Klassische Gemüsebrühe selber machen: aromatische Basis ohne Zusatzstoffe (ideal zum Einmachen)

Geschrieben von Annika· 5 Min. Lesezeit

In Zeiten industrieller Fertigprodukte gewinnt die selbstgemachte klassische Gemüsebrühe wieder an Bedeutung. Ernährungsbewusste Köche und Hobbyköche entdecken die Vorzüge einer Brühe ohne Geschmacksverstärker, künstliche Aromen und Konservierungsstoffe. Diese aromatische Basis bildet das Fundament zahlreicher Suppen, Saucen und Eintöpfe. Die Herstellung erfordert zwar etwas Zeit, belohnt aber mit intensivem Geschmack und der Gewissheit, genau zu wissen, was im Kochtopf landet. Besonders praktisch: Die fertige Brühe lässt sich hervorragend in Gläsern einmachen und monatelang lagern. So steht stets eine hochwertige Kochzutat zur Verfügung, die jedes Gericht geschmacklich aufwertet.

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Zutaten

Personen+

Utensilien

Zubereitung

1. Vorbereitung der getrockneten Zutaten

Alle getrockneten Gemüsesorten in eine große Schüssel geben und gründlich miteinander vermischen. Diese Mischung bildet die aromatische Grundlage der Brühe. Dabei darauf achten, dass keine Fremdkörper oder beschädigte Stücke enthalten sind. Die Gewürze wie Lorbeerblätter, Pfefferkörner und Wacholderbeeren separat bereitstellen.

2. Ansetzen der Brühe

In einem großen Suppentopf etwa 3 Liter kaltes Wasser zum Kochen bringen. Die vorbereitete Gemüsemischung zusammen mit allen Gewürzen und Kräutern hinzufügen. Das kalte Wasser ermöglicht ein langsames Herauslösen der Aromastoffe, was zu einer intensiveren Brühe führt. Einmal kräftig umrühren, damit sich alle Zutaten gleichmäßig im Wasser verteilen.

3. Köcheln und Aromenentwicklung

Die Hitze reduzieren, sobald das Wasser kocht. Die Brühe sollte nun bei mittlerer Hitze sanft köcheln, nicht sprudelnd kochen. Dieser Vorgang dauert etwa 90 bis 120 Minuten. Während dieser Zeit entwickeln sich die Aromen vollständig und verschmelzen miteinander. Gelegentlich mit einem Holzlöffel umrühren und eventuell entstehenden Schaum mit einer Schöpfkelle abschöpfen. Dies sorgt für eine klare, appetitliche Brühe.

4. Filtern der fertigen Brühe

Nach der Kochzeit ein feines Sieb mit einem sauberen Mulltuch auslegen und über eine große Schüssel oder einen zweiten Topf hängen. Die heiße Brühe vorsichtig durch dieses Sieb gießen. Das Mulltuch fängt selbst kleinste Partikel auf und sorgt für eine kristallklare Flüssigkeit. Die zurückbleibenden Gemüse– und Gewürzreste können kompostiert werden, da sie ihre Aromastoffe bereits vollständig abgegeben haben.

5. Abschmecken und Würzen

Die gefilterte Brühe zurück in den gereinigten Topf geben und erneut erhitzen. Jetzt das Meersalz nach und nach einrühren und dabei ständig probieren. Die Salzmenge kann je nach persönlichem Geschmack angepasst werden. Die Brühe sollte kräftig gewürzt sein, aber nicht übersalzen, da sie später beim Kochen noch verdünnt werden kann. Bei Bedarf noch etwas schwarzen Pfeffer hinzufügen.

6. Vorbereitung zum Einmachen

Die Einmachgläser gründlich mit heißem Wasser ausspülen und auf einem sauberen Küchentuch abtropfen lassen. Die Schraubdeckel ebenfalls heiß abspülen. Idealerweise die Gläser kurz vor dem Befüllen nochmals mit kochendem Wasser ausschwenken, um sie zu sterilisieren. Dies verhindert die Bildung von Bakterien und verlängert die Haltbarkeit der eingekochten Brühe erheblich.

7. Abfüllen der heißen Brühe

Die noch kochend heiße Brühe mit einer Schöpfkelle vorsichtig in die vorbereiteten Gläser füllen. Dabei einen Rand von etwa 1 bis 2 Zentimetern freilassen, damit beim Verschließen keine Flüssigkeit überläuft. Die Glasränder mit einem sauberen, feuchten Tuch abwischen, um Reste zu entfernen, die das Verschließen behindern könnten. Sofort die Deckel fest aufschrauben.

8. Einkochen und Konservieren

Die verschlossenen Gläser auf den Kopf stellen und etwa 5 Minuten stehen lassen. Durch dieses Vakuumverfahren entsteht ein luftdichter Verschluss. Anschließend die Gläser wieder umdrehen und vollständig auskühlen lassen. Während des Abkühlens hört man oft ein leises Klicken, wenn sich das Vakuum bildet. Die Gläser an einem kühlen, dunklen Ort lagern. So hält sich die Brühe mindestens 12 Monate.

Tipp vom Chefkoch

Für eine noch intensivere Farbe können Sie einen Teil der getrockneten Zwiebeln vor dem Kochen in einer trockenen Pfanne leicht rösten. Dies verleiht der Brühe eine appetitliche goldbraune Färbung und ein zusätzliches Röstaroma. Wer die Brühe besonders würzig mag, kann auch eine Prise Kurkuma oder getrocknete Pilze hinzufügen. Diese Zutaten verstärken den umami-Geschmack und machen die Brühe noch herzhafter. Die eingekochte Brühe lässt sich auch portionsweise einfrieren, falls Sie kleinere Mengen bevorzugen.

Passende Getränke zur Verwendung

Da die Gemüsebrühe selbst kein eigenständiges Gericht ist, sondern als Basis für andere Speisen dient, empfiehlt sich die Getränkewahl nach dem jeweiligen Hauptgericht. Wird die Brühe für eine klare Gemüsesuppe verwendet, passt ein leichter, trockener Weißwein wie ein Grauburgunder oder Silvaner hervorragend. Bei kräftigeren Eintöpfen auf Brühenbasis harmoniert ein fruchtiger Rotwein oder ein aromatisches Bier. Für eine asiatisch inspirierte Nudelsuppe bietet sich grüner Tee an, der die feinen Aromen unterstreicht.

Zusätzliche Info

Die klassische Gemüsebrühe hat in der deutschen Küche eine lange Tradition. Bereits im 19. Jahrhundert erkannten Köche den Wert einer guten Grundbrühe als Basis für zahlreiche Gerichte. Vor der industriellen Lebensmittelproduktion stellte jeder Haushalt seine Brühe selbst her, oft aus frischem Suppengrün. Mit dem Aufkommen von Brühwürfeln und Instantprodukten geriet diese Kunst fast in Vergengenheit. Heute erlebt die selbstgemachte Brühe eine Renaissance, getrieben vom wachsenden Bewusstsein für natürliche Ernährung und Nachhaltigkeit. Die Verwendung getrockneter Gemüse macht die Herstellung besonders praktisch und lagerfähig. Ernährungsphysiologisch bietet eine selbstgemachte Brühe den Vorteil, frei von Geschmacksverstärkern, Hefeextrakten und übermäßigem Salz zu sein. Die enthaltenen Mineralstoffe und sekundären Pflanzenstoffe bleiben weitgehend erhalten. Besonders Liebstöckel, auch Maggikraut genannt, verleiht der Brühe ihren charakteristischen, würzigen Geschmack. In der gehobenen Gastronomie gilt eine klare, aromatische Gemüsebrühe als Qualitätsmerkmal und Zeichen handwerklichen Könnens.

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