Knoblauchbutter wie beim Italiener: Experten verraten die versteckte Zutat

Geschrieben von Barbara· 9 Min. Lesezeit
Knoblauchbutter wie beim Italiener: Experten verraten die versteckte Zutat
Knoblauchbutter wie beim Italiener: Experten verraten die versteckte Zutat

Die knoblauchbutter beim italiener ist mehr als nur eine beilage. Sie verwandelt jedes brot in ein geschmackserlebnis und verleiht gegrilltem fleisch oder gemüse eine unwiderstehliche note. Doch was macht diese butter so besonders? Experten verraten nun die versteckte zutat, die den unterschied ausmacht und die viele hobbyköche bisher übersehen haben. Diese geheimzutat sorgt für die cremige konsistenz und den intensiven geschmack, der uns immer wieder ins restaurant zurückkehren lässt. Mit dieser anleitung gelingt die perfekte knoblauchbutter auch in der heimischen küche.

Die zubereitung ist überraschend einfach, erfordert aber hochwertige zutaten und die richtige technik. Besonders wichtig ist die auswahl der butter und die art, wie der knoblauch verarbeitet wird. Die emulsion, also die gleichmäßige vermischung von fett und flüssigkeit, entscheidet über das endergebnis. Mit den richtigen handgriffen entsteht eine geschmeidige, aromatische butter, die sich vielseitig einsetzen lässt.

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Zutaten

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Utensilien

Zubereitung

1. Vorbereitung der zutaten

Die butter sollte zimmertemperatur haben, damit sie sich leicht verarbeiten lässt. Nehmt sie daher mindestens eine stunde vor der zubereitung aus dem kühlschrank. Die knoblauchzehen schält ihr sorgfältig und entfernt den grünen keim in der mitte, falls vorhanden. Dieser keim kann einen bitteren geschmack verursachen. Presst den knoblauch durch eine knoblauchpresse oder hackt ihn sehr fein. Je feiner der knoblauch zerkleinert ist, desto besser verteilt sich sein aroma in der butter.

2. Die geheimzutat hinzufügen

Hier kommt die versteckte zutat ins spiel, die die italiener seit generationen verwenden: anchovis paste. Diese paste verleiht der knoblauchbutter eine würzige tiefe und eine leichte salzigkeit, ohne dass man den fischgeschmack direkt wahrnimmt. Die anchovis paste wirkt als geschmacksverstärker, also als zutat, die andere aromen intensiviert und harmonisiert. Gebt einen teelöffel anchovis paste zur weichen butter in eine schüssel. Diese zutat macht den entscheidenden unterschied zwischen hausgemachter und restaurant-knoblauchbutter aus.

3. Vermischen der hauptzutaten

Fügt nun den gepressten knoblauch, die getrocknete petersilie, den geriebenen parmesan und die anchovis paste zur butter hinzu. Der parmesan sorgt für zusätzliche cremigkeit und einen nussigen geschmack. Gebt das olivenöl und den zitronensaft dazu. Der zitronensaft bringt frische und verhindert, dass die butter zu schwer schmeckt. Würzt mit meersalz, frisch gemahlenem schwarzem pfeffer und getrocknetem oregano. Achtet darauf, nicht zu viel salz zu verwenden, da sowohl der parmesan als auch die anchovis paste bereits salzig sind.

4. Gründliches vermengen

Vermengt alle zutaten mit einer gabel oder einem spatel zu einer homogenen masse. Arbeitet dabei von außen nach innen und drückt die zutaten immer wieder zusammen. Dieser vorgang dauert etwa drei bis vier minuten. Für ein besonders geschmeidiges ergebnis könnt ihr die mischung auch in eine küchenmaschine geben und für etwa 30 sekunden auf mittlerer stufe mixen. Die butter sollte nun eine gleichmäßige hellgelbe farbe haben und alle zutaten sollten vollständig eingearbeitet sein. Probiert die butter und passt die würzung nach eurem geschmack an.

5. Formen und kühlen

Legt ein stück backpapier auf die arbeitsfläche und gebt die knoblauchbutter darauf. Formt mit dem spatel eine rolle von etwa vier zentimetern durchmesser. Wickelt das backpapier fest um die butterrolle und dreht die enden wie bei einem bonbon zusammen. Alternativ könnt ihr die butter auch in eine kleine schüssel füllen und glatt streichen. Stellt die knoblauchbutter für mindestens zwei stunden in den kühlschrank, damit sie wieder fest wird. Im kühlschrank hält sich die butter bis zu einer woche, im gefrierschrank sogar bis zu drei monate.

6. Servieren und genießen

Nehmt die butterrolle etwa 15 minuten vor dem servieren aus dem kühlschrank, damit sie etwas weicher wird und sich besser streichen lässt. Schneidet die rolle in scheiben von etwa einem zentimeter dicke. Diese scheiben könnt ihr direkt auf warmes brot, gegrilltes fleisch, fisch oder gemüse legen. Die wärme lässt die butter schmelzen und verteilt die aromen perfekt. Besonders köstlich ist die knoblauchbutter auch zu pasta, risotto oder als basis für eine würzige sauce.

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Tipp vom Chefkoch

Verwendet immer butter von guter qualität mit mindestens 82 prozent fettgehalt. Je höher der fettgehalt, desto cremiger wird das ergebnis. Wenn ihr keine anchovis paste findet, könnt ihr auch zwei fein gehackte anchovis filets verwenden. Achtet darauf, diese sehr fein zu zerkleinern, damit keine stückchen in der butter bleiben. Für eine intensivere knoblauchnote könnt ihr einen teil des rohen knoblauchs durch gerösteten knoblauch ersetzen. Röstet dazu die geschälten zehen in einer pfanne ohne fett, bis sie goldbraun und weich sind. Dies verleiht der butter eine süßliche, karamellisierte note. Die knoblauchbutter eignet sich hervorragend zum vorbereiten für gäste, da ihr sie problemlos einige tage im voraus zubereiten könnt.

Passende weinbegleitung

Zur knoblauchbutter, besonders wenn sie zu brot oder als vorspeise serviert wird, passt ein frischer weißwein hervorragend. Ein pinot grigio aus norditalien mit seiner leichten säure und fruchtigen note harmoniert perfekt mit den kräftigen aromen. Alternativ empfiehlt sich ein vermentino aus sardinien, der durch seine mineralität die anchovis note unterstreicht.

Wer lieber rotwein trinkt, sollte zu einem leichten chianti classico greifen. Dessen fruchtige tannine ergänzen die würzigkeit der butter, ohne die feinen aromen zu überdecken. Für eine alkoholfreie variante eignet sich ein limonata, also eine italienische zitronenlimonade, die mit ihrer frische einen schönen kontrast zur reichhaltigen butter bildet.

Zusätzliche Info

Die tradition der knoblauchbutter in italienischen restaurants hat ihre wurzeln in der cucina povera, der arme-leute-küche norditaliens. Ursprünglich war sie eine methode, altes brot schmackhaft zu machen und einfache zutaten aufzuwerten. Die verwendung von anchovis geht auf die küstenregionen zurück, wo fisch traditionell als würzmittel eingesetzt wurde.

In der professionellen gastronomie wird die knoblauchbutter oft als burro composto bezeichnet, also als zusammengesetzte butter. Diese technik stammt aus der französischen küche und wurde von italienischen köchen adaptiert. Die geheimzutat anchovis paste wird in vielen italienischen familien seit generationen verwendet, bleibt aber oft unerwähnt. Sie verleiht der butter jene umami-note, die den geschmack so unverwechselbar macht.

Interessanterweise variiert das rezept von region zu region. In der toskana fügt man gerne etwas rosmarin hinzu, während in ligurien basilikum bevorzugt wird. Die hier vorgestellte version orientiert sich an der klassischen zubereitung, wie sie in trattorien rund um rom serviert wird.

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