Rhabarber-Sirup selber machen: In 15 Minuten fertig und bis zu 4 Wochen haltbar im Kühlschrank

Geschrieben von Barbara· 9 Min. Lesezeit
Rhabarber-Sirup selber machen: In 15 Minuten fertig und bis zu 4 Wochen haltbar im Kühlschrank
Rhabarber-Sirup selber machen: In 15 Minuten fertig und bis zu 4 Wochen haltbar im Kühlschrank

Der Frühling bringt nicht nur wärmere Temperaturen, sondern auch die lang ersehnte Rhabarber-Saison mit sich. Wer kennt nicht den herrlich säuerlich-frischen Geschmack dieses vielseitigen Gemüses, das oft fälschlicherweise für Obst gehalten wird? Rhabarber-Sirup ist eine wunderbare Möglichkeit, diesen charakteristischen Geschmack einzufangen und für bis zu vier Wochen im Kühlschrank zu konservieren. In nur 15 Minuten aktiver Zubereitungszeit entsteht ein Sirup, der sich hervorragend zum Verfeinern von Getränken, Desserts oder sogar herzhaften Gerichten eignet. Die Zubereitung ist denkbar einfach und erfordert keine besonderen Kochkünste. Dieser selbstgemachte Sirup übertrifft gekaufte Varianten bei weitem, denn er enthält keine künstlichen Zusatzstoffe und lässt sich nach eigenem Geschmack süßen. Die leuchtend rosa Farbe macht ihn zudem zu einem optischen Highlight in jedem Glas. Ob als Basis für erfrischende Sommergetränke, als Topping für Joghurt und Eis oder als besondere Zutat in Cocktails – die Verwendungsmöglichkeiten sind nahezu unbegrenzt. Mit diesem Rezept gelingt der perfekte Rhabarber-Sirup garantiert, auch Anfängern in der Küche.

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Zutaten

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Utensilien

Zubereitung

1. Vorbereitung des Rhabarbers

Wascht den Rhabarber gründlich unter fließendem kaltem Wasser. Dies ist wichtig, um eventuelle Erdreste oder Schmutz zu entfernen. Entfernt dann die Blätter vollständig, falls noch welche vorhanden sind, denn diese enthalten Oxalsäure eine natürliche Säure, die in hohen Mengen giftig sein kann und dürfen keinesfalls verwendet werden. Schneidet nun die Enden der Stangen ab. Die Schale könnt ihr dran lassen, denn sie enthält viele Farbstoffe, die dem Sirup später seine schöne rosa Farbe verleihen. Schneidet den Rhabarber in etwa 2 bis 3 Zentimeter große Stücke. Je kleiner die Stücke, desto schneller geben sie ihren Saft und ihr Aroma ab. Legt die geschnittenen Stücke beiseite.

2. Kochen des Sirups

Gebt das Wasser zusammen mit dem Zucker in einen mittelgroßen Topf. Stellt den Topf auf mittlere Hitze und rührt gelegentlich um, damit sich der Zucker vollständig auflöst. Dies dauert etwa 2 bis 3 Minuten. Sobald der Zucker komplett aufgelöst ist, gebt die Rhabarberstücke hinzu. Erhöht die Hitze leicht und bringt die Mischung zum Kochen. Sobald sie kocht, reduziert die Hitze wieder auf mittlere Stufe. Lasst den Rhabarber nun etwa 8 bis 10 Minuten köcheln sanft kochen bei niedriger Temperatur. Ihr werdet bemerken, wie die Rhabarberstücke weich werden und ihre Farbe an die Flüssigkeit abgeben. Rührt gelegentlich um, damit nichts am Boden ansetzt. Nach dieser Zeit sollte der Rhabarber sehr weich sein und die Flüssigkeit eine intensive rosa Farbe angenommen haben.

3. Abschmecken und Verfeinern

Fügt nun den Zitronensaft und den Vanillezucker hinzu. Der Zitronensaft verstärkt nicht nur den fruchtigen Geschmack, sondern hilft auch dabei, die schöne Farbe zu erhalten und wirkt als natürliches Konservierungsmittel. Der Vanillezucker verleiht dem Sirup eine zusätzliche aromatische Note. Rührt alles gut um und lasst die Mischung noch eine weitere Minute köcheln. Nehmt dann den Topf vom Herd und lasst den Sirup etwa 5 Minuten abkühlen. Diese kurze Ruhezeit ermöglicht es den Aromen, sich optimal zu entfalten.

4. Abseihen des Sirups

Stellt ein feines Sieb über eine große Schüssel oder einen Messbecher. Gießt die Rhabarber-Mischung vorsichtig durch das Sieb. Drückt die Rhabarberstücke mit einem Löffel leicht aus, um möglichst viel Flüssigkeit zu gewinnen. Aber Vorsicht: drückt nicht zu fest, sonst wird der Sirup trüb. Die Rhabarberstücke könnt ihr anschließend entsorgen oder für andere Zwecke verwenden, beispielsweise als Kompott. Der klare, rosa Sirup sollte nun in eurer Schüssel sein. Lasst ihn vollständig auf Raumtemperatur abkühlen, bevor ihr ihn abfüllt.

5. Abfüllen und Aufbewahren

Während der Sirup abkühlt, bereitet eure Glasflaschen vor. Spült sie gründlich mit heißem Wasser aus oder sterilisiert sie kurz, indem ihr sie mit kochendem Wasser ausspült. Dies tötet eventuell vorhandene Bakterien ab und verlängert die Haltbarkeit des Sirups. Lasst die Flaschen gut abtropfen. Verwendet einen Trichter, um den abgekühlten Sirup in die Flaschen zu füllen. Füllt sie nicht ganz bis zum Rand, sondern lasst etwa einen Zentimeter Platz. Verschließt die Flaschen fest und beschriftet sie mit dem Datum der Herstellung. Bewahrt den Sirup im Kühlschrank auf, wo er bis zu vier Wochen haltbar ist. Schüttelt die Flasche vor jedem Gebrauch leicht.

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Tipp vom Chefkoch

Für eine noch intensivere Farbe könnt ihr rote Rhabarbersorten verwenden, diese ergeben einen kräftigeren rosa Ton. Wer es weniger süß mag, kann die Zuckermenge auf 250 gramm reduzieren. Der Sirup lässt sich auch wunderbar mit anderen Aromen kombinieren: probiert doch mal frischen Ingwer, Minze oder Erdbeeren aus, die ihr während des Kochens hinzufügt. Wenn ihr den Sirup länger haltbar machen möchtet, könnt ihr ihn auch einfrieren – am besten portionsweise in Eiswürfelbehältern, so habt ihr immer die perfekte Menge griffbereit. Achtet darauf, dass alle verwendeten Gefäße wirklich sauber sind, denn Verunreinigungen können die Haltbarkeit erheblich verkürzen.

Erfrischende Getränkeideen mit Rhabarber-Sirup

Der selbstgemachte Rhabarber-Sirup ist die perfekte Grundlage für erfrischende Getränke aller Art. Für eine klassische Rhabarber-Schorle mischt etwa 3 Esslöffel Sirup mit 200 milliliter kaltem Sprudelwasser und gebt einige Eiswürfel sowie frische Minzblätter hinzu. Wer es alkoholisch mag, kann den Sirup mit Prosecco oder Weißwein mischen – ein idealer Aperitif für warme Sommerabende. Auch in Cocktails macht sich der Sirup hervorragend: kombiniert ihn mit Gin, Limettensaft und Tonic Water für einen fruchtigen Rhabarber-Gin-Tonic. Für Kinder ist eine Mischung mit kaltem Mineralwasser und einem Spritzer Zitrone perfekt. Der Sirup eignet sich auch zum Verfeinern von Eistee oder Limonade.

Zusätzliche Info

Rhabarber gehört botanisch gesehen zur Familie der Knöterichgewächse und ist damit ein Gemüse, obwohl er in der Küche meist wie Obst verwendet wird. Ursprünglich stammt Rhabarber aus dem Himalaya-Gebiet und wurde bereits vor über 5000 Jahren in China als Heilpflanze geschätzt. Nach Europa gelangte er erst im 18. Jahrhundert und wurde zunächst ausschließlich zu medizinischen Zwecken angebaut. Die charakteristische Säure des Rhabarbers kommt von der enthaltenen Oxalsäure, weshalb er nie roh in großen Mengen verzehrt werden sollte. Die Saison für heimischen Rhabarber läuft traditionell von April bis zum Johannistag am 24. Juni, danach steigt der Oxalsäuregehalt in den Stangen deutlich an. Rhabarber enthält viel Vitamin C, Kalium und Ballaststoffe, ist dabei aber sehr kalorienarm. Die roten Sorten enthalten zusätzlich Anthocyane, sekundäre Pflanzenstoffe mit antioxidativer Wirkung.

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