Kartoffel-Lauch-Auflauf aus dem Ofen: Wohlfühlessen für kühle Märztage

Geschrieben von Barbara· 9 Min. Lesezeit
Kartoffel-Lauch-Auflauf aus dem Ofen: Wohlfühlessen für kühle Märztage
Kartoffel-Lauch-Auflauf aus dem Ofen: Wohlfühlessen für kühle Märztage

Der Kartoffel-Lauch-Auflauf gehört zu jenen Gerichten, die man an kühlen Märztagen besonders schätzt. Wenn draußen noch vereinzelt Schneeflocken fallen und die Temperaturen nachts unter null Grad sinken, sehnt sich der Körper nach wärmender, herzhafter Kost. Dieser Auflauf aus dem Ofen vereint cremige Kartoffeln mit zartem Lauch zu einem harmonischen Ganzen, das nicht nur sättigt, sondern auch die Seele wärmt. Die Zubereitung erfordert keine besonderen Kochkünste, doch das Ergebnis überzeugt selbst anspruchsvolle Gaumen. Mit einer goldbraunen Kruste und einer sämigen Konsistenz im Inneren bietet dieses comfort food – also Wohlfühlessen – genau das, was man an ungemütlichen Tagen braucht.

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Zutaten

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Utensilien

Zubereitung

1. Vorbereitung der Kartoffeln

Beginne damit, die Kartoffeln gründlich unter fließendem Wasser zu waschen. Schäle sie anschließend mit einem Sparschäler und schneide sie in gleichmäßige, etwa 3 bis 4 Millimeter dünne Scheiben. Warum gleichmäßig? Weil alle Scheiben dann zur gleichen Zeit gar werden und du keine harten oder zu weichen Stellen im fertigen Auflauf hast. Lege die geschnittenen Kartoffelscheiben in eine Schüssel mit kaltem Wasser, damit sie nicht braun werden und überschüssige Stärke abgeben können. Das macht den Auflauf später cremiger.

2. Lauch vorbereiten und anbraten

Schneide vom Lauch die dunklen Enden und die Wurzeln ab. Halbiere die Stangen längs und wasche sie sehr gründlich unter fließendem Wasser, denn zwischen den Schichten versteckt sich oft Sand oder Erde. Schneide den Lauch dann in etwa einen halben Zentimeter breite Ringe. Erhitze in einer Pfanne 20 Gramm Butter bei mittlerer Hitze und gib den Lauch hinein. Brate ihn etwa 5 bis 7 Minuten an, bis er weich wird und leicht Farbe annimmt. Der Lauch sollte seinen scharfen Geschmack verlieren und eine angenehme Süße entwickeln. Würze mit einer Prise Salz und Pfeffer und stelle die Pfanne beiseite.

3. Sahnemischung zubereiten

Presse oder hacke die Knoblauchzehen sehr fein. In einer Schüssel vermischst du nun die Sahne mit der Milch. Gib den gehackten Knoblauch, eine gute Prise Muskatnuss (gerieben aus einer ganzen Nuss schmeckt intensiver als fertig gemahlene), den getrockneten Thymian sowie Salz und Pfeffer hinzu. Verrühre alles gut mit einem Schneebesen, damit sich die Gewürze gleichmäßig verteilen. Diese Mischung wird später die Kartoffeln umhüllen und ihnen Geschmack verleihen.

4. Auflaufform vorbereiten

Nimm die restlichen 20 Gramm Butter und fette damit die Auflaufform großzügig ein. Reibe die Form an allen Innenseiten ein, damit später nichts anhängt und du den Auflauf problemlos servieren kannst. Heize deinen Backofen auf 180 Grad Ober- und Unterhitze vor. Bei Umluft reichen 160 Grad aus.

5. Auflauf schichten

Jetzt beginnt das eigentliche Schichten. Nimm die Kartoffelscheiben aus dem Wasser und tupfe sie mit einem sauberen Küchentuch trocken. Verteile etwa ein Drittel der Kartoffelscheiben gleichmäßig auf dem Boden der Auflaufform. Darauf kommt die Hälfte des angebratenen Lauchs. Streue etwa 50 Gramm vom geriebenen Käse darüber. Wiederhole diese Schichtung: wieder ein Drittel Kartoffeln, der restliche Lauch, nochmals 50 Gramm Käse. Zum Schluss kommen die letzten Kartoffelscheiben obenauf. Gieße nun die vorbereitete Sahnemischung gleichmäßig über den gesamten Auflauf. Achte darauf, dass die Flüssigkeit sich gut verteilt und alle Ecken erreicht. Streue den restlichen Käse über die oberste Schicht.

6. Backen im Ofen

Stelle die Auflaufform auf die mittlere Schiene des vorgeheizten Ofens. Backe den Auflauf etwa 50 Minuten lang. Nach 30 Minuten kannst du einmal nachschauen: Die Oberfläche sollte langsam goldbraun werden. Wenn sie zu dunkel wird, decke die Form mit Alufolie ab. Der Auflauf ist fertig, wenn die Kartoffeln weich sind (teste mit einem Messer) und die Oberfläche eine appetitliche, goldbraune Kruste gebildet hat. Die Sahnemischung sollte eingedickt sein und nicht mehr flüssig wirken.

7. Ruhezeit einhalten

Nimm den Auflauf aus dem Ofen und lasse ihn etwa 10 Minuten ruhen, bevor du ihn anschneidest. Diese Ruhezeit ist wichtig, damit die Sahne vollständig einziehen kann und der Auflauf beim Servieren nicht auseinanderfällt. Außerdem ist er dann nicht mehr kochend heiß und lässt sich angenehmer essen.

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Tipp vom Chefkoch

Wenn du möchtest, dass dein Auflauf noch herzhafter schmeckt, kannst du zwischen die Schichten auch durchwachsenen Speck in kleinen Würfeln verteilen. Brate ihn vorher knusprig an und gib ihn zusammen mit dem Lauch in die Form. Eine weitere Variante: Mische verschiedene Käsesorten wie Gruyère, Emmentaler oder einen würzigen Bergkäse. Das gibt dem Gericht mehr Tiefe im Geschmack. Achte beim Schneiden der Kartoffeln wirklich auf gleichmäßige Dicke – am besten gelingt das mit einer Mandoline oder einem sehr scharfen Messer.

Passende Weinbegleitung

Zu diesem cremigen, herzhaften Auflauf passt hervorragend ein trockener Weißwein mit guter Säure. Ein Riesling aus der Pfalz oder von der Mosel harmoniert wunderbar mit der Cremigkeit der Sahne und der milden Süße des Lauchs. Die Säure des Weins schneidet durch die Fülle des Gerichts und erfrischt den Gaumen. Alternativ eignet sich auch ein Grauburgunder oder ein leichter Chardonnay ohne zu viel Holznote. Wer lieber Bier trinkt, greift zu einem hellen, nicht zu hopfenbetonten Kellerbier oder einem milden Pils.

Zusätzliche Info

Der Kartoffel-Lauch-Auflauf hat seine Wurzeln in der traditionellen mitteleuropäischen Küche, wo Kartoffeln seit dem 18. Jahrhundert zu den Grundnahrungsmitteln gehören. Besonders in ländlichen Regionen Deutschlands, Österreichs und der Schweiz entwickelten sich zahlreiche Varianten von Kartoffelaufläufen, die je nach Region unterschiedliche Namen tragen: Gratin, Schichtauflauf oder schlicht Kartoffelauflauf. Die Kombination mit Lauch ist besonders im Frühjahr beliebt, wenn die ersten frischen Lauchstangen auf den Märkten erscheinen. Lauch, auch Porree genannt, gehört zur Familie der Zwiebelgewächse und bringt eine milde, leicht süßliche Note ins Gericht, ohne dabei zu dominant zu werden. Im Gegensatz zu französischen Gratins, die oft mit Brühe zubereitet werden, setzt die deutsche Variante auf die Kombination von Sahne und Milch, was dem Auflauf seine charakteristische Cremigkeit verleiht. Historisch gesehen waren solche Aufläufe Resteessen, bei denen übrig gebliebene Kartoffeln und Gemüse verwertet wurden. Heute schätzt man sie als eigenständige, vollwertige Gerichte, die sich perfekt für Familienessen oder gesellige Runden eignen.

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