Eckart von Hirschhausen über Frühjahrsmüdigkeit: Was er jeden Morgen als Erstes tut
Aktualisiert am vor 5 Stunden
InhaltsverzeichnisAusblendenAnzeigen
- Der bekannte Arzt und Comedian verrät seine persönlichen strategien gegen die saisonale erschöpfung
- Was ist Frühjahrsmüdigkeit eigentlich?
- Eckart von Hirschhausen: Ein Arzt mit Bodenhaftung
- Das morgendliche Ritual: Was er als Erstes tut
- Warum Licht der mächtigste Wachmacher ist
- Bewegung als zweites Element der Morgenroutine
- Kaltes Wasser als Energieboost
- Ernährung: Leichter in den Frühling starten
- Schlaf: Qualität vor Quantität
- Die Kraft des sozialen Miteinanders
- Wann sollte man zum Arzt gehen?
- Fazit: Einfache Mittel, große Wirkung
Eckart von Hirschhausen über Frühjahrsmüdigkeit: Was er jeden Morgen als Erstes tut
Der bekannte Arzt und Comedian verrät seine persönlichen strategien gegen die saisonale erschöpfung
Wenn die Tage länger werden, die Sonne wieder öfter scheint und die Natur langsam aus dem Winterschlaf erwacht, fühlen sich viele Menschen paradoxerweise müder denn je. Die sogenannte **Frühjahrsmüdigkeit** ist kein Mythos – sie betrifft nach Schätzungen rund die Hälfte der deutschen Bevölkerung. Und selbst Experten wie **Eckart von Hirschhausen**, Arzt, Autor und einer der bekanntesten Gesundheitsbotschafter Deutschlands, bleibt davon nicht verschont. Der Entertainer-Mediziner spricht offen über seine eigenen Erfahrungen mit dem lästigen Frühjahrstief – und verrät, was er persönlich dagegen unternimmt.
Was ist Frühjahrsmüdigkeit eigentlich?
Bevor wir uns Hirschhausens persönliche Routine genauer anschauen, lohnt ein kurzer Blick auf die Wissenschaft hinter der Frühjahrsmüdigkeit. Das Phänomen hat einen biologischen Hintergrund, der tiefer in unserem Körper verwurzelt ist, als viele vermuten.
Im Winter produziert unser Körper deutlich mehr **Melatonin**, das sogenannte Schlafhormon. Dieses Hormon signalisiert dem Organismus, dass es Zeit zum Schlafen ist – und der Körper stellt sich auf diese dunkle, ruhige Jahreszeit ein. Wenn der Frühling kommt und die Lichtmenge rapide zunimmt, muss das Hormonsystem umschalten: Melatonin wird reduziert, während **Serotonin**, das Glückshormon, wieder stärker produziert wird. Diese hormonelle Umstellung kostet den Körper Energie – viel Energie.
Gleichzeitig verändert sich der Blutdruck: Im Frühjahr erweitern sich die Blutgefäße, was vorübergehend zu einem Abfall des Blutdrucks führen kann. Das Ergebnis: Müdigkeit, Schlappheit, mangelnde Konzentration und Antriebslosigkeit – obwohl die Sonne scheint und man eigentlich aufblühen möchte.
Eckart von Hirschhausen: Ein Arzt mit Bodenhaftung
Was Eckart von Hirschhausen von vielen anderen Medizinern unterscheidet, ist seine Fähigkeit, komplexe gesundheitliche Themen mit Humor, Empathie und praktischer Relevanz zu verbinden. Als Gründer der gemeinnützigen Organisation **„Humor hilft heilen“** und Autor mehrerer Bestseller zum Thema Gesundheit und Wohlbefinden hat er sich einen Namen gemacht, der weit über die klassischen Arztpraxen hinausreicht.
Hirschhausen betont immer wieder, dass es beim Thema Gesundheit nicht darum geht, perfekt zu sein – sondern darum, **kleine, machbare Schritte** in den Alltag zu integrieren. Und genau das zeigt sich auch in seinem Umgang mit der Frühjahrsmüdigkeit.
Das morgendliche Ritual: Was er als Erstes tut
Hirschhausen ist kein Anhänger komplizierter Biohacking-Routinen oder teurer Supplements. Sein Ansatz ist verblüffend simpel – und genau deshalb so wirkungsvoll. **Das Erste, was er jeden Morgen tut: Er bringt sich ins Licht.**
Konkret bedeutet das: Gleich nach dem Aufwachen öffnet er die Vorhänge oder geht – wenn immer möglich – für einige Minuten nach draußen. Kein Smartphone, kein Nachrichtencheck, kein Kaffee davor. **Tageslicht zuerst.**
Und dieser Schritt ist wissenschaftlich bestens belegt. Natürliches Licht in den ersten Minuten nach dem Aufwachen sendet ein starkes Signal an die **innere Uhr des Körpers**, den sogenannten zirkadianen Rhythmus. Es bremst die Melatoninproduktion ab und gibt dem Körper das Signal: *Der Tag beginnt. Es ist Zeit, wach zu sein.*
Warum Licht der mächtigste Wachmacher ist
Hirschhausen erklärt in verschiedenen Interviews und Vorträgen, dass **Licht das stärkste natürliche Mittel gegen Müdigkeit** ist – und trotzdem wird es von den meisten Menschen völlig unterschätzt. Während wir morgens oft sofort zum Handy greifen oder in eine künstlich beleuchtete Küche schlurfen, versäumen wir das kraftvollste Signal, das unsere Biologie kennt.
Tageslicht hat eine Lichtintensität von mehreren tausend Lux – selbst an einem bewölkten Frühlingstag. Eine normale Innenraumbeleuchtung liefert hingegen oft nur 200 bis 500 Lux. Dieser Unterschied ist enorm und für den Körper deutlich spürbar. Hirschhausen empfiehlt deshalb, **mindestens 10 bis 15 Minuten Tageslicht** am Morgen zu tanken – am besten durch einen kurzen Spaziergang, der gleichzeitig Bewegung integriert.
Bewegung als zweites Element der Morgenroutine
Unmittelbar nach dem Tageslicht kommt für Hirschhausen die **Bewegung**. Auch hier gilt: Es muss kein Marathonlauf sein. Ein zügiger Spaziergang von zehn bis zwanzig Minuten reicht aus, um die Blutzirkulation anzuregen, den Blutdruck zu stabilisieren und die Ausschüttung von Neurotransmittern wie Serotonin und Dopamin zu fördern.
Hirschhausen betont, dass Bewegung im Freien den doppelten Effekt hat: Sie kombiniert die Vorteile des Lichts mit denen der körperlichen Aktivität. Gerade im Frühjahr, wenn die Temperaturen noch frisch sind, regt die kühle Luft zusätzlich die Durchblutung an und wirkt wie eine natürliche Dusche für das Gehirn.
> *„Bewegung ist die beste Medizin, die wir haben – und sie hat kaum Nebenwirkungen. Aber wie jedes Medikament muss man sie auch wirklich nehmen“*, sagt Hirschhausen immer wieder mit einem Augenzwinkern.
Kaltes Wasser als Energieboost
Ein weiterer Punkt, den Hirschhausen in seinen Empfehlungen häufig erwähnt: **Wasser – kalt und reichlich.** Dehydrierung ist einer der häufigsten und gleichzeitig am meisten unterschätzten Gründe für Tagesmüdigkeit. Im Übergang vom Winter zum Frühling trinken viele Menschen zu wenig, weil das Durstgefühl durch die noch kühlen Temperaturen gedämpft wird.
Hirschhausens Tipp: Ein großes Glas Wasser direkt nach dem Aufstehen – noch vor dem Kaffee. Und wer mutig ist, kann beim Duschen zum Schluss auf kalt stellen. Der kurze Kälteschauer regt die Durchblutung an, aktiviert das Immunsystem und gibt einen sofortigen Energieschub. Klingt unangenehm? Hirschhausen gibt zu: *„Ja. Aber das ist der Beweis, dass es wirkt.“*
Ernährung: Leichter in den Frühling starten
Auch beim Thema Ernährung hat Hirschhausen klare Empfehlungen gegen die Frühjahrsmüdigkeit. Der Körper braucht im Frühjahr vor allem **Vitamine und Mineralstoffe**, die den Hormonhaushalt unterstützen. Besonders wichtig sind:
– **Vitamin D**: Nach dem Winter haben die meisten Deutschen einen Mangel. Hirschhausen empfiehlt, den Spiegel beim Arzt messen zu lassen und gegebenenfalls zu supplementieren.
– **Magnesium**: Unterstützt die Muskelfunktion und wirkt entspannend auf das Nervensystem.
– **Eisen**: Besonders bei Frauen häufig ein Defizit, das Müdigkeit verursacht.
– **Frisches Gemüse und saisonales Obst**: Bärlauch, Spinat, Radieschen und Erdbeeren liefern nicht nur Vitamine, sondern auch sekundäre Pflanzenstoffe, die den Körper in der Übergangszeit unterstützen.
Gleichzeitig rät er, **schwere, fettreiche Winterkost** schrittweise durch leichtere Mahlzeiten zu ersetzen. Der Körper muss weniger Energie für die Verdauung aufwenden – und hat dadurch mehr Ressourcen für alles andere.
Schlaf: Qualität vor Quantität
Hirschhausen ist ein bekennender Verfechter des **guten Schlafs** – und warnt gleichzeitig vor dem Irrglauben, man könne fehlenden Schlaf einfach nachholen. Im Frühjahr empfiehlt er, die Schlafzeiten behutsam anzupassen: Da die Tage länger werden und das Licht früher einsetzt, verändert sich auch der natürliche Schlafrhythmus.
Wer die **Schlafzimmervorhänge verdunkelt**, sorgt dafür, dass der Körper nicht zu früh aus dem Tiefschlaf gerissen wird. Gleichzeitig kann ein festes Einschlafritual – zum Beispiel ein kurzes Lesen, ruhige Musik oder ein kurzer Spaziergang am Abend – helfen, den Übergang in den Schlaf zu erleichtern.
Sein persönlicher Tipp: **Kein Bildschirm mindestens eine Stunde vor dem Schlafen.** Das blaue Licht von Smartphones und Tablets hemmt die Melatoninproduktion und macht es dem Körper schwerer, in den Schlafmodus zu wechseln.
Die Kraft des sozialen Miteinanders
Ein Aspekt, den Hirschhausen besonders hervorhebt und der in vielen Ratgebern oft zu kurz kommt: **soziale Verbindungen als Energiequelle.** Gerade im Winter ziehen sich viele Menschen zurück – man bleibt lieber drinnen, trifft sich seltener, kommuniziert mehr über digitale Kanäle.
Der Frühling, so Hirschhausen, ist die perfekte Jahreszeit, um das zu ändern. Ein Spaziergang mit einem Freund, ein Treffen auf dem Balkon, gemeinsames Kochen – all das hat nachweislich positive Auswirkungen auf das Wohlbefinden und wirkt der Frühjahrsmüdigkeit entgegen. Lachen, das zeigen Studien, fördert die Ausschüttung von Endorphinen und wirkt stimmungsaufhellend.
Hier schließt sich der Kreis zu Hirschhausens größtem Lebensthema: **Humor als Medizin.** Ein herzliches Lachen am Morgen – sei es über einen Podcast, ein lustiges Video oder ein Gespräch mit einem geliebten Menschen – kann den Start in den Tag grundlegend verändern.
Wann sollte man zum Arzt gehen?
Hirschhausen betont jedoch auch: Nicht jede Müdigkeit ist harmlose Frühjahrsmüdigkeit. Wenn die Erschöpfung über mehrere Wochen anhält, von weiteren Symptomen wie Herzrasen, starker Gewichtsveränderung oder depressiven Verstimmungen begleitet wird, sollte man **ärztlichen Rat** suchen. Schilddrüsenprobleme, Eisenmangel oder eine beginnende Depression können ähnliche Symptome verursachen – und sollten diagnostiziert und behandelt werden.
> *„Frühjahrsmüdigkeit darf eine Entschuldigung sein – aber keine Dauerlösung,“* bringt Hirschhausen es auf den Punkt.
Fazit: Einfache Mittel, große Wirkung
Was Eckart von Hirschhausen an seiner Morgenroutine so überzeugend macht, ist ihre **Schlichtheit**. Kein aufwendiges Protokoll, keine teuren Hilfsmittel, keine radikalen Veränderungen. Stattdessen: Licht, Bewegung, Wasser, gute Ernährung, sozialer Kontakt und ein bisschen Humor.
Die Botschaft ist klar: **Der Körper braucht keine Wunder – er braucht die Basics.** Und wenn wir ihm diese konsequent geben, belohnt er uns mit mehr Energie, besserer Stimmung und mehr Lebensfreude – genau das, was wir vom Frühling eigentlich erwarten.
Also: Vorhänge auf, Jacke an, raus in die Sonne. Der Frühling wartet. Und Ihr Körper auch.
*Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine medizinische Beratung. Bei anhaltenden gesundheitlichen Beschwerden wenden Sie sich bitte an einen Arzt.*
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