Bärlauch-Spätzle in 25 Minuten: Warum der Teig laut Profiköchen 10 Minuten ruhen muss

Geschrieben von Barbara· 7 Min. Lesezeit
Bärlauch-Spätzle in 25 Minuten: Warum der Teig laut Profiköchen 10 Minuten ruhen muss
Bärlauch-Spätzle in 25 Minuten: Warum der Teig laut Profiköchen 10 Minuten ruhen muss

Bärlauch-Spätzle gehören zu den kulinarischen Höhepunkten des Frühlings, wenn der würzige Bärlauch in den Wäldern sprießt. Doch warum schwören Profiköche darauf, den Teig genau zehn Minuten ruhen zu lassen? Diese Ruhephase ist kein Zufall, sondern eine entscheidende Technik für perfekte Spätzle. Während dieser Zeit quillt das Gluten im Mehl auf, der Teig wird geschmeidiger und lässt sich besser verarbeiten. Zudem verbinden sich die Aromen des frischen Bärlauchs optimal mit den übrigen Zutaten. In nur 25 Minuten Gesamtzeit entsteht so ein Gericht, das sowohl traditionell als auch raffiniert ist. Die leuchtend grüne Farbe und der intensive Knoblauchgeschmack machen diese schwäbische Spezialität zu einem Erlebnis für alle Sinne.

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Zutaten

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Utensilien

Zubereitung

1. Teig vorbereiten

In einer großen Rührschüssel das Mehl mit dem Salz und der gemahlenen Muskatnuss vermischen. Eine Mulde in die Mitte drücken und die drei Eier hineingeben. Den gefriergetrockneten Bärlauch zugeben. Mit einem Holzlöffel beginnen, die Zutaten vom Rand her zu vermischen. Nach und nach das Wasser hinzufügen, dabei ständig rühren. Der Teig sollte eine zähflüssige, glänzende Konsistenz bekommen. Jetzt kommt der wichtige Schritt: den Teig kräftig schlagen, bis er Blasen wirft. Dieser Vorgang aktiviert das Gluten und sorgt für die typische Spätzle-Struktur. Mit einem feuchten Tuch abdecken.

2. Ruhezeit einhalten

Den abgedeckten Teig nun genau zehn Minuten ruhen lassen. Diese Phase ist entscheidend für die Qualität der Spätzle. Während der Ruhezeit entspannt sich das Glutennetzwerk, das durch das intensive Schlagen entstanden ist. Der Teig wird dadurch elastischer und lässt sich später besser durch die Presse drücken. Gleichzeitig können die Bärlauch-Aromen tief in den Teig einziehen. Nutze diese Zeit, um einen großen Topf mit reichlich Salzwasser zum Kochen zu bringen. Das Wasser sollte sprudelnd kochen, bevor die Spätzle hineingegeben werden.

3.

Während der Teig ruht, etwa drei Liter Wasser in einem großen Topf zum Kochen bringen. Das Wasser großzügig salzen, etwa einen Esslöffel Salz pro Liter. Reichlich Wasser ist wichtig, damit die Spätzle genug Platz haben und nicht zusammenkleben. Eine Schaumkelle und eine große Schüssel mit kaltem Wasser bereitstellen. In einer separaten Pfanne die Butter bei mittlerer Hitze schmelzen lassen, aber nicht bräunen. Diese wird später zum Schwenken der fertigen Spätzle verwendet.

4.

Nach der Ruhezeit die Spätzlepresse oder den Spätzlehobel über dem kochenden Wasser positionieren. Den Teig portionsweise in die Presse füllen und direkt ins sprudelnde Wasser drücken. Die Spätzle sind fertig, wenn sie an die Oberfläche steigen, was etwa zwei bis drei Minuten dauert. Mit der Schaumkelle die fertigen Spätzle herausnehmen und kurz ins kalte Wasser tauchen. Dieser Vorgang stoppt den Garprozess und verhindert das Nachgaren. Anschließend gut abtropfen lassen. Den Vorgang wiederholen, bis der gesamte Teig verarbeitet ist.

5.

Die abgetropften Spätzle in die Pfanne mit der geschmolzenen Butter geben. Bei mittlerer Hitze vorsichtig schwenken, sodass alle Spätzle gleichmäßig mit Butter überzogen werden. Dieser Schritt verleiht den Spätzle ihren typischen Glanz und verhindert das Zusammenkleben. Mit frisch gemahlenem Pfeffer würzen. Die Spätzle sollten heiß sein, aber nicht anbraten. Falls gewünscht, können zusätzlich geröstete Semmelbrösel oder geriebener Käse darüber gestreut werden. Sofort servieren, solange die Spätzle noch dampfend heiß sind.

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Tipp vom Chefkoch

Die zehnminütige Ruhezeit ist das Geheimnis perfekter Spätzle: während dieser Phase quillt das Mehl vollständig auf und der Teig erreicht die ideale Konsistenz. Profis testen die richtige Teigkonsistenz, indem sie den Löffel anheben: der Teig sollte zäh vom Löffel reißen, nicht tropfen. Gefriergetrockneter Bärlauch behält sein intensives Aroma das ganze Jahr über und ist eine praktische Alternative zu frischem Bärlauch. Für extra grüne Spätzle kann zusätzlich ein halber Teelöffel Spinatpulver hinzugefügt werden. Die Spätzle lassen sich auch portionsweise einfrieren und bei Bedarf direkt aus dem Gefrierfach ins kochende Wasser geben.

Passende Weinbegleitung zu Bärlauch-Spätzle

Zu diesem aromatischen Frühlingsgericht passt hervorragend ein frischer Silvaner aus Franken oder ein Grauburgunder aus Baden. Die würzige Knoblauchnote des Bärlauchs harmoniert wunderbar mit der fruchtigen Säure dieser Weißweine. Alternativ bietet sich ein junger Trollinger an, dessen leichte Struktur die Spätzle nicht überdeckt. Für Liebhaber alkoholfreier Getränke empfiehlt sich ein Apfel-Kräuter-Schorle oder ein gekühlter Kräutertee mit Zitronenmelisse. Die Getränke sollten kühl, aber nicht eiskalt serviert werden, um die feinen Aromen nicht zu betäuben.

Zusätzliche Info

Bärlauch-Spätzle verbinden schwäbische Handwerkskunst mit der Wildkräuterküche. Spätzle selbst sind seit dem 18. Jahrhundert in Schwaben dokumentiert, wo sie als Arme-Leute-Essen galten. Die Kombination mit Bärlauch ist jedoch eine moderne Interpretation, die erst in den letzten Jahrzehnten populär wurde. Bärlauch, auch wilder Knoblauch genannt, wächst von März bis Mai in feuchten Laubwäldern und wurde bereits von den Römern geschätzt. Die grüne Farbe der Spätzle kommt vom Chlorophyll des Bärlauchs, das hitzebeständig ist. In der Sterneküche werden Bärlauch-Spätzle oft als Beilage zu Kalbfleisch oder Fisch serviert. Die zehnminütige Ruhezeit ist übrigens auch bei klassischen Spätzle-Rezepten Standard, wird aber oft vergessen.

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