Lecker und wärmend: Deftiger Steckrübeneintopf mit Kassler und Mettenden

Geschrieben von Annika· 5 Min. Lesezeit

In den kalten Wintermonaten sehnt sich der Körper nach herzhaften, wärmenden Gerichten, die Kraft und Wohlbefinden spenden. Der deftige Steckrübeneintopf mit Kassler und Mettenden gehört zu jenen traditionellen Rezepten, die in deutschen Küchen seit Generationen geschätzt werden. Dieses rustikale Gericht vereint die erdige Süße der Steckrübe mit dem würzigen Aroma geräucherter Fleischsorten zu einer harmonischen Komposition, die nicht nur sättigt, sondern auch die Seele wärmt.

Die Steckrübe, auch Kohlrübe genannt, erlebt derzeit eine Renaissance in der modernen Küche. Lange Zeit als „Arme-Leute-Essen“ verschrien, wird das nährstoffreiche Wurzelgemüse heute für seinen charakteristischen Geschmack und seine vielseitigen Verwendungsmöglichkeiten geschätzt. In Kombination mit dem salzigen Kassler und den herzhaften Mettenden entsteht ein Eintopf, der perfekt zu kalten Tagen passt und die ganze Familie an den Tisch bringt.

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Zutaten

Personen+

Utensilien

Zubereitung

1. Vorbereitung der Zutaten

Beginne damit, alle Gemüsesorten gründlich zu waschen. Schäle die Steckrübe mit einem Sparschäler oder einem scharfen Messer und schneide sie in etwa 2 cm große Würfel. Die Steckrübe hat eine feste Struktur, deshalb ist es wichtig, gleichmäßige Stücke zu schneiden, damit sie gleichzeitig gar werden. Schäle anschließend die Kartoffeln und schneide sie ebenfalls in ähnlich große Würfel. Die Karotten werden geschält und in Scheiben von etwa 1 cm Dicke geschnitten. Schäle die Zwiebeln und hacke sie fein. Die Knoblauchzehen werden geschält und ebenfalls fein gehackt.

2. Vorbereitung des Fleisches

Schneide das Kassler in mundgerechte Stücke von etwa 3 cm Kantenlänge. Das Kassler ist bereits gepökelt, das bedeutet mit Salz haltbar gemacht und geräuchert, deshalb musst du es nicht vorher kochen. Die Mettenden kannst du entweder ganz lassen oder in dickere Scheiben schneiden, je nach Vorliebe. Wenn du sie ganz lässt, werden sie später beim Servieren auf dem Teller aufgeschnitten.

3. Anbraten der Zwiebeln und des Fleisches

Erhitze das Butterschmalz in einem großen Suppentopf bei mittlerer Hitze. Gib die gehackten Zwiebeln hinein und brate sie unter regelmäßigem Rühren etwa 5 Minuten an, bis sie glasig werden und leicht golden sind. Füge dann den gehackten Knoblauch hinzu und brate ihn etwa 1 Minute mit, bis sein Duft aufsteigt. Achte darauf, dass der Knoblauch nicht zu dunkel wird, sonst schmeckt er bitter. Gib nun die Kassler-Stücke hinzu und brate sie von allen Seiten etwa 3 Minuten an, damit sie schöne Röstaromen entwickeln.

4. Zugabe der Gewürze und des Gemüses

Streue den Kümmel, Majoran und Thymian über das angebratene Fleisch und die Zwiebeln. Rühre alles gut durch, damit sich die Aromen der Gewürze entfalten können. Gib nun die Steckrübenwürfel, Kartoffelwürfel und Karottenscheiben in den Topf. Rühre alles vorsichtig um, damit das Gemüse mit den Gewürzen und dem Fett vermischt wird. Dieser Schritt ist wichtig, denn so nehmen die Gemüsestücke bereits Geschmack auf, bevor die Flüssigkeit hinzukommt.

5. Aufgießen und Kochen

Gieße nun die Gemüsebrühe in den Topf, sodass alle Zutaten gut bedeckt sind. Füge die Lorbeerblätter und Wacholderbeeren hinzu. Die Wacholderbeeren verleihen dem Eintopf eine leicht harzige, würzige Note, die hervorragend zu Wild und geräuchertem Fleisch passt. Bringe alles zum Kochen und reduziere dann die Hitze, sodass der Eintopf nur noch sanft vor sich hin köchelt. Lege den Deckel auf den Topf, aber lasse einen kleinen Spalt offen, damit etwas Dampf entweichen kann.

6. Zugabe der Mettenden

Nach etwa 45 Minuten Kochzeit sollten die Steckrüben und Kartoffeln bereits weich sein. Teste dies mit einer Gabel. Wenn sie noch zu fest sind, lasse den Eintopf weitere 10 Minuten köcheln. Lege nun die Mettenden vorsichtig auf das Gemüse im Topf. Sie sollten nicht untergerührt werden, sondern einfach oben aufliegen. Lasse alles weitere 15 Minuten köcheln, damit die Mettenden durchgaren und ihren würzigen Geschmack an den Eintopf abgeben.

7. Abschmecken und Fertigstellen

Nimm den Topf vom Herd und entferne die Lorbeerblätter. Schmecke den Eintopf mit Salz und frisch gemahlenem schwarzem Pfeffer ab. Sei vorsichtig mit dem Salz, denn das Kassler und die Mettenden sind bereits recht salzig. Streue die getrocknete Petersilie darüber und rühre sie vorsichtig unter. Der Eintopf sollte nun eine sämige Konsistenz haben und alle Aromen sollten sich harmonisch verbunden haben.

Tipp vom Chefkoch

Wenn du möchtest, dass dein Eintopf noch sämiger wird, kannst du etwa 100 g der gekochten Kartoffeln mit einer Gabel zerdrücken und wieder unterrühren. Das gibt dem Eintopf eine schöne, cremige Textur. Eine weitere Möglichkeit ist, einen Esslöffel Mehl mit etwas kaltem Wasser anzurühren und etwa 10 Minuten vor Ende der Garzeit einzurühren. Für eine besonders intensive Rauchnote kannst du einen Teil des Kasslers durch geräucherten Bauchspeck ersetzen. Wenn du frische Kräuter verwendest, nimm die dreifache Menge der getrockneten Kräuter und gib sie erst ganz zum Schluss hinzu, damit ihr Aroma frisch bleibt.

Passende Getränke zum deftigen Steckrübeneintopf

Zu diesem herzhaften, rustikalen Eintopf passt am besten ein kräftiges Bier. Ein dunkles Bockbier oder ein malziges Märzen harmoniert wunderbar mit den geräucherten Fleischsorten und den erdigen Aromen der Steckrübe. Die leichte Bitterkeit des Bieres gleicht die Fülle des Gerichts aus und erfrischt den Gaumen zwischen den Bissen.

Wer lieber Wein trinkt, sollte zu einem kräftigen Rotwein greifen. Ein Dornfelder oder ein Spätburgunder aus deutschen Anbaugebieten passt hervorragend. Diese Weine haben genug Körper und Frucht, um mit den intensiven Aromen des Eintopfs mitzuhalten, ohne sie zu überdecken. Für Nicht-Alkoholiker eignet sich ein kräftiger Apfelsaft oder eine Gemüsebrühe als Begleitgetränk.

Zusätzliche Info

Der Steckrübeneintopf gehört zur traditionellen deutschen Hausmannskost und hat seine Wurzeln in der bäuerlichen Küche. Die Steckrübe war besonders in Notzeiten ein wichtiges Nahrungsmittel, da sie robust, lagerfähig und nährstoffreich ist. Während und nach den beiden Weltkriegen war sie eines der wenigen verfügbaren Gemüse, was ihr lange Zeit ein negatives Image einbrachte.

Heute erlebt die Steckrübe eine Wiederentdeckung in der gehobenen Gastronomie und der bewussten Alltagsküche. Sie enthält viele Vitamine, besonders Vitamin C, sowie wichtige Mineralstoffe wie Kalium und Calcium. Ihr leicht süßlicher, kohlartiger Geschmack macht sie zu einer interessanten Alternative zu Kartoffeln oder Karotten.

Das Kassler, benannt nach dem Berliner Fleischermeister Cassel, ist gepökeltes und leicht geräuchertes Schweinefleisch. Die Mettenden sind eine norddeutsche Wurstspezialität aus grob gewolftem Schweinefleisch mit kräftiger Würzung. Zusammen ergeben diese Zutaten ein Gericht, das typisch für die norddeutsche und mitteldeutsche Küchentradition ist.

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