Airfryer-Gemüsechips aus Roter Bete, Süßkartoffel und Pastinake in nur 10 Minuten!

Geschrieben von Barbara· 9 Min. Lesezeit
Airfryer-Gemüsechips aus Roter Bete, Süßkartoffel und Pastinake in nur 10 Minuten!
Airfryer-Gemüsechips aus Roter Bete, Süßkartoffel und Pastinake in nur 10 Minuten!

Wenn der April die ersten milden Tage bringt und man nach einem leichten, knusprigen Snack sucht, der sich ohne Reue naschen lässt, kommen Gemüsechips aus der Heißluftfritteuse genau richtig. Rote Bete, Süßkartoffel und Pastinake — drei Wurzelgemüse, die im Frühling noch aus der Winterernte erhältlich sind und sich perfekt für hauchdünne Chips eignen. Die Heißluftfritteuse erledigt dabei die Arbeit in einem Bruchteil der Zeit, die ein herkömmlicher Backofen bräuchte, und das bei deutlich weniger Fett. Das Ergebnis: tief gefärbte, aromatische Chips mit einer Textur, die zwischen knusprigem Papier und zartem Schmelz liegt.

Diese Rezeptvariante setzt auf drei verschiedene Gemüsesorten gleichzeitig, was nicht nur optisch ein Highlight auf jedem Tisch ist, sondern auch geschmacklich eine interessante Bandbreite bietet — von der erdigen Süße der Roten Bete über das nussige Aroma der Pastinake bis zur karamellartigen Tiefe der Süßkartoffel. Hier erfahren Sie, wie Sie die Scheiben gleichmäßig dünn schneiden, wie Sie das Würzen optimal einsetzen und worauf es beim Garen in der Heißluftfritteuse wirklich ankommt. Schürze anlegen und loslegen.

Vorbereitung8 Min.
Garzeit10 Min.
Portionen2–3 Personen
SchwierigkeitsgradEinfach
Kosten
SaisonRote Bete, Süßkartoffel, Pastinake (Winterernte, noch im Frühjahr erhältlich)

Geeignet für: Vegan · Vegetarisch · Glutenfrei · Laktosefrei

Zutaten

  • 1 mittelgroße Rote Bete (ca. 150 g, fest und frisch)
  • 1 mittelgroße Süßkartoffel (ca. 200 g)
  • 2 mittelgroße Pastinaken (ca. 150 g)
  • 1–2 EL Olivenöl (nativ extra)
  • 1 TL Meersalz, fein
  • ½ TL geräuchertes Paprikapulver
  • ½ TL Kreuzkümmel, gemahlen
  • frisch gemahlener schwarzer Pfeffer nach Geschmack

Küchenwerkzeug

  • Heißluftfritteuse (Airfryer)
  • Mandoline oder sehr scharfes Küchenmesser
  • Schneidebrett
  • 2 große Rührschüsseln
  • Küchenrolle oder sauberes Küchentuch
  • Küchenpinsel oder Hände zum Verteilen des Öls

Zubereitung

1. Gemüse vorbereiten und schälen

Waschen Sie alle drei Gemüsesorten gründlich unter kaltem Wasser. Die Rote Bete und die Süßkartoffel schälen Sie vollständig, die Pastinaken können Sie — sofern sie jung und makellos sind — mit Schale belassen, was dem Chip eine rustikalere Textur verleiht. Wichtig bei der Roten Bete: Tragen Sie Einweghandschuhe oder arbeiten Sie zügig, da der tief rote Pflanzenfarbstoff Betanin Hände und Schneidbretter intensiv verfärbt. Schneiden Sie die Endstücke beider Enden ab, damit die Gemüse stabil auf dem Brett liegen.

2. Hauchdünn hobeln — die Grundlage für perfekte Chips

Der entscheidende Schritt für gleichmäßig knusprige Chips liegt in der Schnittdicke. Hobeln Sie alle Gemüsesorten auf der Mandoline auf 1,5 bis 2 mm Dicke — dünner als eine Euro-Münze. Wer keine Mandoline besitzt, braucht ein sehr scharfes, dünnes Messer und ruhige, gleichmäßige Züge. Dicke Scheiben werden nicht knusprig, sondern bleiben innen weich und ledrig. Die Pastinaken können Sie der Länge nach in ovale Scheiben schneiden, was elegantere, längliche Chips ergibt. Trennen Sie nach dem Hobeln die Gemüsesorten in verschiedene Schüsseln, da die Rote Bete sonst sofort alles rosa färbt.

3. Feuchtigkeitsentzug — der unterschätzte Zwischenschritt

Legen Sie die Gemüsescheiben auf ein sauberes Küchentuch und tupfen Sie sie gründlich trocken. Dieser Schritt wird häufig übersprungen, ist aber entscheidend: Überschüssige Feuchtigkeit auf der Oberfläche erzeugt Dampf im Airfryer, und Dampf ist der Feind des Knusperns. Besonders die Rote Bete gibt viel Flüssigkeit ab — pressen Sie die Scheiben ruhig kurz zwischen zwei Lagen Küchenrolle. Je trockener die Oberfläche, desto gleichmäßiger und schneller bräunt das Gemüse in der Heißluft.

4. Würzen und ölen

Geben Sie die getrockneten Gemüsescheiben — nun wieder gemeinsam oder noch getrennt, je nach Ihrem Ordnungssinn — in eine große Schüssel. Träufeln Sie das Olivenöl darüber: nicht zu viel, eine dünne, gleichmäßige Schicht genügt. Zu viel Öl führt dazu, dass die Chips fettig werden, statt trocken und knusprig auszuhärten. Bestreuen Sie die Scheiben mit Meersalz, geräuchertem Paprikapulver, Kreuzkümmel und schwarzem Pfeffer. Vermischen Sie alles sorgfältig mit den Händen oder einem Pinsel, sodass jede Scheibe einen hauchdünnen Ölfilm und eine leichte Gewürzschicht trägt.

5. Garen im Airfryer

Heizen Sie die Heißluftfritteuse auf 160 °C vor — nicht höher, denn zu große Hitze verbrennt die dünnen Scheiben außen, bevor sie innen durchgetrocknet sind. Legen Sie die Chips in einer einzigen Schicht in den Garbehälter: Überlappungen verhindern die Luftzirkulation und erzeugen weiche Stellen. Garen Sie die Chips 8 bis 10 Minuten, je nach Dicke der Scheiben und Modell Ihres Airfryers. Öffnen Sie nach der Hälfte der Zeit den Korb und schütteln Sie ihn einmal durch oder wenden Sie die Chips einzeln. Die Chips sind fertig, wenn sie sich trocken und leicht gebogen anfühlen und ihre Farbe intensiviert hat — die Rote Bete wird tiefviolett-braun, die Süßkartoffel goldorange, die Pastinake cremeweiß bis blassgolden. Achtung: Die Chips knuspern nach dem Herausnehmen noch nach, solange sie abkühlen.

6. Abkühlen und servieren

Legen Sie die fertigen Chips auf ein Gitter oder ein mit Küchenrolle ausgelegtes Tablett und lassen Sie sie 3 bis 5 Minuten offen auskühlen — niemals in einer verschlossenen Schüssel, da sich sonst Kondensfeuchtigkeit bildet und die Knusprigkeit verloren geht. Servieren Sie die Chips lauwarm als Snack, als Beilage zu Dips oder als dekorative Garnitur auf Salaten und Suppen.

Mein Küchentipp

Garen Sie die drei Gemüsesorten möglichst in separaten Durchgängen oder zumindest sortenrein nebeneinander, wenn Ihr Airfryer groß genug ist. Rote Bete und Süßkartoffel haben leicht unterschiedliche Garzeiten: Die Pastinake trocknet schneller aus als die Süßkartoffel, die mehr Zucker enthält und daher schneller nachbräunt. Wer die Chips vorbereiten möchte: Die ungegarten, gewürzten Scheiben halten im Kühlschrank zwischen Lagen Küchenrolle bis zu vier Stunden — so können Sie kurz vor dem Servieren frisch garen. Im Frühling lässt sich die Würzmischung wunderbar mit frischem Thymian oder Rosmarin aus dem Kräutergarten ergänzen.

Getränkeempfehlung

Die erdige Süße der Roten Bete und das karamellige Aroma der Süßkartoffel verlangen nach einem Getränk mit lebendiger Frische und dezenter Fruchtigkeit — weder zu schwer noch zu säurebetont.

Ein junger, trockener Grüner Veltliner aus dem Weinviertel harmoniert ausgezeichnet: seine pfeffrige Note spiegelt den Kreuzkümmel wider, seine knappe Würze hebt das Raucharoma des Paprikapulvers hervor. Alternativ passt ein knackiger Picpoul de Pinet aus dem Languedoc mit seiner salzig-zitronigen Frische. Als alkoholfreie Option empfiehlt sich ein mit Ingwer und Limette aufgegossenes Mineralwasser oder ein leicht herber Kräutertee auf Basis von Schafgarbe und Pfefferminze.

Wissenswertes zu Gemüsechips

Gemüsechips aus heimischen Wurzeln haben ihren Ursprung in der Resteverwertungsküche — hauchdünn geschnittenes Wurzelgemüse wurde über dem Herdfeuer oder im Holzofen getrocknet, um es haltbar zu machen. Die industrielle Variante aus der Tüte tauchte in Mitteleuropa erst in den 1990er-Jahren auf, als der Snackmarkt sich diversifizierte und nach Alternativen zur klassischen Kartoffelchip suchte. Die Heißluftfritteuse hat diesem alten Prinzip eine neue Dynamik gegeben: Sie reduziert den Ölbedarf auf ein Minimum und verkürzt die Trockengarzeit erheblich.

Rote Bete gehört botanisch zur Familie der Fuchsschwanzgewächse und war bis ins 19. Jahrhundert vor allem als Medizinalpflanze bekannt, bevor sie in der mitteleuropäischen Küche ihren festen Platz als Wintergemüse einnahm. Die Pastinake hingegen, lange Zeit von der Kartoffel verdrängt, erlebt seit einigen Jahren eine Renaissance auf den Märkten — ihr nussiges, leicht süßliches Aroma überzeugt besonders beim Trockengaren. Die Süßkartoffel stammt ursprünglich aus Mittelamerika und ist heute das meistangebaute tropische Wurzelgemüse weltweit. In Deutschland ist sie vor allem über den Sommer und frühen Herbst erhältlich — die jetzt im Frühjahr angebotenen Exemplare stammen größtenteils aus Spanien oder Ägypten.

Nährwerte (pro Portion, ca. ⅓ der Gesamtmenge, Richtwerte)

NährstoffMenge
Kalorien~115 kcal
Eiweiß~2 g
Kohlenhydrate~18 g
davon Zucker~7 g
Fett~4 g
Ballaststoffe~3 g

Häufig gestellte Fragen

Kann ich die Chips im voraus zubereiten?

Ja, allerdings mit Einschränkungen. Frisch aus dem Airfryer sind die Chips am knusprigsten. Wenn Sie sie einige Stunden vorher vorbereiten möchten, lagern Sie sie offen auf einem Gitter bei Raumtemperatur — auf keinen Fall in einer verschlossenen Dose oder Schüssel, da sie sonst Feuchtigkeit aufnehmen und weich werden. Am nächsten Tag lassen sie sich kurz bei 150 °C für 2–3 Minuten im Airfryer auffrischen.

Wie bewahre ich Reste auf?

Vollständig abgekühlte Chips halten in einer luftdicht verschlossenen Dose mit Silikagelkissen oder einer Papierlage am Boden bis zu 2 Tage knusprig. Kühlschrank empfiehlt sich nicht — die Luftfeuchtigkeit dort macht die Chips schnell weich. Am besten bei Zimmertemperatur und trocken lagern.

Welche anderen Gemüsesorten eignen sich für Airfryer-Chips?

Zucchini (sehr dünn hobeln und unbedingt gut trockentupfen), Rüben, Topinambur, Karotten und Sellerie funktionieren hervorragend. Im Frühsommer lassen sich auch dünne Scheiben von Kohlrabi verwenden. Blättriges Gemüse wie Grünkohl ergibt zarte, papierartige Chips, die bei 130 °C nur 5–6 Minuten benötigen.

Warum werden meine Chips nicht knusprig?

Die häufigsten Ursachen sind: Scheiben zu dick geschnitten (über 2 mm), zu viel Öl verwendet, Gemüse vor dem Garen nicht ausreichend trockengetupft, oder zu viele Scheiben gleichzeitig in den Korb gelegt, sodass die Heißluft nicht zirkulieren kann. Korrigieren Sie einen dieser Punkte, und das Ergebnis wird sich sofort verbessern. Achten Sie auch darauf, dass Ihr Airfryer vor dem Einlegen des Gemüses wirklich auf Temperatur vorgeheizt ist.

Muss ich die rote Bete unbedingt mit Handschuhen schälen?

Nicht zwingend, aber empfohlen. Das in der Roten Bete enthaltene Betanin ist ein intensiver natürlicher Farbstoff, der sich tief in die Haut und Fingernägel einfärbt. Er lässt sich mit Zitronensaft oder Essig teilweise entfernen, verschwindet aber vollständig erst nach ein bis zwei Tagen. Ein Paar Einweghandschuhe spart diese Unannehmlichkeit zuverlässig.

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