Nicht Schwimmen, sondern diese Übung: Orthopäden halten sie ab 55 für gelenkschonender
Aktualisiert am vor 5 Stunden
InhaltsverzeichnisAusblendenAnzeigen
- Die überraschende empfehlung der experten für aktive senioren
- Warum schwimmen nicht das allheilmittel ist
- Die übung, die orthopäden wirklich empfehlen
- Nordic walking: die gelenkschonende alternative mit mehr nutzen
- Die kombination, die orthopäden am meisten empfehlen
- Was die wissenschaft sagt
- Praktische tipps für den einstieg
- Schwimmen ist nicht wertlos – aber allein nicht genug
- Fazit: umdenken für mehr lebensqualität im alter
Nicht schwimmen, sondern diese übung: orthopäden halten sie ab 55 für gelenkschonender
Die überraschende empfehlung der experten für aktive senioren
Wenn es um sanfte Bewegung ab 55 geht, denken die meisten Menschen sofort an Schwimmen. Jahrzehntelang galt das Bewegen im Wasser als die **schonendste und gesündeste Sportart** für ältere Menschen und Menschen mit Gelenkproblemen. Doch aktuelle Erkenntnisse aus der Orthopädie zeigen ein überraschendes Bild: Es gibt eine andere Übungsform, die für Menschen ab 55 Jahren nicht nur gelenkschonender ist, sondern gleichzeitig mehr gesundheitliche Vorteile bietet. Hierbei handelt es sich um **Nordic Walking** – oder noch präziser: um gezieltes Krafttraining kombiniert mit moderatem Gehen.
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Warum schwimmen nicht das allheilmittel ist
Schwimmen gilt seit Jahrzehnten als der Goldstandard für gelenkschonendes Training. Und tatsächlich: Im Wasser trägt der Auftrieb einen Großteil des Körpergewichts, was die Gelenke entlastet. Allerdings liegt genau hier auch das Problem.
Der nachteil der schwerelosigkeit im wasser
Orthopädische Spezialisten weisen zunehmend darauf hin, dass **Schwimmen die Knochen kaum stimuliert**. Da das Wasser das Körpergewicht abnimmt, fehlt die sogenannte **mechanische Belastung**, die Knochen und Knorpel eigentlich brauchen, um sich zu regenerieren und zu stärken. Das ist besonders für Menschen ab 55 Jahren problematisch, denn:
– **Osteoporose** wird in dieser Altersgruppe immer häufiger
– Die **Knochendichte** nimmt ab dem 50. Lebensjahr kontinuierlich ab
– Ohne regelmäßige Belastungsreize verlieren Knochen an Substanz
– Schwimmen stärkt kaum die **stabilisierenden Muskeln** rund um die Gelenke
Außerdem erfordert Schwimmen eine technisch korrekte Ausführung. Brustschwimmen zum Beispiel, das bei uns am häufigsten praktiziert wird, kann bei falscher Technik zu **Schmerzen im Nacken und in der Lendenwirbelsäule** führen. Das Kopf-oben-Halten beim klassischen Brustschwimmen überstreckt die Halswirbelsäule – ein Risikofaktor, der bei vielen älteren Schwimmern unterschätzt wird.
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Die übung, die orthopäden wirklich empfehlen
Überraschenderweise empfehlen Orthopäden **gezieltes Kraft- und Gleichgewichtstraining**, insbesondere kombiniert mit Übungen wie **Nordic Walking** und funktionellen Kraftübungen. Aber die absolute Nummer eins unter den Empfehlungen lautet: **moderates Krafttraining mit dem eigenen Körpergewicht**.
Warum krafttraining ab 55 so wichtig ist
Ab dem 40. Lebensjahr verliert der Mensch pro Jahrzehnt etwa **8 Prozent seiner Muskelmasse** – ein Prozess, den Mediziner als **Sarkopenie** bezeichnen. Ab 55 Jahren beschleunigt sich dieser Abbau. Die Folgen sind gravierend:
– **Eingeschränkte Mobilität** im Alltag
– Erhöhtes **Sturzrisiko** (eine der häufigsten Ursachen für Pflegebedürftigkeit im Alter)
– Geschwächte **Gelenkstabilität**, was paradoxerweise zu mehr Schmerzen führt
– Verlangsamter **Stoffwechsel**
Krafttraining hingegen wirkt auf mehreren Ebenen: Es stärkt nicht nur die Muskeln, sondern trainiert auch **Knochen, Sehnen und Bänder**. Studien zeigen, dass regelmäßiges Krafttraining bei Menschen ab 55 Jahren die Knochendichte erhält oder sogar leicht verbessern kann.
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Nordic walking: die gelenkschonende alternative mit mehr nutzen
Neben dem Krafttraining empfehlen viele Orthopäden **Nordic Walking** als die optimale Ausdauerübung für Menschen ab 55. Im direkten Vergleich mit Schwimmen bietet es entscheidende Vorteile.
Was nordic walking so besonders macht
Nordic Walking ist weit mehr als gewöhnliches Gehen mit Stöcken. Richtig ausgeführt:
– **Aktiviert 90 Prozent der Körpermuskulatur** – deutlich mehr als normales Gehen oder Schwimmen
– Belastet die Gelenke durch den Einsatz der Stöcke **40 Prozent weniger** als normales Gehen
– Verbessert **Gleichgewicht und Koordination** gleichzeitig
– Stärkt die **Knochen** durch die natürliche Belastung beim Auftreten
– Ist **draußen** durchführbar, was einen zusätzlichen positiven Effekt auf die psychische Gesundheit hat (Vitamin D, frische Luft)
Außerdem ist Nordic Walking **sozial**: Viele Menschen ab 55 Jahren gehen in Gruppen, was Einsamkeit entgegenwirkt und die Motivation steigert.
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Die kombination, die orthopäden am meisten empfehlen
Die wirklich bahnbrechende Empfehlung der Orthopäden lautet: **Kombiniere Krafttraining mit gelenkschonendem Ausdauertraining**. Konkret bedeutet das:
Ein optimaler wochenplan für menschen ab 55
**Montag & Donnerstag – Krafttraining (20–30 Minuten)**
– Kniebeugen an der Wand (Wall Sits)
– Liegestütze auf den Knien oder an der Wand
– Einbeinstand zur Gleichgewichtsschulung
– Brückenübung (Glute Bridge) für die Hüft- und Rückenmuskulatur
**Dienstag & Freitag – Nordic Walking (30–45 Minuten)**
– Moderates Tempo
– Korrekte Technik mit dem Stockeinsatz
– Idealerweise in der Natur
**Mittwoch – Yoga oder Stretching (20–30 Minuten)**
– Erhält die Flexibilität
– Reduziert Muskelverspannungen
– Verbessert die Körperwahrnehmung
**Wochenende – Aktive Erholung**
– Spazierengehen, leichtes Fahrradfahren
– Gartenarbeit als Bewegungsausgleich
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Was die wissenschaft sagt
Eine im **Journal of Bone and Mineral Research** veröffentlichte Studie zeigte, dass Krafttraining bei über 55-Jährigen die Knochendichte um bis zu **1,5 Prozent pro Jahr** erhalten kann – während sie bei inaktiven Gleichaltrigen um durchschnittlich 1–2 Prozent sinkt. Das mag gering klingen, bedeutet aber über fünf Jahre einen erheblichen Unterschied.
Eine weitere Studie der **Harvard Medical School** belegt, dass funktionelles Krafttraining das Sturzrisiko bei älteren Menschen um bis zu **40 Prozent** senkt – ein entscheidender Faktor für die Lebensqualität und Unabhängigkeit im Alter.
Das **European Journal of Sport Science** veröffentlichte zudem Ergebnisse, die belegen, dass Nordic Walking im Vergleich zu normalen Ausdauersportarten die **Herzkreislaufgesundheit** bei über 60-Jährigen stärker verbessert als Schwimmen – trotz subjektiv ähnlicher Anstrengung.
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Praktische tipps für den einstieg
Wer ab 55 Jahren mit Kraft- und Nordic-Walking-Training beginnen möchte, sollte einige Dinge beachten:
Vor dem start
– **Ärztliche Untersuchung**: Lassen Sie vor dem Beginn eines neuen Trainingsprogramms Ihr Herz-Kreislauf-System und Ihre Gelenke überprüfen
– **Physiotherapeut konsultieren**: Eine Fachkraft kann individuelle Schwachstellen identifizieren und den Trainingsplan anpassen
– **Geeignetes Schuhwerk**: Gute Trainingsschuhe mit ausreichend Dämpfung sind Pflicht
Während des trainings
– **Langsam anfangen**: Beginnen Sie mit kurzen Einheiten und steigern Sie die Intensität schrittweise
– **Auf den Körper hören**: Schmerzen sind ein Warnsignal und kein Zeichen von Effektivität
– **Korrekte Technik**: Besonders beim Nordic Walking lohnt sich ein Kurs für Anfänger
Häufige fehler vermeiden
– **Zu schnelle Steigerung**: Der Körper braucht Zeit zur Anpassung
– **Fehlende Erholung**: Regeneration ist im Alter wichtiger als in jungen Jahren
– **Vernachlässigung der Ernährung**: Genug Protein (1–1,5 g pro kg Körpergewicht täglich) ist für den Muskelaufbau essenziell
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Schwimmen ist nicht wertlos – aber allein nicht genug
Es wäre falsch zu sagen, Schwimmen sei schlecht. Für Menschen mit **schweren Gelenkerkrankungen**, starkem Übergewicht oder nach Operationen ist es nach wie vor eine hervorragende Möglichkeit, aktiv zu bleiben. Auch bei Arthrose in fortgeschrittenem Stadium ist die gelenkentlastende Wirkung des Wassers unbestreitbar wertvoll.
Allerdings greift Schwimmen als **alleinige Sportart** ab 55 zu kurz. Die fehlende Knochenbelastung, die mangelnde Gleichgewichtsschulung und die eingeschränkte Wirkung auf die Knochendichte machen es zu einer ergänzenden, nicht zur primären Empfehlung der modernen Orthopädie.
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Fazit: umdenken für mehr lebensqualität im alter
Orthopäden vermitteln eine klare Botschaft: **Bewegung im Alter ist unverzichtbar – aber die richtige Bewegung macht den entscheidenden Unterschied.** Wer ab 55 Jahren seine Gelenke wirklich schützen, seine Knochen stärken und sturzfrei in die nächsten Jahrzehnte gehen möchte, sollte auf **Krafttraining kombiniert mit Nordic Walking** setzen.
Schwimmen bleibt eine wertvolle Ergänzung, ist aber nicht mehr das unbestrittene Nonplusultra für die Generation 55+. Der neue Ansatz ist ganzheitlicher, wissenschaftlich fundierter – und überraschend einfach in den Alltag zu integrieren.
**Der beste Zeitpunkt, damit anzufangen? Heute.**
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*Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle medizinische Beratung. Bei gesundheitlichen Beschwerden oder vor Beginn eines neuen Trainingsprogramms sollten Sie stets einen Arzt oder Physiotherapeuten aufsuchen.*
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