Osterbrot mit Rosinen: Das Traditionsrezept aus Franken, das seit 100 Jahren funktioniert
Aktualisiert am 25. April 2026
In den fränkischen Backstuben wird seit über einem Jahrhundert zu Ostern ein besonderes Brot gebacken, das die Festtage mit seinem unvergleichlichen Duft erfüllt. Das Osterbrot mit Rosinen verkörpert eine Tradition, die von Generation zu Generation weitergegeben wurde und bis heute nichts von ihrer Faszination verloren hat. Dieses leicht süße Hefegebäck, durchzogen von saftigen Rosinen, vereint handwerkliches Können mit der Wärme familiärer Osterrituale. Die Rezeptur aus Franken hat sich über die Jahrzehnte bewährt und bringt zuverlässig ein luftiges, aromatisches Ergebnis hervor, das Jung und Alt gleichermaßen begeistert.
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Zutaten
Utensilien
Zubereitung
1. vorbereitung der rosinen
Die Rosinen in eine kleine Schüssel geben und mit warmem Wasser bedecken. Etwa 15 Minuten einweichen lassen, damit sie schön saftig werden. Dieser Schritt ist wichtig, denn eingeweichte Rosinen verteilen sich besser im Teig und bleiben beim Backen saftig. Anschließend die Rosinen durch ein Sieb abgießen und mit Küchenpapier gut abtupfen, damit keine überschüssige Feuchtigkeit in den Teig gelangt.
2. zubereitung des hefeteigs
Die Milch in einem kleinen Topf lauwarm erwärmen, sie sollte etwa Körpertemperatur haben. Die frische Hefe hineinbröckeln und mit einem Teelöffel Zucker verrühren, bis sich die Hefe aufgelöst hat. Diese Mischung etwa 5 Minuten stehen lassen, bis sich Bläschen bilden. Das zeigt, dass die Hefe aktiv ist. In der Zwischenzeit das Mehl in eine große Schüssel oder die Küchenmaschine geben, eine Mulde in die Mitte drücken und die Hefemilch hineingießen.
3. teig kneten
Den restlichen Zucker, das Salz, die weiche Butter, das Ei und die abgeriebene Zitronenschale zum Mehl geben. Alles mit dem Knethaken der Küchenmaschine oder mit den Händen etwa 8 bis 10 Minuten kräftig kneten. Der Teig sollte glatt und elastisch werden und sich vom Schüsselrand lösen. Dies ist ein wichtiger Moment, denn nur durch gründliches Kneten entwickelt sich das Glutennetzwerk, die Eiweißstruktur, die dem Brot seine Struktur gibt. Wenn der Teig die richtige Konsistenz erreicht hat, die abgetropften Rosinen vorsichtig unterkneten.
4. erste gehzeit
Den Teig zu einer Kugel formen und in eine leicht gefettete Schüssel legen. Mit einem sauberen Geschirrtuch abdecken und an einem warmen, zugfreien Ort etwa 60 Minuten gehen lassen. Der Teig sollte sich in dieser Zeit deutlich vergrößern und sein Volumen etwa verdoppeln. Ein guter Platz ist beispielsweise in der Nähe der Heizung oder im leicht angewärmten Backofen bei ausgeschalteter Hitze.
5. teig formen
Nach der Gehzeit den Teig aus der Schüssel nehmen und auf einer leicht bemehlten Arbeitsfläche kurz durchkneten, um die Luft herauszudrücken. Diesen Vorgang nennt man Degasieren. Den Teig zu einem länglichen Laib formen, der gut in die gefettete Kastenform passt. Die Form sollte nur zu etwa zwei Dritteln gefüllt sein, damit der Teig noch Platz zum Aufgehen hat.
6. zweite gehzeit
Die Form mit dem Teig wieder mit dem Geschirrtuch abdecken und nochmals 30 bis 40 Minuten gehen lassen. Der Teig sollte nun deutlich über den Rand der Form hinausragen. Währenddessen den Backofen auf 180 Grad Celsius Ober- und Unterhitze vorheizen.
7. backen
Das Ei mit einem Esslöffel Wasser verquirlen und den Teig damit vorsichtig bestreichen. Dies verleiht dem Osterbrot später eine schöne goldbraune Farbe. Den Hagelzucker gleichmäßig über die Oberfläche streuen. Das Brot in den vorgeheizten Ofen schieben und etwa 35 bis 40 Minuten backen. Nach etwa 20 Minuten sollte man das Brot mit Alufolie abdecken, damit die Oberfläche nicht zu dunkel wird. Das Brot ist fertig, wenn es beim Klopfen auf die Unterseite hohl klingt.
8. abkühlen lassen
Das fertige Osterbrot aus dem Ofen nehmen und etwa 5 Minuten in der Form ruhen lassen. Dann vorsichtig aus der Form lösen und auf einem Kuchengitter vollständig auskühlen lassen. Dieser Schritt ist wichtig, damit die Feuchtigkeit entweichen kann und das Brot seine perfekte Konsistenz erhält.
Tipp vom Chefkoch
Wenn du keine frische Hefe zur Hand hast, kannst du auch Trockenhefe verwenden. Rechne dabei 7 Gramm Trockenhefe für 20 Gramm frische Hefe. Die Trockenhefe wird direkt zum Mehl gegeben, ohne sie vorher in Flüssigkeit aufzulösen. Für ein besonders aromatisches Ergebnis kannst du die Rosinen statt in Wasser in warmem Orangensaft einweichen. Das verleiht dem Osterbrot eine fruchtige Note, die wunderbar zur Osterzeit passt. Achte darauf, dass alle Zutaten Zimmertemperatur haben, bevor du mit dem Kneten beginnst, denn kalte Butter oder Eier können die Hefeaktivität bremsen.
passende getränke zum osterbrot
Das fränkische Osterbrot harmoniert hervorragend mit einem milden Kaffee oder einem aromatischen Schwarztee. Besonders schön ist die Kombination mit einem Ostfriesentee, der mit seiner malzigen Note die Süße des Brotes ausgleicht. Für Kinder eignet sich ein warmer Kakao oder eine heiße Schokolade mit einem Hauch Zimt. Wer es traditionell mag, serviert dazu einen Früchtetee mit Orangennoten, der die Zitrusaromen im Brot aufgreift. An den Osterfeiertagen passt auch ein Glas frisch gepresster Orangensaft wunderbar dazu.
Zusätzliche Info
Das Osterbrot hat in Franken eine lange Tradition, die bis ins frühe 20. Jahrhundert zurückreicht. Ursprünglich wurde es nur zu besonderen Anlässen gebacken, da Zucker und Butter kostbare Zutaten waren. Die Rosinen symbolisierten Wohlstand und Fruchtbarkeit. In vielen fränkischen Familien gehört das Backen des Osterbrotes zur festen Vorbereitung auf das Osterfest. Oft wurde das Rezept mündlich von der Großmutter an die Enkelinnen weitergegeben. Die Form des Laibes erinnert an ein traditionelles Bauernbrot, während die süßen Zutaten den festlichen Charakter unterstreichen. In manchen Regionen wird das Brot auch mit Mandeln oder Hagelzucker verziert, was ihm eine festliche Note verleiht.
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