Lammkeule aus dem Ofen: Mit Rosmarin und Knoblauch – das perfekte Osteressen

Geschrieben von Annika· 7 Min. Lesezeit

Aktualisiert am vor 4 Stunden

Die Lammkeule aus dem Ofen gehört zu den festlichsten Gerichten der deutschen Küche und erfreut sich besonders zu Ostern großer Beliebtheit. Dieses traditionelle Gericht vereint zartes Lammfleisch mit den aromatischen Noten von Rosmarin und Knoblauch, die während der langen Garzeit im Ofen ihre Aromen perfekt entfalten. Die Zubereitung erfordert zwar etwas Zeit, aber das Ergebnis ist jeden Moment wert. Das Fleisch wird außen knusprig und goldbraun, während es innen saftig und butterweich bleibt. Diese Lammkeule beeindruckt nicht nur geschmacklich, sondern verwandelt auch jede Ostertafel in ein wahres Festmahl. Mit dieser detaillierten Anleitung gelingt Ihnen dieses beeindruckende Gericht garantiert, selbst wenn Sie noch nicht viel Erfahrung mit der Zubereitung von Lammfleisch haben.

25

150

moyen

€€€

Zutaten

Personen+

Utensilien

Zubereitung

1. die Lammkeule vorbereiten

Nehmen Sie die Lammkeule etwa eine Stunde vor der Zubereitung aus dem Kühlschrank, damit sie Raumtemperatur annehmen kann. Dies ist wichtig für eine gleichmäßige Garung. Tupfen Sie das Fleisch mit Küchenpapier gründlich trocken, denn nur trockenes Fleisch kann eine schöne Kruste entwickeln. Entfernen Sie überschüssiges Fett, lassen Sie aber eine dünne Fettschicht von etwa 3 bis 4 millimeter auf dem Fleisch. Diese sorgt für Saftigkeit und Geschmack während des Bratens.

2. den Knoblauch und die Kräuter vorbereiten

Schälen Sie alle Knoblauchzehen und schneiden Sie sie in dünne Scheiben. Waschen Sie die Rosmarinzweige unter kaltem Wasser und schütteln Sie sie trocken. Zupfen Sie die Nadeln von vier Zweigen ab und hacken Sie diese fein. Die beiden übrigen Zweige bleiben ganz und werden später zum Braten verwendet. Mischen Sie in einer kleinen Schüssel das gehackte Rosmarin mit dem Olivenöl, dem groben Meersalz, dem frisch gemahlenen schwarzen Pfeffer und dem getrockneten Thymian zu einer aromatischen Paste.

3. das Fleisch spicken

Mit einem spitzen Messer stechen Sie kleine, etwa 3 zentimeter tiefe Löcher gleichmäßig über die gesamte Lammkeule verteilt. Dieser Vorgang nennt sich Spicken, eine Technik, bei der Aromastoffe direkt ins Fleisch eingebracht werden. Stecken Sie in jedes Loch eine Knoblauchscheibe und drücken Sie sie leicht hinein. Achten Sie darauf, dass die Knoblauchstücke nicht zu weit außen sitzen, sonst verbrennen sie während der langen Garzeit. Verteilen Sie etwa 15 bis 20 Löcher über die gesamte Keule.

4. die Keule würzen und marinieren

Reiben Sie nun die vorbereitete Kräuter-Öl-Paste großzügig und gleichmäßig über die gesamte Lammkeule. Massieren Sie die Gewürzmischung richtig ins Fleisch ein, damit die Aromen gut eindringen können. Bestreichen Sie auch die Unterseite gründlich. Wenn Sie möchten, können Sie die Keule nun mit Küchengarn umwickeln, damit sie ihre Form während des Bratens behält. Dies ist besonders hilfreich, wenn die Keule ohne Knochen ist. Lassen Sie die gewürzte Keule idealerweise noch 30 minuten bei Raumtemperatur ruhen.

5. den Ofen vorheizen und den Bräter vorbereiten

Heizen Sie Ihren Backofen auf 180 grad celsius ober- und unterhitze vor. Legen Sie die Lammkeule in einen großen Bräter oder eine ofenfeste Form. Verteilen Sie die beiden ganzen Rosmarinzweige um das Fleisch herum. Gießen Sie den Weißwein und die Hälfte der Gemüsebrühe in den Bräter, aber nicht direkt über das Fleisch. Die Flüssigkeit sollte den Boden des Bräters bedecken und verhindert, dass die Bratensäfte anbrennen. Sie bildet später die Grundlage für eine köstliche Sauce.

6. die Lammkeule braten

Schieben Sie den Bräter in den vorgeheizten Ofen auf die mittlere Schiene. Die Lammkeule benötigt etwa 20 minuten pro 500 gramm Fleisch für eine rosa Garstufe, also bei 1,5 kilogramm etwa 60 minuten. Für durchgegartes Fleisch rechnen Sie etwa 25 minuten pro 500 gramm. Begießen Sie das Fleisch alle 20 minuten mit dem Bratensaft aus dem Bräter. Dieser Vorgang nennt sich Arrosieren und sorgt dafür, dass das Fleisch saftig bleibt und eine schöne Kruste entwickelt. Gießen Sie bei Bedarf etwas von der restlichen Brühe nach, damit der Boden nicht austrocknet.

7. die Kerntemperatur prüfen

Nach etwa 50 minuten sollten Sie beginnen, die Kerntemperatur zu kontrollieren. Stechen Sie dafür ein Fleischthermometer an der dicksten Stelle der Keule ein, ohne dabei den Knochen zu berühren. Für rosa gebratenes Lamm liegt die ideale Kerntemperatur bei 60 bis 65 grad celsius, für medium bei 65 bis 70 grad und für durchgebraten bei 75 grad celsius. Bedenken Sie, dass die Temperatur während der Ruhezeit noch um etwa 3 bis 5 grad steigt. Nehmen Sie die Keule daher etwas früher aus dem Ofen.

8. das Fleisch ruhen lassen

Sobald die gewünschte Kerntemperatur erreicht ist, nehmen Sie die Lammkeule aus dem Ofen. Dies ist ein entscheidender Schritt. Legen Sie das Fleisch auf ein Schneidebrett und decken Sie es locker mit Alufolie ab. Lassen Sie die Keule mindestens 15 bis 20 minuten ruhen. Während dieser Ruhezeit verteilen sich die Fleischsäfte gleichmäßig im gesamten Stück, und das Fleisch wird besonders zart und saftig. Wenn Sie diesen Schritt überspringen, würden beim Anschneiden alle Säfte auslaufen und das Fleisch wäre trocken.

9. die Sauce zubereiten

Während die Lammkeule ruht, bereiten Sie die Sauce zu. Gießen Sie den Bratensaft aus dem Bräter durch ein feines Sieb in einen kleinen Topf. Entfernen Sie überschüssiges Fett mit einem Löffel von der Oberfläche. Erhitzen Sie die Flüssigkeit bei mittlerer Hitze und lassen Sie sie etwas einkochen, bis sie leicht sämig wird. Rühren Sie den Dijon-Senf und die kalte Butter ein. Die Butter gibt der Sauce einen schönen Glanz und eine samtige Konsistenz. Schmecken Sie mit Salz und Pfeffer ab. Wenn die Sauce zu dünn ist, können Sie sie mit etwas angerührter Speisestärke binden.

10. die Lammkeule tranchieren und servieren

Entfernen Sie vorsichtig das Küchengarn, falls Sie welches verwendet haben. Schneiden Sie die Lammkeule mit einem scharfen Tranchiermesser in etwa 1 zentimeter dicke Scheiben. Beginnen Sie dabei an der dicksten Stelle und schneiden Sie leicht schräg gegen die Faser. Dies macht das Fleisch besonders zart. Arrangieren Sie die Fleischscheiben auf einer vorgewärmten Servierplatte und träufeln Sie etwas von der Sauce darüber. Servieren Sie die restliche Sauce separat in einer Sauciere. Garnieren Sie das Ganze mit frischen Rosmarinzweigen für eine festliche Optik.

Tipp vom Chefkoch

Wenn Sie eine besonders knusprige Kruste wünschen, erhöhen Sie in den letzten 10 minuten der Garzeit die Ofentemperatur auf 220 grad celsius. Achten Sie dabei aber darauf, dass nichts anbrennt. Ein weiterer Tipp: legen Sie Kartoffeln, Karotten und Zwiebeln um die Lammkeule herum in den Bräter. Diese garen im Bratensaft mit und ergeben eine wunderbare Beilage, die die Aromen des Lamms aufnimmt. Für eine mediterrane Note können Sie auch Olivenöl mit Zitronenschale mischen und diese Mischung vor dem Servieren über das Fleisch träufeln.

die perfekten Weinbegleiter zur Lammkeule

Zu dieser aromatischen Lammkeule mit Rosmarin und Knoblauch empfehlen sich kräftige Rotweine mit guter Struktur. Ein Bordeaux aus der Médoc-Region passt hervorragend, da seine Tannine die Fettigkeit des Lamms ausgleichen. Auch ein Châteauneuf-du-Pape aus dem Rhônetal harmoniert wunderbar mit den mediterranen Kräutern. Für deutsche Weinliebhaber ist ein kräftiger Spätburgunder aus Baden oder der Pfalz eine ausgezeichnete Wahl. Wenn Sie lieber Weißwein trinken, wählen Sie einen vollmundigen Chardonnay mit leichter Holznote. Servieren Sie den Rotwein bei etwa 16 bis 18 grad celsius, damit sich die Aromen optimal entfalten können.

Zusätzliche Info

Die Tradition, zu Ostern Lamm zu essen, hat sowohl religiöse als auch kulinarische Wurzeln. In der christlichen Symbolik steht das Lamm für Reinheit und Opferbereitschaft. In vielen europäischen Ländern, besonders in Deutschland, Frankreich und Griechenland, ist die Lammkeule das traditionelle Festtagsessen zum Ostersonntag. Die Kombination mit Rosmarin und Knoblauch stammt aus der mediterranen Küche, wo diese Kräuter seit Jahrhunderten zum Würzen von Lammfleisch verwendet werden. Rosmarin wächst wild in den Mittelmeerregionen und sein intensives Aroma passt perfekt zur kräftigen Eigengeschmack des Lammfleischs. In Deutschland wurde diese Zubereitungsart besonders in den südlichen Regionen populär, wo der Einfluss der französischen und italienischen Küche stark ist. Heute gilt die Lammkeule aus dem Ofen als Klassiker der gehobenen Hausmannskost und als Symbol für festliche Anlässe.

Drucken

Teilen

Auch interessant