Sauerkraut-Gulasch: deftig und perfekt für gemütliche Abende

Geschrieben von Annika· 5 Min. Lesezeit

In den kalten Monaten sehnt sich der Körper nach deftigen, wärmenden Gerichten, die Geborgenheit vermitteln. Das Sauerkraut-Gulasch vereint die rustikale Tradition der mitteleuropäischen Küche mit intensiven Aromen, die jeden gemütlichen Abend zu einem kulinarischen Erlebnis machen. Dieses Gericht stammt ursprünglich aus den ländlichen Regionen Deutschlands und Österreichs, wo Sauerkraut seit Jahrhunderten als wertvolles Wintergemüse geschätzt wird. Die Kombination aus zartem Rindfleisch, säuerlichem Kraut und einer würzigen Sauce ergibt eine harmonische Komposition, die sowohl sättigt als auch den Gaumen verwöhnt. Perfekt für Abende, an denen man sich Zeit nimmt, um in Ruhe zu kochen und zu genießen.

25

120

mittel

€€

Zutaten

Personen+

Utensilien

Zubereitung

1. vorbereitung der zutaten

Beginnt damit, das Sauerkraut aus dem Glas oder der Dose zu nehmen und es in einem Sieb gründlich unter fließendem Wasser abzuspülen. Dieser Schritt ist wichtig, um überschüssige Säure zu entfernen und das Kraut milder zu machen. Lasst es gut abtropfen. Schält die Zwiebeln und schneidet sie in feine Würfel. Das Rindergulasch tupft ihr mit Küchenpapier trocken, damit es beim Anbraten eine schöne Kruste bekommt. Schneidet zu große Fleischstücke in mundgerechte Würfel von etwa 3 bis 4 cm.

2. anbraten des fleisches

Erhitzt das Pflanzenöl in einem großen Bräter oder Topf bei mittlerer bis hoher Hitze. Wenn das Öl heiß ist, gebt ihr das Fleisch portionsweise hinein. Achtet darauf, den Topf nicht zu überfüllen, sonst gart das Fleisch statt zu bräunen. Bratet die Fleischstücke von allen Seiten kräftig an, bis sie eine goldbraune Farbe entwickeln. Dieser Vorgang nennt sich anbraten und sorgt für intensive Röstaromen, die dem Gulasch Tiefe verleihen. Nehmt das gebräunte Fleisch aus dem Topf und stellt es beiseite.

3. anschwitzen der zwiebeln

Im gleichen Topf, in dem noch die Brataromen vom Fleisch sind, gebt ihr die gewürfelten Zwiebeln hinzu. Lasst sie bei mittlerer Hitze glasig werden, was etwa 5 Minuten dauert. Rührt dabei regelmäßig um, damit nichts anbrennt. Die Zwiebeln nehmen die Röstaromen vom Boden auf und geben dem Gulasch eine wunderbare Grundlage.

4. würzen und ablöschen

Fügt nun das Tomatenmark zu den Zwiebeln hinzu und röstet es kurz mit an, etwa 1 Minute lang. Dadurch verliert es seine rohe Note und entwickelt ein volleres Aroma. Streut das Paprikapulver, den gemahlenen Kümmel und eine Prise Salz darüber. Rührt alles gut durch. Gebt das Fleisch zurück in den Topf und gießt die Rinderbrühe an. Das nennt man ablöschen, dabei lösen sich alle köstlichen Röstaromen vom Topfboden. Fügt die Lorbeerblätter und die Wacholderbeeren hinzu. Diese kleinen blauen Beeren verleihen dem Gericht eine leicht harzige, würzige Note, die perfekt zum Sauerkraut passt.

5. schmoren des gulaschs

Bringt die Flüssigkeit zum Kochen, reduziert dann die Hitze auf niedrige Stufe und deckt den Topf mit einem Deckel ab. Lasst das Gulasch nun für etwa 90 Minuten sanft köcheln. Das langsame Garen bei niedriger Temperatur macht das Fleisch butterzart und lässt alle Aromen miteinander verschmelzen. Kontrolliert gelegentlich, ob noch genug Flüssigkeit im Topf ist. Falls nötig, gießt etwas Wasser nach.

6. zugabe des sauerkrauts

Nach der Garzeit hebt ihr das abgetropfte Sauerkraut unter das Gulasch. Rührt es vorsichtig unter, damit es sich gleichmäßig verteilt. Fügt den Teelöffel Zucker hinzu, der die Säure des Krauts ausbalanciert und für eine angenehme Geschmacksharmonie sorgt. Lasst alles zusammen noch einmal 20 bis 30 Minuten bei niedriger Hitze köcheln, damit sich die Aromen verbinden können.

7. abschmecken und servieren

Entfernt die Lorbeerblätter und die Wacholderbeeren, falls ihr sie findet. Schmeckt das Gulasch mit Salz und frisch gemahlenem schwarzem Pfeffer ab. Je nach Geschmack könnt ihr noch etwas mehr Paprikapulver oder einen Spritzer Essig hinzufügen, wenn ihr es säuerlicher mögt. Das Sauerkraut-Gulasch ist nun fertig und kann serviert werden.

Tipp vom Chefkoch

Wenn ihr das Gulasch einen Tag im Voraus zubereitet, schmeckt es am nächsten Tag noch intensiver, da die Aromen über Nacht durchziehen können. Bewahrt es im Kühlschrank auf und erwärmt es langsam wieder. Falls das Gulasch zu dickflüssig wird, verdünnt es mit etwas Brühe oder Wasser. Für eine cremigere Konsistenz könnt ihr am Ende einen Esslöffel saure Sahne unterrühren, die dem Gericht eine angenehme Frische verleiht.

passende getränke zum sauerkraut-gulasch

Zu diesem deftigen Gericht empfiehlt sich ein kräftiger Rotwein wie ein Zweigelt aus Österreich oder ein Dornfelder aus Deutschland. Diese Weine haben genug Körper und Frucht, um mit den intensiven Aromen des Gulaschs mitzuhalten, ohne von der Säure des Sauerkrauts überdeckt zu werden. Wer es lieber alkoholfrei mag, greift zu einem dunklen Bier wie einem Schwarzbier oder einem Dunkel, das die rustikalen Noten des Gerichts wunderbar ergänzt. Auch ein Apfelsaft mit einem Schuss Mineralwasser bietet eine erfrischende Alternative, die die Säure des Krauts ausbalanciert.

Zusätzliche Info

Das Sauerkraut-Gulasch ist ein typisches Beispiel für die deftige Hausmannskost, die in den ländlichen Regionen Mitteleuropas seit Generationen zubereitet wird. Sauerkraut entsteht durch die Fermentation von Weißkohl und war früher eine der wenigen Möglichkeiten, Gemüse haltbar zu machen und über den Winter zu lagern. Die Kombination mit Rindfleisch zu einem Gulasch verbindet die ungarische Tradition des Paprika-Schmorfleischs mit der deutschen Vorliebe für säuerliches Kraut. Besonders in Bayern, Österreich und Böhmen ist dieses Gericht beliebt und wird oft zu festlichen Anlässen oder einfach an kalten Wintertagen serviert. Die Wacholderbeeren, die dem Gericht eine besondere Note verleihen, wachsen wild in den Wäldern Mitteleuropas und werden seit jeher zum Würzen von Fleisch- und Krautgerichten verwendet.

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