LIDL bringt neue Airfryer-Eigenmarke für unter 40 Euro – was sie taugt…

Geschrieben von Annika · 6 Min. Lesezeit

Aktualisiert am vor 2 Stunden

Frühling 2026, und die Küchen Deutschlands surren. Der Airfryer ist längst kein Trendgerät mehr – er hat sich auf Millionen Arbeitsflächen zwischen Toaster und Wasserkocher eingegraben. Jetzt mischt Lidl den Markt erneut auf: Unter der Eigenmarke Silvercrest bringt der Discounter einen Heißluftfritteusen-Neuzugang für unter 40 Euro in die Filialen, zu einem Zeitpunkt, an dem viele Haushalte gezielt nach günstigeren Alternativen zu Markengeräten suchen. Die Frage, die sich dabei stellt, ist dieselbe wie immer bei Lidl-Eigenmarken: Was steckt wirklich dahinter?

Dieser Artikel nimmt das Gerät auseinander – Leistung, Ausstattung, Alltagstauglichkeit – und ordnet es ehrlich in den Markt ein. Wer überlegt, ob sich der Kauf lohnt, oder ob ein paar Euro mehr für ein Markengerät sinnvoller investiert sind, findet hier eine nüchterne Einschätzung ohne Werbesprache.

Das Gerät auf einen Blick

Marke / EigenmarkeSilvercrest (Lidl)
Preisunter 40 €
Fassungsvermögen~4–5 Liter (Einzelgerät)
Leistung~1.400–1.700 Watt
Temperaturbereich~80 °C bis 200 °C
VerfügbarkeitAktionszeitraum, solange Vorrat reicht
Garantie3 Jahre (gesetzlich + Lidl-Standard)

Was der Silvercrest-Airfryer kann

Das Gerät folgt dem klassischen Korbprinzip: Ein Heißluftgebläse zirkuliert heiße Luft mit hoher Geschwindigkeit rund um das Gargut, was eine knusprige Oberfläche erzeugt, ohne das Lebensmittel in Öl zu tauchen. Das Prinzip ist identisch mit dem teurer Geräte – der Unterschied liegt im Detail.

Der Silvercrest-Airfryer bietet eine digitale oder mechanische Steuerung (je nach Modellgeneration) mit voreingestellten Programmen für gängige Gerichte: Pommes, Hähnchen, Fisch, Gemüse, Backwaren. Für Frühlingsküche – Spargel, Zucchini-chips, gefüllte Paprika, Lammkotelett – erweist sich ein Temperaturbereich bis 200 °C als vollkommen ausreichend. Das Fassungsvermögen von rund 4 bis 5 Litern reicht für zwei bis drei Personen; für eine vierköpfige Familie müsste man in Etappen garen, was im Alltag Zeit kostet.

Die Beschichtung des Korbs ist antihaftend und laut Hersteller spülmaschinenfest – ein Punkt, der im täglichen Betrieb mehr Gewicht hat als jedes Watt Mehrleistung. Wer nach der Arbeit schnell Gemüse für zwei Personen rösten möchte, will kein Schrubben.

Stärken: Wo das Gerät überzeugt

Der stärkste Trumpf ist der Preis. Unter 40 Euro für ein Gerät mit 3 Jahren Garantie und einem zuverlässigen Discounter-Servicenetz im Rücken – das ist kein schlechter Einstieg. Silvercrest hat bei anderen Küchengeräten (Stabmixer, Küchenmaschinen, Grills) gezeigt, dass die Eigenmarke für gelegentliche Nutzung solide Qualität liefert.

Die Aufheizzeit liegt bei gut 3 bis 4 Minuten – vergleichbar mit Geräten der 80-Euro-Klasse. Für Alltagsgerichte wie Ofengemüse, Hähnchenschenkel, Fischfilets oder frühlingshaftes Grillgemüse mit Zitronenmarinade reicht das vollkommen. Das Gerät hält Temperaturen stabil, was für gleichmäßiges Garen entscheidend ist.

Die Lautstärke des Gebläses bewegt sich im üblichen Rahmen – kein leises Gerät, aber auch kein störendes Dauerblasen, das ein Gespräch am Esstisch unmöglich macht.

Schwächen: Was man wissen muss

Wer ambitioniert kocht, stößt schnell an Grenzen. Das Fassungsvermögen ist für Familien mit mehr als drei Personen zu klein, wenn alles gleichzeitig auf den Tisch soll. Wer regelmäßig für vier oder mehr Personen kocht, sollte eher zu einem Gerät mit 6 bis 8 Litern greifen – und das liegt preislich deutlich höher, auch bei Discountern.

Die Verarbeitungsqualität des Gehäuses ist solide, aber nicht hochwertig. Kunststoff dominiert, die Scharniere und Verriegelungen des Korbs fühlen sich nach einigen Monaten Dauerbetrieb möglicherweise weniger straff an. Bei gelegentlicher Nutzung – drei- bis viermal pro Woche – ist das kein Problem; bei täglicher Intensivnutzung könnte es auf mittlere Sicht Verschleiß geben.

Die vorprogrammierten Modi sind eine Hilfe für Einsteiger, aber keine Präzisionswerkzeuge. Wer exakte Temperaturen und Zeiteinstellungen für komplexere Gerichte braucht – etwa zartes Sous-vide-nachgegartes Lamm mit einer 180-°C-Kruste – merkt, dass die Steuerung Kompromisse eingeht, die ein Markengerät mit App-Anbindung nicht machen würde.

Einordnung: Für wen lohnt sich der Kauf?

Der Lidl-Silvercrest-Airfryer ist kein Gerät für jemanden, der bereits einen leistungsstarken Airfryer besitzt und aufrüsten will. Er ist ein ehrliches Einstiegsgerät für Haushalte, die die Technik ausprobieren wollen, ohne sofort 100 Euro oder mehr zu investieren. Studenten, Single-Haushalte, Paare, die Energiekosten sparen wollen (ein Airfryer verbraucht deutlich weniger Strom als ein Backofen bei vergleichbarem Ergebnis): Für diese Gruppen passt das Angebot.

Wer bereits weiß, dass der Airfryer täglich im Einsatz sein wird – und wer für vier oder mehr Personen kocht – sollte das Budget eher auf 60 bis 100 Euro ausdehnen und zu einem Gerät mit größerem Korb, robusterer Verarbeitung und präziserer Steuerung greifen. Die Ersparnis von 20 bis 30 Euro relativiert sich schnell, wenn ein Gerät nach eineinhalb Jahren die Grenze seiner Belastbarkeit erreicht.

Der Frühling als Testlabor

Gerade jetzt, Anfang April, bietet sich ein Airfryer für saisonales Gemüse besonders an. Grüner Spargel aus der Region – die ersten Bündel liegen bereits in den Auslagen – braucht im Airfryer bei 200 °C und 8 bis 10 Minuten weder Topf noch Wasser. Eine leichte Ölschicht, Fleur de sel, fertig. Das funktioniert mit dem Silvercrest-Gerät genauso gut wie mit einem Philips- oder Cosori-Gerät, das das Dreifache kostet. Für solche unkomplizierten Frühlingszubereitungen ist der Preisunterschied kaum zu rechtfertigen.

„Der Airfryer demokratisiert das knusprige Garen. Der Einstiegspreis entscheidet, wer Zugang bekommt – und Silvercrest senkt diese Schwelle deutlich.“

Fazit: Nüchterne Bilanz

Unter 40 Euro, 3 Jahre Garantie, solide Grundfunktionen, ausreichend für zwei bis drei Personen: Der Lidl-Silvercrest-Airfryer ist das, was er verspricht: ein funktionierendes Einstiegsgerät ohne Schnörkel. Er ist kein Hochleistungsgerät, er ist kein Alleskönner, und er wird einen Profiairfryer nicht ersetzen. Aber er macht das, wofür er gebaut wurde – Gemüse rösten, Hähnchen knusprig garen, Pommes ohne viel Öl zubereiten – ohne Wenn und Aber. Wer die Technik kennenlernen will, ohne viel Geld zu riskieren, ist hier richtig.

Häufige Fragen

Ist der Silvercrest-Airfryer von Lidl spülmaschinenfest?

Laut Herstellerangaben ist der Garkorb spülmaschinenfest. Das Außengehäuse sollte jedoch nur mit einem feuchten Tuch abgewischt werden – kein Eintauchen, kein Spülmaschinenbetrieb für das Hauptgerät. Wer den Korb regelmäßig in der Spülmaschine reinigt, sollte auf milde Programme achten, da aggressive Spülmittel die Antihaftbeschichtung über Zeit angreifen können.

Wie viel Strom verbraucht der Airfryer im Vergleich zum Backofen?

Ein Airfryer mit rund 1.500 Watt benötigt bei einer typischen Garzeit von 15 bis 20 Minuten etwa 0,35 bis 0,5 kWh pro Nutzung. Ein herkömmlicher Elektrobackofen kommt bei gleicher Nutzungsdauer auf das Doppelte bis Dreifache, da er ein deutlich größeres Volumen aufheizen muss. Auf ein Jahr gerechnet kann ein Airfryer im Haushalt spürbar Energiekosten einsparen – ein Argument, das bei steigenden Strompreisen zunehmend an Gewicht gewinnt.

Für wie viele Personen ist das Gerät geeignet?

Das Fassungsvermögen von rund 4 bis 5 Litern ist für ein bis drei Personen komfortabel ausgelegt. Wer regelmäßig für vier oder mehr Personen kocht und alles gleichzeitig servieren möchte, muss entweder in Etappen garen oder zu einem größeren Modell greifen. Für Singlehaushalte, Paare und kleine Familien ist das Volumen im Alltag absolut ausreichend.

Wann ist das Gerät bei Lidl erhältlich?

Silvercrest-Produkte bei Lidl sind klassische Aktionswaren – sie erscheinen für begrenzte Zeit im Prospekt und in den Filialen, solange der Vorrat reicht. Eine regelmäßige Nachbestellung ist nicht garantiert. Wer das Gerät kaufen möchte, sollte den aktuellen Lidl-Prospekt oder die App verfolgen und zügig handeln, sobald das Angebot erscheint. Online über lidl.de wird die Ware gelegentlich ebenfalls angeboten, ist dort aber häufig schnell vergriffen.

Welche Gerichte gelingen im Airfryer besonders gut?

Knuspriges Gemüse, Hähnchenstücke, Fischfilets, Frühlingsrollen, Mozzarellasticks, Ofenkartoffeln und – gerade zur Saison – grüner Spargel oder Zucchinistreifen mit Olivenöl und Kräutern zählen zu den Gerichten, bei denen der Airfryer seinen vollen Nutzen entfaltet. Weniger geeignet sind sehr flüssige Teige, Gerichte mit großen Wassermengen oder Zubereitungen, die ein Wasserbad erfordern. Auch große Braten stoßen bei diesem Kompaktgerät schnell an die Kapazitätsgrenzen.

Teilen

Auch interessant