Rahmgulasch: ideal für Liebhaber cremiger Soßen

Geschrieben von Annika· 5 Min. Lesezeit

Das Rahmgulasch zählt zu den beliebtesten Schmorgerichten der mitteleuropäischen Küche und begeistert seit Generationen Liebhaber cremiger, würziger Soßen. Diese Variante des klassischen ungarischen Gulaschs unterscheidet sich durch die Zugabe von Sahne oder Sauerrahm, die dem Gericht eine samtige Textur und eine angenehme Milde verleiht. Während das ursprüngliche Gulasch mit seinem kräftigen Paprikageschmack und der dünneren Konsistenz überzeugt, punktet das Rahmgulasch durch seine reichhaltige, cremige Soße, die perfekt zu Spätzle, Nudeln oder Kartoffeln passt. Die Zubereitung erfordert zwar etwas Geduld, doch das Ergebnis entschädigt mit intensiven Aromen und einer Konsistenz, die auf der Zunge zergeht. Besonders in der kalten Jahreszeit wärmt dieses Gericht Körper und Seele gleichermaßen.

25

90

mittel

€€

Zutaten

Personen+

Utensilien

Zubereitung

1.

Das Rindfleisch unter fließendem kaltem Wasser abspülen und gründlich trocken tupfen. Anschließend in gleichmäßige Würfel von etwa 3 bis 4 Zentimetern schneiden. Diese Größe ist wichtig, damit das Fleisch während der langen Schmorzeit nicht zerfällt, aber dennoch schön zart wird. Die Zwiebeln schälen und in feine Würfel schneiden. Den Knoblauch ebenfalls schälen und fein hacken.

2.

Den Bräter oder Schmortopf auf mittlerer bis hoher Stufe erhitzen und das Pflanzenöl hineingeben. Sobald das Öl heiß ist, die Fleischwürfel portionsweise anbraten. Wichtig ist, dass ihr das Fleisch nicht überfüllt, sonst gibt es zu viel Flüssigkeit ab und kocht, statt zu bräunen. Jede Portion sollte von allen Seiten eine schöne braune Kruste bekommen. Das dauert pro Portion etwa 5 bis 6 Minuten. Das gebräunte Fleisch herausnehmen und beiseite stellen.

3.

In demselben Topf die Zwiebelwürfel bei mittlerer Hitze glasig dünsten. Das dauert etwa 4 bis 5 Minuten. Die Zwiebeln sollten weich werden und leicht Farbe annehmen, aber nicht verbrennen. Den gehackten Knoblauch hinzufügen und weitere 2 Minuten mitdünsten, bis ein herrlicher Duft aufsteigt.

4.

Die Hitze reduzieren und das Paprikapulver über die Zwiebeln streuen. Sofort mit einem Holzlöffel umrühren, damit das Paprikapulver nicht verbrennt. Paprikapulver wird schnell bitter, wenn es zu heiß wird, deshalb arbeitet ihr hier zügig. Das Tomatenmark einrühren und etwa 1 Minute anrösten lassen. Das verstärkt den Geschmack erheblich.

5.

Das angebratene Fleisch zurück in den Topf geben und gut mit der Zwiebel-Paprika-Mischung vermischen. Mit der Rinderbrühe ablöschen und dabei den Topfboden mit dem Holzlöffel abschaben, um alle angesetzten Röstaromen zu lösen. Diese Fond genannten Rückstände sind pure Geschmacksträger. Kümmel, Majoran und Lorbeerblätter hinzufügen. Mit Salz und Pfeffer würzen.

6.

Den Topf mit einem Deckel verschließen und bei sehr niedriger Hitze etwa 90 Minuten köcheln lassen. Das Fleisch sollte ganz sanft in der Flüssigkeit garen. Schmoren bedeutet langsames Garen in Flüssigkeit bei niedriger Temperatur, wodurch das Bindegewebe im Fleisch zart wird. Gelegentlich umrühren und prüfen, ob noch genug Flüssigkeit vorhanden ist. Bei Bedarf etwas Wasser oder Brühe nachgießen.

7.

Nach der Garzeit sollte das Fleisch butterweich sein. Die Lorbeerblätter entfernen. In einer kleinen Schüssel den Sauerrahm mit dem Mehl glattrühren, bis keine Klümpchen mehr vorhanden sind. Diese Mischung in das Gulasch einrühren und weitere 5 Minuten bei niedriger Hitze köcheln lassen, damit die Soße andickt und der mehlige Geschmack verkocht.

8.

Das Rahmgulasch abschmecken und bei Bedarf mit Salz, Pfeffer oder etwas mehr Paprikapulver nachwürzen. Die Konsistenz sollte sämig und cremig sein, die Soße sollte das Fleisch großzügig umhüllen. Falls die Soße zu dick geworden ist, einfach etwas Brühe oder Wasser unterrühren. Ist sie zu dünn, noch ein paar Minuten ohne Deckel einkochen lassen.

Tipp vom Chefkoch

Für ein noch intensiveres Aroma könnt ihr einen Teil der Rinderbrühe durch Rotwein ersetzen. Etwa 150 Milliliter Rotwein verleihen dem Gulasch eine zusätzliche Geschmackstiefe. Außerdem empfehle ich, das Gulasch am Vortag zuzubereiten. Über Nacht ziehen die Gewürze noch besser durch, und am nächsten Tag schmeckt das Gericht noch aromatischer. Beim Aufwärmen einfach bei niedriger Hitze erwärmen und eventuell etwas Flüssigkeit zugeben, falls die Soße zu dick geworden ist.

Passende Getränke zum Rahmgulasch

Zum cremigen, würzigen Rahmgulasch empfiehlt sich ein mittelkräftiger Rotwein mit guter Struktur. Ein österreichischer Zweigelt oder ein ungarischer Kékfrankos (Blaufränkisch) harmonieren hervorragend mit den Paprika-Aromen und der Cremigkeit der Soße. Diese Weine bringen fruchtige Noten mit, die das Gericht ergänzen, ohne es zu dominieren. Wer lieber Weißwein trinkt, kann zu einem kräftigen Grauburgunder greifen, der genug Körper hat, um mit der reichhaltigen Soße mitzuhalten. Auch ein gut gekühltes dunkles Bier, etwa ein Märzen oder ein Dunkel, passt ausgezeichnet zur herzhaften Würze des Gulaschs.

Zusätzliche Info

Das Gulasch hat seinen Ursprung in Ungarn, wo es seit dem 9. Jahrhundert als Hirtengericht bekannt ist. Der Name leitet sich vom ungarischen Wort gulyás ab, was Rinderhirte bedeutet. Ursprünglich war es ein einfaches Gericht aus Fleisch, Zwiebeln und Paprika, das in einem Kessel über offenem Feuer gekocht wurde. Im Laufe der Zeit verbreitete sich das Rezept in ganz Mitteleuropa und wurde regional abgewandelt. Die Rahmvariante entstand vermutlich in Österreich und Süddeutschland, wo man die kräftige Soße durch Zugabe von Sahne oder Sauerrahm verfeinerte. Diese Variante ist milder als das originale ungarische Gulasch und spricht besonders Menschen an, die cremige Soßen bevorzugen. In der österreichischen und bayerischen Küche gehört das Rahmgulasch zu den Klassikern der Hausmannskost und wird traditionell mit Semmelknödeln, Spätzle oder Serviettenknödel serviert. Das Gericht symbolisiert Gemütlichkeit und ist besonders in der kalten Jahreszeit beliebt.

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