Ostermenü für Gäste, dieses 3-Gänge-Rezept lässt sich komplett vorbereiten

Geschrieben von Barbara· 10 Min. Lesezeit
Ostermenü für Gäste, dieses 3-Gänge-Rezept lässt sich komplett vorbereiten
Ostermenü für Gäste, dieses 3-Gänge-Rezept lässt sich komplett vorbereiten

Ostern steht vor der Tür, die Gäste sind eingeladen – und genau dann, wenn es drauf ankommt, soll der Gastgeber entspannt am Tisch sitzen, nicht schweißgebadet in der Küche stehen. Ein Drei-Gänge-Menü, das sich vollständig im Voraus vorbereiten lässt, klingt nach einem Versprechen, das nur schwer zu halten ist. Dabei ist es mit dem richtigen Aufbau und einer durchdachten Reihenfolge absolut machbar – und gerade im Frühling, wenn Spargel, junges Gemüse und Lammfleisch ihren Auftritt haben, schmeckt das Ergebnis besonders frisch und überzeugend.

Dieses Menü führt von einer cremigen Spargelsuppe über eine geschmorte Lammschulter mit Frühlingsgemüse bis hin zu einem Zitronen-Panna-Cotta, der bereits am Vortag fertiggestellt werden kann. Jedes Gericht ist so konzipiert, dass es durch Kühlen, Aufwärmen oder Ruhen sogar an Tiefe gewinnt. Wer die folgende Anleitung aufmerksam liest und die Vorbereitungsschritte auf zwei Tage verteilt, kann am Ostersonntag vollständig entspannt servieren.

Vorbereitung90 Min (aufgeteilt auf 2 Tage)
Cuisson3 Std
ReposMindestens 12 Std (Panna Cotta)
Portionen6 Personen
SchwierigkeitsgradMittel
Kosten€€€
SaisonWeißer Spargel, Lammfleisch, Erbsen, Zitrone, frische Kräuter

Das menü im überblick

Erster Gang: Cremige Spargelsuppe mit Crème fraîche und Schnittlauchöl
Zweiter Gang: Geschmorte Lammschulter mit Frühlingsgemüse und Rosmarin-Jus
Dritter Gang: Zitronen-Panna-Cotta mit Erdbeersauce

Ingrédients

Für die Spargelsuppe (Erster Gang)

  • 1 kg weißer Spargel, geschält
  • 1 Schalotte, fein gewürfelt
  • 40 g Butter
  • 1 EL Mehl
  • 1,2 l Gemüsebrühe (leicht gesalzen)
  • 150 ml Sahne
  • 100 g Crème fraîche
  • Salz, weißer Pfeffer, Muskatnuss
  • 1 Bund Schnittlauch
  • 4 EL neutrales Öl (für das Schnittlauchöl)

Für die Lammschulter (Zweiter Gang)

  • 1,6 kg Lammschulter, ausgebeint, aufgerollt und gebunden
  • 3 Zweige Rosmarin
  • 4 Zweige Thymian
  • 4 Knoblauchzehen, angedrückt
  • 2 Karotten, grob gewürfelt
  • 2 Stangen Staudensellerie, in Stücke geschnitten
  • 1 Zwiebel, geviertelt
  • 200 ml Rotwein (z. B. Côtes du Rhône)
  • 400 ml Lammfond (oder dunkle Geflügelbrühe)
  • 2 EL Tomatenmark
  • 3 EL Olivenöl
  • Salz, Schwarzer Pfeffer

Für das Frühlingsgemüse (Beilage)

  • 200 g grüne Erbsen (frisch oder TK)
  • 200 g Bundmöhren, blanchiert
  • 1 Bund Frühlingszwiebeln
  • 20 g Butter
  • Salz, Zucker, frische Minze

Für den Panna Cotta (Dritter Gang)

  • 600 ml Sahne
  • 60 g Zucker
  • 4 Blätter Gelatine
  • Abrieb von 2 Bio-Zitronen
  • 2 EL Zitronensaft
  • 1 Vanilleschote

Für die Erdbeersauce

  • 400 g Erdbeeren, halbiert
  • 60 g Puderzucker
  • 1 EL Zitronensaft
  • Frische Minze zum Garnieren

Ustensilien

  • Großer Schmortopf mit Deckel (mindestens 4 l)
  • Stabmixer oder Standmixer
  • Mittelgroßer Topf für die Suppe
  • 6 Panna-Cotta-Förmchen (à ~150 ml) oder Gläser
  • Feinmaschiges Sieb (Passiersieb)
  • Kleines Sieb für das Schnittlauchöl
  • Bratenthermometer
  • Schneidebrett, Sparschäler, Küchentwine

Vorbereitung

1. Tag vor Ostern: Den Panna Cotta ansetzen

Die Gelatineblätter einzeln in kaltem Wasser einweichen – dieser Vorgang, den Fachleute als Quellen bezeichnen, dauert mindestens fünf Minuten und sorgt dafür, dass sich die Gelatine später gleichmäßig in der warmen Masse auflöst ohne Klümpchen zu bilden. Sahne, Zucker, Zitronenabrieb und das ausgekratzte Vanillemark in einem Topf auf mittlerer Hitze erwärmen, bis sich der Zucker vollständig aufgelöst hat – nicht kochen lassen, da sonst der frische Zitronencharakter leidet. Die eingeweichte, gut ausgedrückte Gelatine in die heiße, aber nicht mehr kochende Masse einrühren, bis sie vollständig geschmolzen ist. Den Zitronensaft einrühren, die Masse durch ein feines Sieb passieren und gleichmäßig in die vorbereiteten Förmchen füllen. Abkühlen lassen, dann mindestens zwölf Stunden in den Kühlschrank stellen – über Nacht ist optimal.

2. Tag vor Ostern: Die Lammschulter schmoren

Die Lammschulter großzügig mit Salz und schwarzem Pfeffer würzen. Olivenöl im Schmortopf bei hoher Hitze erhitzen, bis es anfängt zu schimmern, dann die Schulter von allen Seiten scharf anbraten – mindestens drei bis vier Minuten pro Seite, bis sich eine tief braune, aromatische Kruste gebildet hat. Dieses Maillard-Reaktion genannte Bräunungsphänomen ist die Grundlage für den späteren Geschmacksreichtum der Sauce. Das Fleisch herausnehmen, Gemüse und Knoblauch im gleichen Fett anschwitzen, dann das Tomatenmark einrühren und kurz anrösten – dieser Schritt von etwa zwei Minuten karamellisiert die Tomatensäure und gibt der Jus ihre charakteristische Tiefe. Mit Rotwein ablöschen, vollständig einkochen lassen, dann den Fond zugießen. Das Fleisch zurück in den Topf, Kräuter hinzufügen, Deckel aufsetzen und bei 160 °C Ober-/Unterhitze für zweieinhalb bis drei Stunden im Ofen schmoren. Das Fleisch ist fertig, wenn es sich mit einer Gabel mühelos teilen lässt – das Bratenthermometer sollte ~88–90 °C Kerntemperatur anzeigen. Fleisch aus dem Sud nehmen, abkühlen lassen, in Frischhaltefolie wickeln und kalt stellen. Den Bratensud durch das Passiersieb drücken, entfetten und ebenfalls kalt stellen.

3. Tag vor Ostern: Die Spargelsuppe vorbereiten

Den geschälten Spargel in Stücke von etwa drei Zentimetern schneiden, die Köpfe beiseitelegen. Schalotte in Butter bei mittlerer Hitze glasig dünsten – glasig bedeutet: weich und durchscheinend, ohne jede Bräunung. Mehl einstreuen und unter ständigem Rühren eine helle Mehlschwitze herstellen, dann langsam die Brühe einrühren, damit keine Klümpchen entstehen. Spargelstücke (ohne Köpfe) zugeben und bei mittlerer Hitze etwa zwanzig Minuten garen. Die Spargelköpfe separat in leicht gesalzenem Wasser drei bis vier Minuten blanchieren, herausnehmen und kalt stellen – sie dienen später als Einlage. Die Suppe mit dem Stabmixer sorgfältig pürieren, durch ein feines Sieb streichen für besonders seidige Textur, Sahne und Crème fraîche einrühren, abschmecken. Vollständig abkühlen lassen und abgedeckt im Kühlschrank aufbewahren.

4. Schnittlauchöl (am Vortag)

Schnittlauch grob hacken, mit dem neutralen Öl im Mixer eine Minute kräftig mixen, dann durch ein feines Sieb oder ein sauberes Tuch pressen. Das entstandene leuchtend grüne Öl in einem kleinen Gläschen kalt stellen – es hält sich zwei Tage und liefert beim Anrichten einen intensiven Farb- und Geschmackskontrast zur weißen Suppe.

5. Am Ostersonntag: Aufwärmen und Finishing

Die Suppe in einem Topf bei niedriger bis mittlerer Hitze langsam erwärmen – nicht aufkochen, damit die Crème fraîche nicht ausflockt. Die Spargelköpfe kurz in heißer Butter schwenken. Die Lammschulter im Bratensud bei 150 °C zugedeckt für etwa fünfundvierzig Minuten regenerieren – das Regenerieren bedeutet hier: sanftes Wiedererwärmen ohne weiteres Garen, bis das Fleisch eine Kerntemperatur von rund 70–72 °C erreicht. Den Bratensud separat aufkochen und bei Bedarf mit einem kleinen Stück kalter Butter montieren – dieser Technikgriff bindet die Sauce leicht und verleiht ihr Glanz. Das Frühlingsgemüse blanchieren und in Butter schwenken, mit Salz, einer Prise Zucker und frischer Minze abschmecken. Die Erdbeeren für den Panna Cotta erst jetzt mit Puderzucker und Zitronensaft mischen, kurz durchziehen lassen.

Mein cheftipp

Der größte Fehler beim Vorauskochen ist, die Sauce zu vergessen. Reduzieren Sie den Bratensud am Vortag bereits auf zwei Drittel ein, kümmern Sie sich am Festtag nur noch ums Montieren mit Butter. Wer ganz sicher gehen möchte: Einen Esslöffel Kartoffelstärke, in etwas kaltem Wasser aufgelöst, hält die Sauce auch nach dem Regenerieren stabil und glänzend. Für den Spargel gilt: weißer Spargel aus der Region, möglichst frisch gestochen, braucht keine Würze außer etwas Butter, Salz und einer Prise Zucker – alles andere überdeckt seinen charakteristischen, leicht bitteren Eigengeschmack.

Weinbegleitung

Ein Drei-Gänge-Menü mit Spargel, Lamm und Zitrusdessert verlangt nach Weinen, die sowohl die Frische des Frühlings als auch die Fleischtiefe des zweiten Gangs aufnehmen können.

Zum Spargel empfiehlt sich ein Grüner Veltliner aus der Wachau oder ein trockener Grauburgunder aus Baden – beide bringen die nötige Mineralität mit, um den Spargel nicht zu übertönen. Zur Lammschulter harmoniert ein mittelschwerer Pinot Noir aus dem Burgund oder ein Blaufränkisch aus dem Burgenland: fruchtig, mit dezenten Gerbstoffen, die das geschmorte Fleisch unterstreichen ohne es zu erdrücken. Zum Zitronen-Panna-Cotta passt ein leicht süßer Moscato d'Asti oder, als alkoholfreie Alternative, ein mit Zitronenschale und Ingwer aromatisiertes Mineralwasser.

Wissenswertes zu diesem ostermenü

Lamm gilt in der europäischen Osterküche seit Jahrhunderten als das festliche Fleisch schlechthin – ein Symbol des Frühlings und der Erneuerung, das seinen Ursprung in jüdischen und christlichen Traditionen hat. In Frankreich ist das gigot d'agneau pascal noch heute auf nahezu jedem Ostertisch anzutreffen, in der griechischen Küche wird das Lamm am Spieß gebraten, in Deutschland und Österreich bevorzugt man die Schulter oder Keule aus dem Ofen. Der weiße Spargel, der in Deutschland besonders verehrt wird und als das heimische Frühlingsgemüse gilt, trifft bei Ostern – je nach Region zwischen Ende März und Anfang Mai – auf seine ideale Erntezeit.

Das Konzept des vollständig vorbereitbaren Festmenüs ist kein Zugeständnis an mangelnden Ehrgeiz, sondern eine Philosophie der professionellen Restaurantküche: Die Mise en place, die vollständige Vorbereitung aller Komponenten vor dem Service, ist das Fundament jeder geordneten Küche. Was im Restaurant selbstverständlich ist, lässt sich problemlos ins Privatleben übertragen – mit dem Ergebnis, dass der Gastgeber am Festtag präsent ist, anstatt zwischen Herd und Tisch zu pendeln.

Nährwerte (pro Person, Gesamtmenü, Richtwerte)

NährstoffMenge
Kalorien~820 kcal
Eiweiß~52 g
Kohlenhydrate~45 g
davon Zucker~28 g
Fett~48 g
Ballaststoffe~6 g

Häufig gestellte fragen

Wie lange im Voraus kann das gesamte Menü vorbereitet werden?

Der Panna Cotta kann bis zu zwei Tage im Voraus zubereitet und im Kühlschrank aufbewahrt werden. Lammschulter und Spargelsuppe lassen sich optimal am Vortag komplett fertigstellen. Am Festtag selbst bedarf es dann nur noch des behutsamen Aufwärmens, des Anrichtens und des Schwenkens des Frühlingsgemüses – zusammen maximal eine Stunde Aufwand.

Was ist zu tun, wenn kein weißer Spargel erhältlich ist?

Grüner Spargel funktioniert als Ersatz sehr gut und benötigt keine Schale. Die Suppe wird dadurch etwas kräftiger im Geschmack und erhält eine zart grünliche Farbe, was optisch reizvoll ist. Alternativ kann der erste Gang auch durch eine Erbsencreme mit Minze oder eine Petersilienwurzelsuppe ersetzt werden – beides sind ebenfalls typische Frühlingskomponenten.

Ist es möglich, die Lammschulter durch ein anderes Fleisch zu ersetzen?

Wer kein Lamm bevorzugt, kann auf eine Kalbsschulter oder einen Schweinebauch aus der Region ausweichen – beides eignet sich hervorragend zum langen Schmoren und profitiert ebenfalls vom Vorkochen. Die Garzeiten bleiben ähnlich, die Kerntemperaturen variieren leicht: Für Kalbfleisch werden ~75 °C angestrebt, für Schweinefleisch ~80 °C.

Wie lässt sich der Panna Cotta am besten aus den Förmchen lösen?

Die Förmchen kurz in heißes Wasser tauchen – etwa fünf Sekunden –, damit sich der Rand löst. Dann einen Teller auf das Förmchen legen, beides zusammen mit einer ruhigen Bewegung umdrehen und leicht schütteln. Wer auf das Stürzen verzichten möchte, kann den Panna Cotta direkt in elegante Gläser füllen und die Erdbeersauce obenauf geben – optisch ansprechend und ohne Risiko.

Wie können die Reste des Menüs verwertet werden?

Die Lammschulter schmeckt am nächsten Tag in Scheiben geschnitten, kalt mit scharfem Senf und Brot, oder erwärmt in einem Lammragout mit Nudeln. Die Spargelsuppe hält sich drei Tage im Kühlschrank und lässt sich problemlos erneut erwärmen. Übrig gebliebener Panna Cotta bleibt abgedeckt bis zu zwei Tage frisch.

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