Spargel mit Sauce hollandaise: Warum Johann Lafer statt Butter geklärte Butter verwendet

Geschrieben von Barbara· 7 Min. Lesezeit
Spargel mit Sauce hollandaise: Warum Johann Lafer statt Butter geklärte Butter verwendet
Spargel mit Sauce hollandaise: Warum Johann Lafer statt Butter geklärte Butter verwendet

Spargel gilt in Deutschland als Delikatesse, die jedes Frühjahr mit großer Vorfreude erwartet wird. Die klassische Begleitung zu diesem edlen Gemüse ist die Sauce hollandaise, eine cremige Emulsion aus Eigelb, Butter und Zitrone. Während viele Hobbyköche zur gewöhnlichen Butter greifen, schwört Sternekoch Johann Lafer auf eine besondere Zutat: geklärte Butter. Diese Wahl ist keineswegs zufällig, sondern basiert auf jahrelanger Erfahrung und dem Streben nach kulinarischer Perfektion.

Die Bedeutung der Sauce hollandaise für den Spargel

Eine traditionsreiche Verbindung

Die Sauce hollandaise zählt zu den fünf Grundsaucen der französischen Küche und hat sich als ideale Begleitung zum Spargel etabliert. Ihre samtige Konsistenz und der dezent säuerliche Geschmack ergänzen das feine Aroma des Spargels, ohne es zu überdecken. Die Butter verleiht der Sauce ihre charakteristische Cremigkeit, während das Eigelb für die Bindung sorgt und einen leicht nussigen Geschmack beisteuert.

Warum gerade diese Sauce zum Spargel passt

Der milde, leicht erdige Geschmack des Spargels verlangt nach einer Sauce, die ihn unterstreicht, aber nicht dominiert. Die Sauce hollandaise erfüllt diese Anforderung perfekt. Ihre butterige Fülle harmoniert mit der zarten Textur des Gemüses, während die Säure der Zitrone einen frischen Kontrapunkt setzt. Diese Balance macht die Kombination zu einem Klassiker der deutschen Frühlingsküche, der seit Generationen geschätzt wird.

Diese kulinarische Tradition wird von Köchen wie Johann Lafer weiterentwickelt, die durch kleine Anpassungen in der Zubereitung noch bessere Ergebnisse erzielen möchten.

Johann Lafer: Ein Meister der Gastronomie

Der Weg zum Sternekoch

Johann Lafer gehört zu den bekanntesten Köchen Deutschlands und hat sich über Jahrzehnte einen Namen in der gehobenen Gastronomie gemacht. Seine Karriere führte ihn durch renommierte Küchen, bevor er sein eigenes Restaurant eröffnete. Dort entwickelte er einen Kochstil, der traditionelle Rezepte mit modernen Techniken verbindet und dabei stets auf höchste Qualität der Zutaten achtet.

Seine Philosophie in der Küche

Lafer legt besonderen Wert auf handwerkliche Perfektion und die Veredelung klassischer Gerichte. Seine Herangehensweise basiert auf dem Verständnis der Grundlagen: Wer die chemischen und physikalischen Prozesse beim Kochen versteht, kann gezielt Verbesserungen vornehmen. Diese Philosophie zeigt sich auch in seiner Entscheidung, für die Sauce hollandaise geklärte Butter statt normaler Butter zu verwenden.

Diese Detailversessenheit führt uns zu der Frage, welche konkreten Vorteile geklärte Butter in der Zubereitung bietet.

Die Vorteile von geklärter Butter in der Küche

Was ist geklärte Butter ?

Geklärte Butter, auch Butterschmalz genannt, entsteht durch das Erhitzen und anschließende Filtern von normaler Butter. Dabei werden Wasser, Milcheiweiß und Milchzucker entfernt, sodass nur noch das reine Butterfett übrig bleibt. Dieser Prozess verändert die Eigenschaften der Butter grundlegend und macht sie für bestimmte Zubereitungen besonders geeignet.

Höherer Rauchpunkt und bessere Stabilität

Der wichtigste Vorteil geklärter Butter liegt in ihrem höheren Rauchpunkt. Während normale Butter bereits bei etwa 170 Grad Celsius zu verbrennen beginnt, hält geklärte Butter Temperaturen bis zu 250 Grad stand. Dies ist besonders bei der Zubereitung von Sauce hollandaise relevant, da diese über Wasserdampf erwärmt wird und präzise Temperaturkontrolle erfordert.

Längere Haltbarkeit und reinerer Geschmack

Durch das Entfernen der Milchbestandteile ist geklärte Butter deutlich länger haltbar als normale Butter. Sie kann mehrere Monate aufbewahrt werden, ohne ranzig zu werden. Zudem bietet sie einen reineren, konzentrierteren Buttergeschmack, der in feinen Saucen besonders zur Geltung kommt. Die Sauce hollandaise erhält dadurch eine intensivere Butternote ohne störende Nebengeschmäcker.

Um diese Unterschiede besser zu verstehen, lohnt sich ein direkter Vergleich zwischen beiden Butterarten.

Vergleich zwischen klassischer Butter und geklärter Butter

Zusammensetzung und Eigenschaften

Normale Butter besteht zu etwa 80 Prozent aus Fett, der Rest setzt sich aus Wasser, Milcheiweiß und Milchzucker zusammen. Diese Bestandteile sind verantwortlich für das typische Butteraroma, können aber bei höheren Temperaturen verbrennen und einen bitteren Geschmack erzeugen. Geklärte Butter hingegen besteht zu nahezu 100 Prozent aus reinem Butterfett, was sie hitzebeständiger und länger haltbar macht.

Auswirkungen auf die Sauce hollandaise

Bei der Zubereitung von Sauce hollandaise kann normale Butter dazu führen, dass sich die Emulsion leichter trennt, insbesondere wenn die Temperatur nicht präzise kontrolliert wird. Die in der Butter enthaltenen Proteine können ausflocken und die Sauce körnig machen. Geklärte Butter eliminiert dieses Risiko weitgehend und sorgt für eine stabilere, seidigere Konsistenz. Die Sauce wird dadurch nicht nur geschmacklich reiner, sondern auch in der Textur gleichmäßiger.

Praktische Überlegungen für Hobbyköche

Für den Heimgebrauch stellt sich die Frage, ob der Mehraufwand gerechtfertigt ist. Geklärte Butter lässt sich relativ einfach selbst herstellen oder fertig kaufen. Der Geschmacksunterschied ist für geübte Gaumen deutlich wahrnehmbar, während Gelegenheitsköche ihn möglicherweise als subtil empfinden. Dennoch lohnt sich der Versuch, besonders wenn man Wert auf ein möglichst authentisches Ergebnis legt.

Mit diesem Wissen ausgestattet, können wir uns nun der praktischen Umsetzung widmen.

Wie man eine perfekte Sauce hollandaise zubereitet

Die richtigen Zutaten

Für eine klassische Sauce hollandaise nach Johann Lafers Art benötigt man folgende Zutaten:

  • 3 Eigelb von frischen Eiern
  • 150 bis 200 Gramm geklärte Butter
  • 1 bis 2 Esslöffel Zitronensaft
  • Salz und weißer Pfeffer
  • Optional: eine Prise Cayennepfeffer

Die Qualität der Zutaten ist entscheidend. Frische Eier mit intensiv gelbem Dotter und hochwertige Butter bilden die Grundlage für eine exzellente Sauce.

Die Zubereitungsschritte im Detail

Die Zubereitung beginnt mit dem Erwärmen der geklärten Butter auf etwa 40 bis 50 Grad. Parallel dazu werden die Eigelbe mit einem Esslöffel Wasser in einer Metallschüssel über einem Wasserbad aufgeschlagen. Die Temperatur des Wasserbads sollte nicht über 60 Grad liegen, da sonst die Gefahr besteht, dass das Eigelb gerinnt. Das Eigelb wird so lange geschlagen, bis es eine cremige, schaumige Konsistenz erreicht.

Nun wird die warme geklärte Butter in einem dünnen Strahl unter ständigem Rühren eingearbeitet. Dieser Schritt erfordert Geduld und Aufmerksamkeit, da die Emulsion bei zu schnellem Zugeben der Butter oder falscher Temperatur brechen kann. Die Sauce sollte allmählich dicker werden und eine glänzende, homogene Konsistenz annehmen. Zum Schluss wird mit Zitronensaft, Salz und Pfeffer abgeschmeckt.

Häufige Fehler vermeiden

Die größte Herausforderung liegt in der Temperaturkontrolle. Ist das Wasserbad zu heiß, gerinnt das Eigelb. Ist die Butter zu kalt, verbindet sie sich nicht richtig mit dem Eigelb. Ein weiterer Fehler ist zu schnelles Arbeiten beim Einrühren der Butter. Die Sauce braucht Zeit, um eine stabile Emulsion zu bilden. Sollte die Sauce dennoch gerinnen, kann ein Esslöffel kaltes Wasser oder ein frisches Eigelb helfen, sie zu retten.

Diese Grundlagen bilden die Basis, die Johann Lafer durch seine persönlichen Tipps noch verfeinert.

Johann Lafers Tipps, um Ihren Spargel zu verfeinern

Die richtige Spargelauswahl

Lafer betont die Bedeutung frischen Spargels. Die Stangen sollten fest sein, beim Aneinanderreiben quietschen und an den Schnittenden saftig aussehen. Weißer Spargel sollte makellos weiß sein, während grüner Spargel eine kräftige Farbe aufweisen sollte. Die Dicke der Stangen ist Geschmackssache, wobei dickere Stangen oft mehr Aroma bieten.

Optimale Garung des Spargels

Der Spargel sollte in reichlich Salzwasser mit einer Prise Zucker und einem Stück Butter gekocht werden. Die Garzeit beträgt je nach Dicke 12 bis 18 Minuten. Der Spargel ist perfekt, wenn er noch einen leichten Biss hat, aber nicht mehr roh schmeckt. Lafer empfiehlt, die Stangen liegend zu garen, damit sie gleichmäßig durchziehen.

Die Kunst der Präsentation

Die Anrichtung spielt eine wichtige Rolle für den Gesamteindruck. Der Spargel sollte auf vorgewärmten Tellern serviert werden, die Sauce hollandaise wird entweder darüber gegeben oder separat gereicht. Lafer empfiehlt, den Spargel mit frischen Kräutern wie Kerbel oder Petersilie zu garnieren und mit gekochtem Schinken oder neuen Kartoffeln zu kombinieren.

Die Verwendung von geklärter Butter in der Sauce hollandaise ist nur einer von vielen Details, die ein gutes Gericht zu einem herausragenden machen. Johann Lafers Ansatz zeigt, dass kulinarische Exzellenz oft in scheinbar kleinen Entscheidungen liegt. Die Wahl der richtigen Butterart, die präzise Temperaturkontrolle und die Qualität der Zutaten summieren sich zu einem Geschmackserlebnis, das den Aufwand rechtfertigt. Wer diese Prinzipien beherzigt, kann auch zu Hause Spargel mit Sauce hollandaise auf Sterneniveau zubereiten und die Spargelsaison in vollen Zügen genießen.

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