Johann Lafers Geheimrezept: Sein Kartoffelgratin gelingt mit nur einer Zutat besonders cremig

Geschrieben von Annika· 5 Min. Lesezeit

Johann Lafer, der renommierte deutsche Fernsehkoch und Sternekoch, hat ein Geheimrezept für Kartoffelgratin entwickelt, das mit nur einer besonderen Zutat außergewöhnlich cremig gelingt. Während klassische Gratins oft mit Sahne, Milch und verschiedenen Käsesorten zubereitet werden, setzt Lafer auf eine überraschend einfache Methode. Das Geheimnis liegt in der Verwendung von Crème fraîche, die dem Gratin seine unvergleichliche Cremigkeit verleiht. Diese französische Spezialität mit ihrem hohen Fettgehalt von etwa 30 bis 40 Prozent sorgt dafür, dass die Kartoffelscheiben perfekt umhüllt werden und nicht austrocknen. Die Säure der Crème fraîche verleiht dem Gratin zudem eine angenehme Frische, die schwere Sahne nicht bieten kann. Lafers Rezept beweist eindrucksvoll, dass großartige Küche nicht kompliziert sein muss. Mit wenigen, aber qualitativ hochwertigen Zutaten entsteht ein Gericht, das sowohl als Beilage zu Fleisch und Fisch als auch als vegetarisches Hauptgericht überzeugt.

20

60

facile

Zutaten

Personen+

Utensilien

Zubereitung

1. Vorbereitung der Kartoffeln

Schält zunächst die Kartoffeln gründlich mit einem Sparschäler. Achtet darauf, alle Augen und grünen Stellen zu entfernen, da diese Solanin enthalten, einen natürlichen Giftstoff der Kartoffelpflanze. Wascht die geschälten Kartoffeln unter kaltem Wasser ab und trocknet sie mit einem sauberen Küchentuch. Schneidet die Kartoffeln nun in gleichmäßig dünne Scheiben von etwa 2 bis 3 Millimetern Dicke. Eine Mandoline, das ist ein spezielles Schneidegerät mit verstellbarer Klinge, hilft euch dabei, perfekt gleichmäßige Scheiben zu erhalten. Gleichmäßige Scheiben sind wichtig, damit alle Kartoffeln zur gleichen Zeit gar werden. Legt die geschnittenen Kartoffelscheiben in eine Schüssel mit kaltem Wasser, damit sie nicht braun werden und überschüssige Stärke abgeben können.

2. Zubereitung der Crème-fraîche-Mischung

Schält die Knoblauchzehen und presst sie durch eine Knoblauchpresse oder hackt sie sehr fein. Gebt die Crème fraîche in eine große Schüssel und fügt den gepressten Knoblauch hinzu. Reibt mit einer feinen Reibe etwas Muskatnuss direkt in die Crème fraîche. Muskatnuss verliert schnell ihr Aroma, deshalb ist frisch geriebene Muskatnuss viel intensiver als bereits gemahlene. Würzt die Mischung großzügig mit Salz und frisch gemahlenem schwarzem Pfeffer. Verrührt alles gut miteinander, bis eine homogene, homogen bedeutet gleichmäßig vermischt, cremige Masse entsteht. Die Crème fraîche sollte Zimmertemperatur haben, damit sie sich besser verarbeiten lässt.

3. Schichten des Gratins

Heizt den Backofen auf 180 Grad Celsius Ober- und Unterhitze vor. Fettet eine Auflaufform großzügig mit Butter ein. Nehmt die Kartoffelscheiben aus dem Wasser und trocknet sie gründlich mit einem Küchentuch ab. Dieser Schritt ist sehr wichtig, denn zu viel Feuchtigkeit würde das Gratin wässrig machen. Gebt nun die trockenen Kartoffelscheiben in die Schüssel mit der Crème-fraîche-Mischung und vermengt alles vorsichtig mit den Händen oder einem Löffel. Achtet darauf, dass jede Kartoffelscheibe mit der cremigen Mischung überzogen ist. Schichtet die Kartoffelscheiben nun in die vorbereitete Auflaufform. Drückt die Scheiben leicht an, damit keine großen Luftlöcher entstehen. Streicht die restliche Crème fraîche gleichmäßig über die oberste Schicht.

4. Backen des Gratins

Stellt die Auflaufform in den vorgeheizten Backofen auf die mittlere Schiene. Backt das Gratin für etwa 60 Minuten. Nach 45 Minuten könnt ihr mit einem spitzen Messer oder einer Gabel testen, ob die Kartoffeln weich sind. Stecht einfach in die Mitte des Gratins. Wenn das Messer ohne Widerstand durch die Kartoffeln gleitet, sind sie gar. Die Oberfläche sollte goldbraun und leicht knusprig sein. Falls die Oberfläche zu dunkel wird, bevor die Kartoffeln gar sind, deckt das Gratin mit Alufolie ab. Sollte die Oberfläche nach 60 Minuten noch zu hell sein, könnt ihr den Backofen für die letzten 5 bis 10 Minuten auf die Grillfunktion umstellen, um eine schöne Bräunung zu erzielen. Lasst das fertige Gratin etwa 10 Minuten ruhen, bevor ihr es serviert. In dieser Zeit setzt sich die Flüssigkeit und das Gratin lässt sich besser portionieren.

Tipp vom Chefkoch

Johann Lafers wichtigster Tipp: verwendet unbedingt festkochende Kartoffeln wie Nicola, Charlotte oder Linda. Mehligkochende Kartoffeln würden beim Backen zerfallen und die schöne Struktur des Gratins zerstören. Ein weiterer Profi-Trick ist es, die Auflaufform vor dem Schichten mit einer halbierten Knoblauchzehe auszureiben. Dies gibt dem Gratin ein zusätzliches Knoblaucharoma, ohne zu dominant zu werden. Wenn ihr möchtet, könnt ihr zwischen die Kartoffelschichten auch etwas geriebenen Parmesan oder Gruyère streuen, aber das Originalrezept von Johann Lafer kommt bewusst ohne Käse aus, um die Cremigkeit der Crème fraîche in den Vordergrund zu stellen. Für eine noch intensivere Geschmacksnote könnt ihr frische Kräuter wie Thymian oder Rosmarin zwischen die Kartoffelschichten legen. Reste des Gratins lassen sich hervorragend am nächsten Tag aufwärmen und schmecken oft sogar noch besser, da die Aromen Zeit hatten, sich zu verbinden.

Weinbegleitung zum Kartoffelgratin

Zu diesem cremigen Kartoffelgratin empfiehlt sich ein trockener Weißwein mit guter Säurestruktur, der die Cremigkeit der Crème fraîche ausbalanciert. Ein Riesling aus der Pfalz oder vom Rhein passt hervorragend, da seine fruchtige Säure einen schönen Kontrast zur reichhaltigen Textur des Gratins bildet. Alternativ harmoniert auch ein Grauburgunder oder Pinot Gris aus Baden wunderbar mit diesem Gericht. Für Rotweinliebhaber eignet sich ein leichter Spätburgunder, der nicht zu tanninreich ist. Wenn ihr das Gratin als Beilage zu Fleisch serviert, richtet sich die Weinwahl natürlich nach dem Hauptgericht. Die Temperatur des Weißweins sollte bei 8 bis 10 Grad Celsius liegen, damit die Aromen optimal zur Geltung kommen.

Zusätzliche Info

Das Kartoffelgratin, auf Französisch gratin dauphinois, stammt ursprünglich aus der Region Dauphiné in den französischen Alpen. Die erste schriftliche Erwähnung dieses Gerichts datiert auf das Jahr 1788. Traditionell wird es dort mit Milch, Sahne und manchmal Käse zubereitet. Johann Lafer hat diese klassische Zubereitungsart vereinfacht und perfektioniert, indem er ausschließlich auf Crème fraîche setzt. Diese enthält natürliche Milchsäurebakterien, die während der Fermentation entstehen und ihr den charakteristischen, leicht säuerlichen Geschmack verleihen. Der hohe Fettgehalt der Crème fraîche verhindert, dass sie beim Erhitzen gerinnt, was bei normaler Sahne oder Milch passieren kann. In Deutschland wurde das Kartoffelgratin besonders durch Fernsehköche wie Johann Lafer populär, der es regelmäßig in seinen Sendungen präsentiert. Das Gericht eignet sich hervorragend für Festtage wie Weihnachten oder Ostern, aber auch als Sonntagsessen für die Familie. Die Kartoffel selbst kam erst im 16. Jahrhundert nach Europa und wurde zunächst nur als Zierpflanze angebaut, bevor man ihren kulinarischen Wert erkannte.

Drucken

Teilen

Auch interessant