Kochtipp: So wird Ihre Rinderbrühe klar | BR.de

Geschrieben von Annika· 5 Min. Lesezeit

Eine klare Rinderbrühe ist das Fundament vieler klassischer Gerichte und ein Zeichen wahrer Kochkunst. Doch wie gelingt es, dass die Brühe kristallklar wird und nicht trüb bleibt? Mit den richtigen Techniken und etwas Geduld verwandeln Sie eine einfache Knochenbrühe in eine perfekte, durchsichtige Delikatesse. Die Klarheit einer Rinderbrühe hängt von mehreren Faktoren ab : der Auswahl der Zutaten, der richtigen Temperatur beim Kochen und dem Klären mit Eiweiß. In dieser ausführlichen Anleitung zeigen wir Ihnen Schritt für Schritt, wie Sie zu Hause eine professionelle, klare Rinderbrühe zubereiten können.

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Zutaten

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Utensilien

Zubereitung

1. Vorbereitung der Knochen und des Fleisches

Spülen Sie die Rinderknochen und das Rindfleisch gründlich unter kaltem Wasser ab. Dieser Schritt ist wichtig, um bereits vorhandene Verunreinigungen zu entfernen. Geben Sie die Knochen und das Fleisch in einen großen Topf und bedecken Sie alles mit kaltem Wasser. Bringen Sie das Wasser langsam zum Kochen. Sobald es kocht, werden Sie sehen, dass sich Schaum und Trübstoffe an der Oberfläche bilden. Dies sind Proteine und Unreinheiten, die aus dem Fleisch und den Knochen austreten.

2. Abschäumen der Brühe

Reduzieren Sie die Hitze sofort, sobald das Wasser kocht. Die Brühe sollte nur noch leicht simmern (sanft köcheln bei niedriger Temperatur). Mit einem Schaumlöffel entfernen Sie nun vorsichtig den gesamten Schaum von der Oberfläche. Dieser Vorgang ist entscheidend für eine klare Brühe. Wiederholen Sie das Abschäumen in den ersten 30 Minuten regelmäßig, etwa alle 5 bis 10 Minuten. Je mehr Schaum Sie entfernen, desto klarer wird Ihre Brühe später.

3. Zugabe der Gewürze und Gemüse

Nach dem gründlichen Abschäumen fügen Sie die getrockneten Karotten, das Selleriepulver, das Zwiebelpulver, die Lorbeerblätter, die Pfefferkörner, die Wacholderbeeren und die Nelken hinzu. Diese Zutaten geben der Brühe ihren charakteristischen Geschmack. Achten Sie darauf, dass die Brühe weiterhin nur sanft simmert und nicht stark kocht. Starkes Kochen würde die Brühe trüb machen, da sich Fett und Proteine vermischen würden.

4. Langes Köcheln für intensive Aromen

Lassen Sie die Brühe nun für mindestens 3 bis 4 Stunden bei sehr niedriger Temperatur köcheln. Je länger die Brühe zieht, desto intensiver wird der Geschmack. Während dieser Zeit sollten Sie gelegentlich kontrollieren, ob sich neuer Schaum bildet, und diesen gegebenenfalls entfernen. Die Oberfläche sollte nur leicht bewegt sein, nicht sprudelnd kochen. Dies ist das Geheimnis einer wirklich klaren Brühe.

5. Erste Filterung der Brühe

Nach der Kochzeit nehmen Sie den Topf vom Herd und lassen die Brühe etwa 15 Minuten abkühlen. Stellen Sie ein feines Sieb über eine große Schüssel und gießen Sie die Brühe vorsichtig durch das Sieb. Entfernen Sie alle festen Bestandteile wie Knochen, Fleisch und Gewürze. Das Fleisch können Sie für andere Gerichte verwenden. Die Brühe sollte jetzt bereits deutlich klarer sein, aber für eine perfekt klare Brühe benötigen wir noch einen weiteren Schritt.

6. Klären mit Eiweiß

Geben Sie die gefilterte Brühe zurück in einen sauberen Topf. Verquirlen Sie in einer kleinen Schüssel zwei Eiweiße mit einem Schneebesen, bis sie leicht schaumig sind. Gießen Sie die Eiweiße langsam in die lauwarme Brühe und rühren Sie dabei vorsichtig um. Erhitzen Sie die Brühe nun langsam, aber bringen Sie sie nicht zum Kochen. Das Eiweiß wird gerinnen und dabei alle noch vorhandenen Trübstoffe an sich binden. Sie werden sehen, wie sich an der Oberfläche eine Art Eiweißflocken bilden.

7. Finale Filterung durch Passiertuch

Legen Sie ein Passiertuch (ein sehr feines Tuch zum Filtern von Flüssigkeiten) in ein Sieb und stellen Sie es über eine saubere Schüssel. Gießen Sie die Brühe sehr vorsichtig durch das Passiertuch. Dieser Vorgang kann etwas Zeit in Anspruch nehmen, da die Flüssigkeit langsam durch das feine Gewebe läuft. Drücken Sie nicht auf das Tuch, sondern lassen Sie die Brühe von selbst durchlaufen. Das Ergebnis ist eine kristallklare, goldene Rinderbrühe.

8. Abschmecken und Aufbewahren

Schmecken Sie die klare Brühe mit Salz ab. Seien Sie vorsichtig mit der Salzmenge, da die Brühe durch das lange Köcheln bereits konzentriert ist. Die fertige Brühe können Sie sofort verwenden oder in saubere Gläser füllen und im Kühlschrank aufbewahren. Sie hält sich dort etwa 3 bis 4 Tage. Für eine längere Haltbarkeit können Sie die Brühe auch einfrieren.

Tipp vom Chefkoch

Die Temperatur ist der Schlüssel zu einer klaren Brühe. Lassen Sie die Brühe niemals stark kochen, sondern nur sanft simmern. Starkes Kochen emulgiert das Fett und macht die Brühe trüb. Wenn Sie die Brühe über Nacht im Kühlschrank aufbewahren, können Sie am nächsten Tag das erstarrte Fett von der Oberfläche abheben, was die Brühe noch klarer macht.
Verwenden Sie immer kaltes Wasser zum Ansetzen der Brühe. Kaltes Wasser ermöglicht es den Proteinen, langsam auszutreten und sich als Schaum abzusetzen, den Sie dann entfernen können.
Ein Passiertuch aus Baumwolle oder Leinen ist ideal für die finale Filterung. Alternativ können Sie auch mehrere Lagen Küchenpapier verwenden, aber achten Sie darauf, dass diese nicht reißen.

Weinbegleitung zur Rinderbrühe

Eine klare Rinderbrühe als Vorspeise harmoniert wunderbar mit einem trockenen Weißwein wie einem Grauburgunder oder einem leichten Chardonnay. Die feinen Aromen der Brühe werden durch die Frische des Weißweins unterstrichen, ohne überdeckt zu werden. Alternativ passt auch ein leichter Rotwein wie ein Spätburgunder sehr gut, besonders wenn die Brühe kräftig gewürzt ist. Für eine alkoholfreie Variante empfiehlt sich ein Gemüsesaft oder stilles Mineralwasser mit einem Spritzer Zitrone.

Zusätzliche Info

Die klare Rinderbrühe, auch Consommé genannt, hat eine lange Tradition in der klassischen französischen Küche. Sie galt jahrhundertelang als Zeichen höchster Kochkunst und wurde in den feinsten Restaurants serviert. Das Klären mit Eiweiß ist eine Technik, die bereits im 18. Jahrhundert angewendet wurde. Das Eiweiß bindet durch seine Proteinstruktur alle Trübstoffe und ermöglicht so eine perfekt klare Brühe.

In der gehobenen Gastronomie wird die klare Rinderbrühe oft als Grundlage für weitere Gerichte verwendet oder mit feinen Einlagen wie Markklößchen, Pfannkuchenstreifen oder Gemüsejulienne serviert. Eine gute Rinderbrühe ist auch die Basis für klassische Saucen wie die Demiglace oder Jus. Die Qualität der Zutaten ist entscheidend für den Geschmack : Verwenden Sie möglichst Knochen und Fleisch von Rindern aus artgerechter Haltung.

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