Kartoffelpuffer: Das einfache Grundrezept wie aus Kindertagen

Geschrieben von Annika· 5 Min. Lesezeit

Die Kartoffelpuffer, auch Reibekuchen oder Reiberdatschi genannt, gehören zu den beliebtesten Gerichten der deutschen Küche. Diese knusprigen Kartoffelfladen erinnern an unbeschwerte Kindertage, als der Duft von frisch gebackenen Puffern durch die Küche zog. Das Grundrezept – die einfachste Form der Zubereitung – besteht aus wenigen Zutaten und lässt sich mit etwas Übung problemlos nachkochen. Kartoffelpuffer sind vielseitig einsetzbar: als Hauptgericht mit Apfelmus, als Beilage zu Fleischgerichten oder einfach pur genossen. Die Zubereitung erfordert keine komplizierten Techniken, sondern vor allem Geduld beim Braten und die richtige Balance zwischen knuspriger Außenseite und weichem Inneren. In diesem Artikel erfahren Sie Schritt für Schritt, wie Sie das traditionelle Rezept aus Kindertagen nachkochen können.

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Zutaten

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Utensilien

Zubereitung

1. Kartoffeln vorbereiten

Schälen Sie zunächst alle Kartoffeln gründlich unter fließendem Wasser. Mehligkochende Kartoffeln eignen sich am besten, da sie mehr Stärke enthalten und die Puffer besser zusammenhalten. Reiben Sie die geschälten Kartoffeln mit einer groben Küchenreibe in eine große Schüssel. Arbeiten Sie zügig, damit die Kartoffeln nicht braun werden. Das Oxidieren – die Braunfärbung durch Luftkontakt – beeinträchtigt zwar nicht den Geschmack, sieht aber weniger appetitlich aus.

2. Kartoffelmasse ausdrücken

Geben Sie die geriebenen Kartoffeln portionsweise in ein sauberes Küchentuch. Drehen Sie das Tuch fest zusammen und drücken Sie so viel Flüssigkeit wie möglich heraus. Dieser Schritt ist entscheidend für knusprige Puffer. Sammeln Sie die ausgepresste Flüssigkeit in einer separaten Schüssel und lassen Sie sie etwa fünf Minuten stehen. Am Boden setzt sich die wertvolle Kartoffelstärke ab, die Sie später wieder zur Masse geben werden.

3. Zwiebeln reiben

Schälen Sie die Zwiebeln und reiben Sie diese ebenfalls fein. Die Zwiebeln geben den Kartoffelpuffern ihr charakteristisches Aroma und helfen zusätzlich beim Binden der Masse. Mischen Sie die geriebenen Zwiebeln sofort unter die ausgepressten Kartoffeln.

4. Teig zusammenstellen

Gießen Sie vorsichtig die überschüssige Flüssigkeit von der abgesetzten Kartoffelstärke ab, sodass nur die weiße Stärke am Boden übrig bleibt. Geben Sie diese Stärke zurück zu den Kartoffeln. Fügen Sie nun die Eier, das Mehl, Salz, Pfeffer und eine Prise geriebene Muskatnuss hinzu. Vermengen Sie alles gründlich mit den Händen oder einem Löffel, bis eine gleichmäßige Masse entsteht. Der Teig sollte zusammenhalten, aber nicht zu flüssig sein.

5. Öl erhitzen

Geben Sie reichlich Pflanzenöl in eine große Pfanne, etwa einen halben Zentimeter hoch. Erhitzen Sie das Öl bei mittlerer bis hoher Hitze. Um zu testen, ob das Öl heiß genug ist, halten Sie einen Holzlöffel hinein: Steigen kleine Bläschen auf, hat das Öl die richtige Temperatur erreicht. Zu heißes Öl verbrennt die Puffer außen, während sie innen roh bleiben. Zu kühles Öl lässt sie Fett aufsaugen.

6. Puffer formen und braten

Nehmen Sie mit einem Esslöffel etwas Kartoffelmasse auf und geben Sie diese vorsichtig ins heiße Öl. Drücken Sie die Masse mit dem Löffelrücken flach, sodass runde Fladen von etwa einem halben Zentimeter Dicke entstehen. Braten Sie nicht zu viele Puffer gleichzeitig, damit die Temperatur konstant bleibt und Sie genug Platz zum Wenden haben. Lassen Sie die Puffer etwa drei bis vier Minuten pro Seite braten, bis sie goldbraun und knusprig sind.

7. Abtropfen lassen

Heben Sie die fertigen Kartoffelpuffer mit einem Schaumlöffel aus dem Öl und legen Sie sie auf einen mit Küchenpapier ausgelegten Teller. Das Papier saugt überschüssiges Fett auf. Halten Sie die fertigen Puffer im Backofen bei etwa 80 Grad warm, während Sie die restliche Masse verarbeiten. So bleiben alle Puffer schön knusprig und können gemeinsam serviert werden.

8. Nachbraten und servieren

Wiederholen Sie den Bratvorgang mit der restlichen Kartoffelmasse. Gießen Sie bei Bedarf zwischendurch frisches Öl nach, wenn die Pfanne zu trocken wird. Achten Sie darauf, dass eventuelle Reste in der Pfanne nicht anbrennen, da diese den Geschmack der nachfolgenden Puffer beeinträchtigen können. Servieren Sie die Kartoffelpuffer sofort nach dem Braten, solange sie noch heiß und knusprig sind.

Tipp vom Chefkoch

Wenn die Kartoffelmasse während der Zubereitung zu flüssig wird, können Sie einfach noch einen Esslöffel Mehl oder Speisestärke hinzufügen. Die Masse sollte gut zusammenhalten, aber nicht zu fest sein. Für besonders knusprige Puffer können Sie einen Teil des Mehls durch Speisestärke ersetzen. Wenn Sie die Puffer im Voraus zubereiten möchten, können Sie sie nach dem Abkühlen einfrieren und später im Backofen bei 180 Grad etwa 15 Minuten aufbacken. So haben Sie immer einen Vorrat für spontane Mahlzeiten parat.

Passende Getränke zu Kartoffelpuffern

Zu Kartoffelpuffern passen verschiedene Getränke je nach Beilage. Bei der klassischen Variante mit Apfelmus empfiehlt sich ein leichter, fruchtiger Apfelschorle oder ein süßer Riesling aus deutschen Anbaugebieten. Die fruchtige Süße harmoniert wunderbar mit dem herzhaften Geschmack der Puffer. Servieren Sie die Puffer hingegen als herzhafte Variante mit Kräuterquark oder Lachs, passt ein trockener Weißwein wie ein Grauburgunder hervorragend. Auch ein kühles Pils oder ein Weizenbier sind traditionelle Begleiter, die besonders in der kalten Jahreszeit für Gemütlichkeit sorgen. Für Kinder und Autofahrer bietet sich neben Apfelschorle auch ein frisch gepresster Orangensaft an.

Zusätzliche Info

Kartoffelpuffer haben in Deutschland eine lange Tradition und sind in verschiedenen Regionen unter unterschiedlichen Namen bekannt. In Nordrhein-Westfalen nennt man sie Reibekuchen, in Bayern und Österreich Reiberdatschi oder Erdäpfelpuffer. Die Ursprünge des Gerichts reichen bis ins 19. Jahrhundert zurück, als Kartoffeln zu einem Grundnahrungsmittel wurden. Besonders beliebt sind Kartoffelpuffer auf Weihnachtsmärkten und Volksfesten, wo sie frisch zubereitet mit Apfelmus oder Zucker serviert werden.

Die Vielseitigkeit der Kartoffelpuffer zeigt sich in den zahlreichen regionalen Varianten. Während das Grundrezept überall ähnlich ist, unterscheiden sich die Beilagen erheblich. Im Rheinland isst man sie traditionell mit Rübenkraut oder Apfelmus, in anderen Regionen mit Kräuterquark, Sauerrahm oder geräuchertem Lachs. In der jüdischen Küche kennt man eine ähnliche Speise unter dem Namen Latkes, die besonders zum Chanukka-Fest zubereitet werden. Die einfache Zubereitung und die günstigen Zutaten machten Kartoffelpuffer zu einem beliebten Arme-Leute-Essen, das heute in allen Gesellschaftsschichten geschätzt wird.

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