Bärlauch-Gnocchi in 20 Minuten: Warum Ricotta im Teig sie fluffiger macht als Kartoffeln allein

Geschrieben von Barbara· 8 Min. Lesezeit
Bärlauch-Gnocchi in 20 Minuten: Warum Ricotta im Teig sie fluffiger macht als Kartoffeln allein
Bärlauch-Gnocchi in 20 Minuten: Warum Ricotta im Teig sie fluffiger macht als Kartoffeln allein

Bärlauch-Gnocchi verbinden frühlingshaften Geschmack mit italienischer Pasta-Tradition. Die Saison des Bärlauchs ist kurz, doch seine intensive Note macht jedes Gericht zu einem kulinarischen Erlebnis. Traditionell werden Gnocchi ausschließlich aus Kartoffeln hergestellt, doch die Zugabe von Ricotta revolutioniert die Textur. Der italienische Frischkäse sorgt für eine luftigere, zartere Konsistenz, die auf der Zunge zergeht. In nur 20 Minuten entstehen hausgemachte Gnocchi, die selbst Pasta-Puristen überzeugen. Die Kombination aus Kartoffeln und Ricotta reduziert zudem die Menge an Mehl, was die Gnocchi leichter und bekömmlicher macht. Bärlauch verleiht den kleinen Teigkissen eine leuchtend grüne Farbe und ein unvergleichliches Aroma, das an Knoblauch erinnert, jedoch deutlich milder und frühlingsfrischer schmeckt.

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Zutaten

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Utensilien

Zubereitung

1. Kartoffeln vorbereiten

Die Kartoffeln gründlich waschen und mit Schale in einem großen Topf mit Salzwasser etwa 20 bis 25 Minuten kochen, bis sie weich sind. Alternativ können bereits vorgekochte Kartoffeln vom Vortag verwendet werden, was Zeit spart. Die Kartoffeln abgießen, kurz ausdampfen lassen und noch heiß schälen. Sofort durch eine Kartoffelpresse drücken oder mit einer Gabel fein zerdrücken. Je feiner die Kartoffelmasse, desto geschmeidiger werden die Gnocchi. Die Kartoffelmasse auf einer Arbeitsfläche ausbreiten und vollständig abkühlen lassen, damit der Teig später nicht zu klebrig wird.

2. Bärlauch verarbeiten

Den Bärlauch gründlich waschen und trocken tupfen. Die Stiele entfernen und nur die Blätter verwenden. Den Bärlauch sehr fein hacken, damit er sich gleichmäßig im Teig verteilt. Für eine noch intensivere grüne Farbe kann der Bärlauch kurz blanchiert werden: dazu die Blätter 30 Sekunden in kochendes Wasser geben, sofort in Eiswasser abschrecken, ausdrücken und fein pürieren. Diese Methode verstärkt die leuchtende Farbe erheblich.

3. Teig herstellen

Den Ricotta in ein sauberes Küchentuch geben und gut ausdrücken, um überschüssige Flüssigkeit zu entfernen. Je trockener der Ricotta, desto weniger Mehl wird benötigt. Die erkaltete Kartoffelmasse mit dem ausgedrückten Ricotta, dem gehackten Bärlauch, dem Ei, dem geriebenen Parmesan, Salz und einer Prise Muskatnuss in einer Schüssel vermengen. Das Mehl nach und nach hinzufügen und vorsichtig unterkneten. Der Teig sollte weich und leicht klebrig sein, aber gerade noch formbar. Zu viel Mehl macht die Gnocchi schwer und fest, daher sparsam dosieren.

4. Gnocchi formen

Die Arbeitsfläche leicht bemehlen. Den Teig in vier gleich große Portionen teilen. Jede Portion zu einer etwa 2 cm dicken Rolle formen. Mit einem Messer etwa 2 cm lange Stücke abschneiden. Jedes Stück kann nun über eine bemehlte Gabel oder ein spezielles Gnocchi-Brett gerollt werden, um die typischen Rillen zu erzeugen. Diese Rillen sind nicht nur dekorativ, sondern helfen der Sauce, besser an den Gnocchi zu haften. Wer es eilig hat, kann diesen Schritt überspringen und die Gnocchi einfach mit einer Gabel leicht eindrücken.

5. Gnocchi kochen

Einen großen Topf mit reichlich Salzwasser zum Kochen bringen. Die Gnocchi portionsweise vorsichtig ins kochende Wasser gleiten lassen. Nicht zu viele auf einmal kochen, damit sie nicht aneinander kleben. Die Gnocchi sind fertig, sobald sie an die Wasseroberfläche steigen, was etwa 2 bis 3 Minuten dauert. Mit einem Schaumlöffel herausheben und gut abtropfen lassen. Vorsicht: zu langes Kochen macht die Gnocchi matschig.

6. Butter-Sauce zubereiten

In einer großen Pfanne die Butter bei mittlerer Hitze schmelzen lassen. Die Pinienkerne hinzufügen und unter Rühren goldbraun rösten. Achtung: Pinienkerne brennen schnell an, daher die Pfanne nicht aus den Augen lassen. Die gekochten Gnocchi in die Pfanne geben und vorsichtig schwenken, damit sie sich mit der Butter verbinden. Bei Bedarf etwas vom Kochwasser hinzufügen, um eine cremige Konsistenz zu erreichen. Mit Salz und frisch gemahlenem Pfeffer abschmecken. Zum Servieren mit zusätzlichem geriebenem Parmesan und frischen Bärlauchblättern garnieren.

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Tipp vom Chefkoch

Der Schlüssel zu luftigen Gnocchi liegt im Verhältnis von Kartoffeln zu Ricotta. Je mehr Ricotta verwendet wird, desto weniger Mehl ist nötig. Zu viel Mehl macht die Gnocchi schwer und gummiartig. Die Kartoffeln sollten noch heiß verarbeitet werden, da sie sich dann leichter zerdrücken lassen. Der Teig darf nicht zu lange geknetet werden, sonst werden die Gnocchi zäh. Wer keine Kartoffelpresse besitzt, kann die Kartoffeln auch durch ein feines Sieb streichen. Übrig gebliebene Gnocchi lassen sich hervorragend einfrieren: dazu die rohen Gnocchi auf einem bemehlten Blech einzeln einfrieren und dann in einen Gefrierbeutel umfüllen. Sie können direkt aus dem Gefrierfach ins kochende Wasser gegeben werden.

Passende Weinbegleitung

Zu Bärlauch-Gnocchi passt ein frischer, lebendiger Weißwein mit ausreichend Säure, um die cremige Ricotta-Textur auszubalancieren. Ein Grüner Veltliner aus Österreich harmoniert perfekt mit dem würzigen Bärlauch-Aroma. Alternativ empfiehlt sich ein Sauvignon Blanc aus dem Südtirol, dessen grasige Noten die Frühlingskräuter unterstreichen. Für Liebhaber italienischer Weine ist ein Vermentino aus Sardinien eine ausgezeichnete Wahl. Wer lieber alkoholfrei genießt, kann zu einem spritzigen Holunderblüten-Tonic greifen, das die pflanzlichen Aromen des Bärlauchs aufgreift.

Zusätzliche Info

Bärlauch, auch wilder Knoblauch genannt, wächst in feuchten Laubwäldern und ist von März bis Mai verfügbar. Die Pflanze wird seit Jahrhunderten in der europäischen Küche verwendet und war bereits den Römern bekannt. Gnocchi stammen ursprünglich aus Norditalien und wurden traditionell aus Kartoffeln, Mehl und Ei hergestellt. Die Zugabe von Ricotta ist eine moderne Variation, die vor allem in der gehobenen Gastronomie Anklang findet. Der Frischkäse wurde ursprünglich aus der Molke gewonnen, die bei der Käseherstellung übrig blieb. Ricotta bedeutet wörtlich übersetzt "nochmals gekocht". Die Kombination aus Bärlauch und Ricotta vereint deutsche Wildkräuter-Tradition mit italienischer Pasta-Kunst und zeigt, wie kulinarische Grenzen kreativ überschritten werden können.

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