Oliviersalat: dieser einfache Russische Kartoffelsalat hat Kultstatus
Er ist ein Klassiker, der auf keiner russischen Feier fehlen darf — und dennoch ist er vielen in Mitteleuropa kaum bekannt: der oliviersalat. Dieser cremige kartoffelsalat hat in Russland und den ehemaligen Sowjetrepubliken echten kultstatus. Ursprünglich im 19. Jahrhundert vom belgischen Koch Lucien Olivier in Moskau kreiert, hat sich das rezept über Generationen hinweg in unzähligen Küchen verbreitet und dabei stets seinen unverwechselbaren charakter behalten. Was macht ihn so besonders? Die Kombination aus weichen kartoffeln, knackigen gurken, herzhaften erbsen und einer großzügigen portion mayonnaise ergibt ein Gericht, das gleichzeitig sättigend und erfrischend ist. Heute zeigen wir dir, wie du diesen legendären salat ganz einfach zu Hause nachkochen kannst — Schritt für Schritt, mit Tipps vom chef, damit dein oliviersalat genauso gut wird wie beim russischen großvater nebenan.
25 minuten
30 minuten
facile
€
Zutaten
Utensilien
Zubereitung
1. Die zutaten vorbereiten
Wasche die kartoffeln und karotten gründlich unter kaltem Wasser. Gib sie zusammen in einen großen topf, bedecke sie mit kaltem Wasser und bringe alles zum Kochen. Lass die kartoffeln und karotten etwa 25 bis 30 minuten bei mittlerer hitze kochen, bis sie weich sind. Garprobe: steche mit einem messer in die kartoffel — wenn es ohne Widerstand hineingleitet, sind sie gar. Koche gleichzeitig in einem zweiten kleinen topf die eier hart — das dauert etwa 10 minuten nach dem Aufkochen. Schrecke die eier danach sofort mit kaltem Wasser ab, damit sie sich leichter schälen lassen. Abschrecken: das sofortige Abkühlen unter kaltem Wasser stoppt den Garprozess und verhindert den grauen ring ums eigelb. Lass kartoffeln, karotten und eier vollständig abkühlen, bevor du weitermachst — das ist wichtig, damit der salat schön fest bleibt und sich die zutaten nicht zerdrücken.
2. Alles in kleine würfel schneiden
Schäle die abgekühlten kartoffeln und karotten. Schneide sie in gleichmäßige, kleine würfel von etwa einem zentimeter — so hat jede gabel das perfekte Gleichgewicht aller zutaten. Schäle die eier und schneide sie ebenfalls in kleine würfel. Schneide die cornichons in feine, kleine würfelchen. Schneide auch die wurst in gleichmäßige würfel, genauso groß wie die kartoffeln. Brunoise: das Schneiden in sehr kleine, gleichmäßige würfel heißt in der Fachsprache brunoise — es sorgt für eine schöne textur und ein harmonisches mundgefühl. Öffne die dose erbsen und lass sie gut in einem sieb abtropfen. Gib alle geschnittenen zutaten zusammen in eine große rührschüssel.
3. Den salat anmachen
Gib die mayonnaise, den senf, salz und pfeffer in die schüssel zu den anderen zutaten. Hebe alles vorsichtig mit einem großen löffel oder einer spachtel unter — nicht zu stark rühren, sonst werden die kartoffeln zu matschig. Unterheben: eine schonende Mischmethode, bei der man die zutaten von unten nach oben bewegt, um sie zu vermischen, ohne sie zu zerdrücken. Schmecke den salat ab und passe die würzung nach deinem geschmack an. Wenn du möchtest, kannst du noch einen kleinen spritzer essig oder etwas zitronensaft hinzufügen, um dem ganzen eine leichte frische note zu geben. Decke die schüssel mit frischhaltefolie ab und stelle den salat für mindestens zwei stunden in den kühlschrank, damit die aromen sich gut verbinden können.
4. Vor dem servieren
Hole den salat kurz vor dem servieren aus dem kühlschrank. Rühre ihn noch einmal vorsichtig durch und schmecke ihn nochmals ab — oft braucht er nach dem Kühlen noch eine kleine Prise salz. Verteile den salat auf einer großen platte oder in einer schönen schüssel. Garniere ihn nach Wunsch mit einigen erbsen obendrauf oder mit frischen kräutern wie dill oder petersilie für eine schöne optik.
Tipp vom Chefkoch
Ein geheimtipp vom chef: ersetze einen teil der mayonnaise durch saure sahne — das macht den salat leichter, frischer und gibt ihm eine feine, leicht säuerliche note, die perfekt zu den cornichons passt. Außerdem schmeckt der oliviersalat am nächsten tag noch besser, weil die zutaten über nacht noch mehr aromen aufnehmen. Bereite ihn also ruhig einen tag im Voraus zu!
Weinempfehlung zum oliviersalat
Der oliviersalat passt hervorragend zu einem leichten, trockenen weißwein wie einem grünen veltliner aus Österreich oder einem Muscadet aus der Loire. Die frische säure des weines harmoniert wunderbar mit der cremigen mayonnaise und den eingelegten cornichons. Wer es lieber alkoholfrei mag, ist mit einem gut gekühlten kefir oder einem spritzigen apfelschorle bestens bedient — beide getränke passen sehr gut zur osteuropäischen küche.
Zusätzliche Info
Der oliviersalat wurde um 1860 von dem belgischen koch Lucien Olivier erfunden, der damals das berühmte restaurant 'Hermitage' in Moskau leitete. Das originalrezept enthielt luxuszutaten wie krebsschwänze, kaviar und kapern — weit entfernt von der heutigen version. Nach der russischen Revolution wurde das rezept vereinfacht und demokratisiert: kartoffeln, wurst und erbsen ersetzten die teuren zutaten. Heute ist der oliviersalat aus russischen, ukrainischen und kasachischen feiern nicht wegzudenken und gilt als nationales komfortessen.