Pulled Pork vom Gasgrill: Dieses Weber-Rezept braucht nur 4 Stunden statt 12

Geschrieben von Annika· 4 Min. Lesezeit

Die traditionelle Zubereitung von pulled pork erfordert normalerweise zwölf Stunden Geduld und eine präzise Temperaturkontrolle. Weber hat jedoch eine revolutionäre Methode entwickelt, die diesen amerikanischen Klassiker in nur vier Stunden auf dem Gasgrill zaubert. Diese Technik kombiniert indirekte Hitze(eine Garmethode, bei der das Fleisch nicht direkt über der Flamme liegt) mit einer optimierten Temperaturführung. Das Ergebnis überzeugt selbst Puristen: zartes, saftiges Schweinefleisch, das sich mühelos mit der Gabel zerteilen lässt. Für vier Personen benötigen Sie lediglich wenige Zutaten und etwas Grundausstattung. Die Zeitersparnis macht diese Variante perfekt für spontane Grillabende oder Wochenendessen, ohne auf authentischen Geschmack verzichten zu müssen.

30

240

moyen

€€

Zutaten

Personen+

Utensilien

Zubereitung

1.

Das Fleisch aus dem Kühlschrank nehmen und mindestens 30 Minuten bei Raumtemperatur ruhen lassen. Dieser Schritt ist wichtig, damit das Fleisch gleichmäßig gart. Die Schweineschulter mit Küchenpapier gründlich trocken tupfen, denn Feuchtigkeit verhindert die Bildung einer schönen Kruste.

2.

Die gesamte Oberfläche des Fleisches dünn mit Olivenöl einreiben. Das Öl hilft der Gewürzmischung, am Fleisch zu haften. Anschließend die BBQ-Rub Gewürzmischung großzügig und gleichmäßig auf allen Seiten verteilen. Mit den Händen sanft einmassieren, sodass eine durchgehende Kruste entsteht.

3.

Den Gasgrill für indirekte Hitze vorbereiten: nur die äußeren Brenner auf mittlere Stufe einschalten, den mittleren Brenner ausgeschaltet lassen. Die Tropfschale mit etwas Wasser füllen und unter dem Rost in der Mitte platzieren. Diese Methode sorgt für eine konstante Temperatur von etwa 160 Grad Celsius.

4.

Die Schweineschulter mit der Fettseite nach oben auf den Rost über der Tropfschale legen. Den Grilldeckel schließen und das Fleischthermometer in den dicksten Teil des Fleisches stecken, ohne dabei den Knochen zu berühren. Die Zieltemperatur liegt bei 90 Grad Celsius im Kern.

5.

Nach etwa 90 Minuten die Temperatur kontrollieren. Sollte die Oberfläche zu dunkel werden, das Fleisch locker mit Alufolie abdecken. Alle 45 Minuten mit Apfelsaft besprühen oder bepinseln, um die Feuchtigkeit zu erhalten und eine glänzende Oberfläche zu erzeugen.

6.

Sobald die Kerntemperatur 75 Grad Celsius erreicht hat, das Fleisch in doppelter Lage Alufolie einwickeln. Dabei 100 Milliliter Apfelsaft mit einschlagen. Dieses Wrapping(das Einwickeln in Folie während des Garens) beschleunigt den Garprozess und macht das Fleisch besonders zart.

7.

Das eingewickelte Fleisch zurück auf den Grill legen und weitergaren, bis die Kerntemperatur 90 Grad Celsius erreicht. Dies dauert etwa weitere 90 Minuten. Bei dieser Temperatur lösen sich die Kollagenfasern vollständig auf und das Fleisch wird butterweich.

8.

Das Fleisch vom Grill nehmen und noch in der Folie mindestens 30 Minuten ruhen lassen. Dieser Schritt ist entscheidend, damit sich die Säfte gleichmäßig im Fleisch verteilen. Wer diesen Schritt überspringt, riskiert trockenes Fleisch.

9.

Die Alufolie vorsichtig öffnen und den austretenden Saft in einer Schüssel auffangen. Das Fleisch mit zwei Gabeln auseinanderzupfen, dabei die Fasern in ihre natürliche Richtung teilen. Eventuell vorhandene Fettstücke entfernen, sie sind nach der langen Garzeit meist zu weich.

10.

Das gezupfte Fleisch mit dem aufgefangenen Saft und der BBQ-Sauce vermischen. Die Menge der Sauce nach persönlichem Geschmack anpassen. Manche bevorzugen viel Sauce, andere mögen es trockener. Mit Salz und Pfeffer abschmecken und sofort servieren.

Tipp vom Chefkoch

Verwenden Sie unbedingt ein zuverlässiges Fleischthermometer, denn die Kerntemperatur ist der wichtigste Indikator für perfektes pulled pork. Die Garzeit kann je nach Dicke des Fleischstücks variieren, aber die Temperatur lügt nie. Wenn Sie Zeit haben, lassen Sie das gewürzte Fleisch über Nacht im Kühlschrank ziehen – die Aromen dringen dann noch tiefer ein. Für eine intensivere Rauchnote können Sie eine Räucherbox mit eingeweichten Holzchips auf dem Grill platzieren. Apfelholz oder Hickory passen hervorragend zu Schweinefleisch. Bewahren Sie übrig gebliebenes pulled pork im Kühlschrank auf und erwärmen Sie es am nächsten Tag vorsichtig mit etwas zusätzlicher Sauce – es schmeckt oft sogar noch besser, da die Aromen Zeit hatten, sich zu verbinden.

Passende Getränke zum pulled pork

Zu diesem kräftigen, würzigen Gericht passt ein vollmundiges Craft Beer, insbesondere ein India Pale Ale oder ein dunkles Porter. Die Hopfenbitterkeit schneidet durch die Fettigkeit des Fleisches und die malzigen Noten harmonieren mit den Raucharomen. Weinliebhaber greifen zu einem fruchtigen Zinfandel oder einem kräftigen Syrah, deren Tannine die Süße der BBQ-Sauce ausbalancieren. Für alkoholfreie Alternativen empfiehlt sich eine hausgemachte Limonade mit Ingwer und Limette oder ein gekühlter Eistee mit Pfirsichnote. Die Säure dieser Getränke erfrischt den Gaumen zwischen den einzelnen Bissen und hebt die komplexen Gewürzaromen hervor.

Zusätzliche Info

Pulled pork stammt aus den Südstaaten der USA, wo es seit Jahrhunderten zur Barbecue-Tradition gehört. Ursprünglich nutzten Siedler diese Garmethode, um günstige Fleischstücke durch langes, schonendes Garen zart und genießbar zu machen. Die klassische Zubereitung erfolgte in Pit-Smokern(großen Gruben mit Holzfeuer), wo das Fleisch bis zu 16 Stunden bei niedriger Temperatur räucherte. Jede Region entwickelte eigene Varianten: in North Carolina dominiert eine essigbasierte Sauce, während in Kansas City süße, tomatenlastige Saucen bevorzugt werden. Die Weber-Methode revolutioniert diese Tradition, indem sie moderne Grilltechnik nutzt, um ähnliche Ergebnisse in einem Bruchteil der Zeit zu erzielen. Die Schweineschulter eignet sich besonders gut, da ihr hoher Bindegewebsanteil beim langen Garen in Gelatine umgewandelt wird, was für die charakteristische Saftigkeit sorgt. Heute ist pulled pork weltweit beliebt und wird in Burgern, Tacos oder als eigenständiges Hauptgericht serviert.

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