Lammkeule zu Ostern: Dieses Rezept aus der Provence gelingt auch Anfängern

Geschrieben von Annika· 5 Min. Lesezeit

Aktualisiert am vor 4 Stunden

Die provenzalische Lammkeule zu Ostern gehört zu den Klassikern der französischen Festtagsküche. Dieses traditionelle Gericht aus Südfrankreich vereint aromatische Kräuter, knuspriges Fleisch und mediterrane Würze zu einem unvergesslichen Geschmackserlebnis. Auch wenn das Rezept auf den ersten Blick anspruchsvoll wirkt, gelingt es mit der richtigen Anleitung selbst Kochanfängern problemlos. Die Kombination aus Rosmarin, Thymian und Knoblauch verleiht dem Lammfleisch seinen charakteristischen Geschmack, während die langsame Garung im Ofen für eine perfekte Konsistenz sorgt. In der Provence wird diese Lammkeule traditionell zu Ostern serviert und symbolisiert den Frühling sowie die Erneuerung der Natur. Mit diesem Rezept holen Sie sich ein Stück französischer Lebensart auf den Teller und beeindrucken Ihre Gäste mit einem Restaurant-würdigen Hauptgericht.

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120

facile

€€€

Zutaten

Personen+

Utensilien

Zubereitung

1.

Nehmen Sie die Lammkeule etwa eine Stunde vor der Zubereitung aus dem Kühlschrank, damit sie Raumtemperatur erreicht. Das ist wichtig für eine gleichmäßige Garung, denn kaltes Fleisch braucht länger und gart ungleichmäßig.

2.

Heizen Sie den Backofen auf 180 Grad Celsius vor. Während der Ofen aufheizt, können Sie die Marinade vorbereiten.

3.

Schälen Sie die Knoblauchzehen und schneiden Sie sie in dünne Scheiben. Mit einem scharfen Messer stechen Sie kleine Taschen in die Lammkeule und stecken die Knoblauchscheiben hinein. Das nennt man spicken, eine Technik, bei der Aromastoffe direkt ins Fleisch eingebracht werden.

4.

Vermischen Sie in einer Schüssel das Olivenöl, den Dijon-Senf, den getrockneten Rosmarin, den getrockneten Thymian, die Kräuter der Provence, das Meersalz und den schwarzen Pfeffer zu einer gleichmäßigen Paste. Diese Kräuterpaste wird das Fleisch von außen würzen und eine aromatische Kruste bilden.

5.

Reiben Sie die Lammkeule rundum großzügig mit der Kräuterpaste ein. Massieren Sie die Gewürzmischung gut ins Fleisch ein, damit alle Aromen eindringen können. Lassen Sie das Fleisch etwa 15 Minuten ruhen, damit die Gewürze einziehen.

6.

Erhitzen Sie zwei Esslöffel Olivenöl in einem großen Bräter auf dem Herd bei hoher Hitze. Braten Sie die Lammkeule von allen Seiten scharf an, bis sie eine goldbraune Farbe bekommt. Dieser Vorgang wird anbraten genannt und sorgt für Röstaromen sowie eine appetitliche Kruste.

7.

Gießen Sie den Weißwein und die Gemüsebrühe in den Bräter. Die Flüssigkeit sollte etwa ein Drittel der Lammkeule bedecken. Träufeln Sie den Honig über das Fleisch, er karamellisiert später und gibt eine leichte Süße.

8.

Decken Sie den Bräter mit dem Deckel ab und schieben Sie ihn in den vorgeheizten Ofen. Lassen Sie die Lammkeule bei 180 Grad Celsius etwa 90 Minuten schmoren. Das schmoren ist eine Garmethode, bei der Fleisch langsam in Flüssigkeit gegart wird, wodurch es besonders zart wird.

9.

Öffnen Sie nach 45 Minuten den Bräter und begießen Sie die Lammkeule mit dem Bratensaft. Dieser Vorgang wird arrosieren genannt und verhindert das Austrocknen des Fleisches. Wiederholen Sie dies alle 20 Minuten.

10.

Nach 90 Minuten entfernen Sie den Deckel und erhöhen Sie die Temperatur auf 200 Grad Celsius. Lassen Sie die Lammkeule weitere 20 bis 30 Minuten ohne Deckel garen, bis sie eine schöne goldbraune Kruste entwickelt hat.

11.

Prüfen Sie die Kerntemperatur mit einem Fleischthermometer. Für rosa gebratenes Lamm sollte die Temperatur im Inneren etwa 60 bis 65 Grad Celsius betragen, für durchgegartes Fleisch 70 bis 75 Grad Celsius.

12.

Nehmen Sie die Lammkeule aus dem Ofen und decken Sie sie locker mit Alufolie ab. Lassen Sie das Fleisch mindestens 15 Minuten ruhen. In dieser Zeit verteilen sich die Fleischsäfte gleichmäßig und das Fleisch wird noch saftiger.

13.

Während die Lammkeule ruht, können Sie den Bratensaft zu einer Sauce reduzieren. Gießen Sie die Flüssigkeit aus dem Bräter durch ein Sieb in einen Topf und lassen Sie sie bei mittlerer Hitze einkochen, bis sie die gewünschte Konsistenz erreicht hat.

14.

Tranchieren Sie die Lammkeule mit einem scharfen Tranchiermesser in gleichmäßige Scheiben. Schneiden Sie immer quer zur Faser, dann wird das Fleisch besonders zart. Arrangieren Sie die Scheiben auf einer vorgewärmten Servierplatte und träufeln Sie etwas Sauce darüber.

Tipp vom Chefkoch

Wenn Sie die Lammkeule am Vortag mit der Kräuterpaste einreiben und über Nacht im Kühlschrank marinieren lassen, intensivieren sich die Aromen noch mehr. Achten Sie darauf, das Fleisch rechtzeitig aus dem Kühlschrank zu nehmen, damit es vor dem Braten Raumtemperatur erreicht. Falls Sie kein Fleischthermometer besitzen, können Sie die Garprobe mit dem Finger machen: drücken Sie leicht auf das Fleisch, fühlt es sich fest an, ist es durchgegart, gibt es noch leicht nach, ist es innen rosa. Für eine besonders knusprige Kruste können Sie die Lammkeule in den letzten zehn Minuten kurz unter den Grill legen, aber beobachten Sie sie genau, damit nichts verbrennt.

Weinbegleitung zur provenzalischen Lammkeule

Zu dieser aromatischen Lammkeule passt hervorragend ein kräftiger Rotwein aus der Provence oder dem Rhône-Tal. Ein Châteauneuf-du-Pape mit seinen würzigen Noten von Kräutern und dunklen Früchten harmoniert perfekt mit dem Rosmarin und Thymian im Gericht. Alternativ empfiehlt sich ein Côtes du Rhône oder ein Bandol, beide bringen genügend Struktur und Tannine mit, um dem intensiven Lammgeschmack standzuhalten. Für Weißweinliebhaber bietet sich ein kraftvoller weißer Châteauneuf-du-Pape oder ein Hermitage Blanc an. Diese Weine haben genug Körper und Komplexität, um nicht vom Lamm überdeckt zu werden. Servieren Sie den Rotwein bei etwa 16 bis 18 Grad Celsius, damit sich die Aromen optimal entfalten können.

Zusätzliche Info

Die provenzalische Lammkeule hat eine lange Tradition in Südfrankreich und wird besonders zu Ostern zelebriert. In der Region Provence-Alpes-Côte d’Azur gilt das Osterlamm als Symbol des Frühlings und der Erneuerung. Die Verwendung von Kräutern der Provence spiegelt die mediterrane Vegetation der Region wider, wo Rosmarin, Thymian, Lavendel und Bohnenkraut wild wachsen. Historisch gesehen wurde Lammfleisch in der französischen Küche schon im Mittelalter geschätzt, besonders das Fleisch junger Lämmer, die auf den Salzwiesen der Provence grasten. Diese agneaux de pré-salé entwickelten durch die salzhaltige Vegetation einen besonders feinen Geschmack. Die Zubereitungsmethode mit Knoblauch und Kräutern geht auf die bäuerliche Küche zurück, wo einfache, aber aromatische Zutaten verwendet wurden, um das beste aus dem Fleisch herauszuholen. Heute ist die Lammkeule zu Ostern in Frankreich so verbreitet wie der Weihnachtsbraten in Deutschland und wird oft mit traditionellen Beilagen wie gratin dauphinois oder grünen Bohnen serviert.

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