riesling wählen. Der Riesling schneidet durch die Fettigkeit der Frikadellen und erfrischt den Gaumen.

Für Kinder oder Nicht-Alkohol-Trinker eignet sich Apfelschorle oder ein klassisches Mineralwasser mit Zitrone. Diese Getränke sind leicht und übertönen nicht den Geschmack der Frikadellen.

Zusätzliche Info

Frikadellen, auch Buletten in Berlin oder Fleischpflanzerl in Bayern genannt, gehören seit Jahrhunderten zur deutschen Küche. Der Name stammt vermutlich vom französischen fricandeau, einem geschmorten Fleischgericht. Im 18. Jahrhundert brachten französische Köche das Rezept nach Deutschland, wo es sich schnell verbreitete und regionalisiert wurde.

Jede Region hat ihre eigene Variante: In Norddeutschland werden Frikadellen oft mit Brötchen statt Paniermehl zubereitet, während in Süddeutschland Majoran eine beliebte Gewürzzutat ist. Die Verwendung von Paniermehl setzte sich erst im 20. Jahrhundert durch, als industriell hergestelltes Paniermehl verfügbar wurde.

Heute sind Frikadellen ein Symbol für bodenständige, ehrliche Küche. Sie werden warm mit Kartoffelsalat serviert oder kalt als Brotbelag gegessen. In der Nachkriegszeit waren sie besonders beliebt, weil sie preiswert und sättigend waren.

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