Rhabarber-Streuselkuchen vom Blech, süß-sauer und knusprig – Omas Klassiker neu entdeckt

Geschrieben von Annika· 5 Min. Lesezeit

Aktualisiert am vor 4 Stunden

Der Rhabarber-Streuselkuchen vom Blech gehört zu den zeitlosen Klassikern der deutschen Backkunst, die in nahezu jeder Familienchronik einen festen Platz einnehmen. Dieses traditionelle Gebäck vereint die säuerliche Frische des Rhabarbers mit der süßen Knusprigkeit goldbrauner Streusel zu einem harmonischen Geschmackserlebnis, das Generationen verbindet. Während unsere Großmütter diesen Kuchen noch als selbstverständlichen Bestandteil der Frühlingsbacksaison betrachteten, erlebt er heute eine bemerkenswerte Renaissance in modernen Küchen.

Die Besonderheit dieses Blechkuchens liegt in seiner ausgewogenen Komposition aus drei Schichten: einem mürben Hefeteigboden, der saftigen Rhabarberfüllung und den charakteristischen Butterstreuseln, die dem Kuchen seine unverwechselbare Textur verleihen. Die Zubereitung erfordert keine professionellen Backkenntnisse, sondern lediglich etwas Geduld und die Bereitschaft, sich auf bewährte Traditionen einzulassen. Mit dieser Anleitung gelingt selbst Backanfängern ein Kuchen, der nicht nur optisch überzeugt, sondern auch geschmacklich höchste Ansprüche erfüllt.

30

40

mittel

€€

Zutaten

Personen+

Utensilien

Zubereitung

1. Hefeteig vorbereiten

Erwärmen Sie die Milch auf etwa 37 Grad, sodass sie lauwarm ist. Geben Sie 250 Gramm Mehl in eine große Schüssel und formen Sie in der Mitte eine Mulde. Streuen Sie die Trockenhefe hinein und gießen Sie die lauwarme Milch darüber. Fügen Sie einen Teelöffel Zucker hinzu und verrühren Sie alles vorsichtig. Decken Sie die Schüssel mit einem Küchentuch ab und lassen Sie den Vorteig (eine erste Teigphase, die der Hefe Zeit zum Aktivieren gibt) etwa 15 Minuten an einem warmen Ort gehen, bis sich kleine Bläschen bilden.

2. Hauptteig kneten

Schmelzen Sie 100 Gramm Butter und lassen Sie sie etwas abkühlen. Geben Sie die geschmolzene Butter, 50 Gramm Zucker, ein Päckchen Vanillezucker und eine Prise Salz zum Vorteig. Kneten Sie alles mit dem Handrührgerät oder den Händen zu einem geschmeidigen Teig. Der Teig sollte sich vom Schüsselrand lösen und nicht mehr kleben. Decken Sie ihn erneut ab und lassen Sie ihn weitere 30 Minuten gehen, bis er sein Volumen deutlich vergrößert hat.

3. Rhabarberfüllung zubereiten

Gießen Sie den Rhabarber aus der Dose in ein Sieb und lassen Sie ihn gut abtropfen. Fangen Sie etwa 100 Milliliter Saft auf. Schneiden Sie die Rhabarberstücke in etwa zwei Zentimeter lange Stücke. Vermischen Sie in einer Schüssel den braunen Zucker mit der Speisestärke und dem Zimt. Geben Sie die Rhabarberstücke hinzu und vermengen Sie alles vorsichtig. Die Speisestärke bindet später den austretenden Saft und verhindert, dass der Kuchen durchweicht.

4. Streusel herstellen

Verkneten Sie die restlichen 150 Gramm Mehl mit 100 Gramm kalter Butter in Stückchen, 100 Gramm Zucker, einem Päckchen Vanillezucker und den Mandelblättchen zu groben Streuseln. Arbeiten Sie mit kühlen Händen und drücken Sie die Zutaten zwischen den Fingern zusammen, bis unregelmäßige Krümel entstehen. Je größer die Streusel, desto knuspriger wird später die Oberfläche. Stellen Sie die Streusel bis zur Verwendung kühl.

5.

Heizen Sie den Backofen auf 180 Grad Ober- und Unterhitze vor. Legen Sie das Backblech mit Backpapier aus. Rollen Sie den Hefeteig auf einer leicht bemehlten Arbeitsfläche in der Größe des Backblechs aus. Legen Sie den Teig auf das vorbereitete Blech und drücken Sie ihn gleichmäßig fest. Ziehen Sie einen etwa zwei Zentimeter hohen Rand hoch, damit die Füllung nicht herausläuft.

6.

Verteilen Sie die Rhabarbermischung gleichmäßig auf dem Hefeteigboden. Streuen Sie die vorbereiteten Streusel großzügig über die Rhabarberfüllung, sodass sie vollständig bedeckt ist. Schieben Sie das Blech auf die mittlere Schiene des vorgeheizten Ofens und backen Sie den Kuchen 35 bis 40 Minuten, bis die Streusel goldbraun sind und der Teig durchgebacken ist. Machen Sie die Stäbchenprobe (stechen Sie mit einem Holzstäbchen in den Teig, es sollte kein Teig mehr daran haften bleiben), um sicherzugehen.

7.

Nehmen Sie den Kuchen aus dem Ofen und lassen Sie ihn auf dem Blech vollständig auskühlen. Schneiden Sie ihn erst nach dem Abkühlen in gleichmäßige Stücke, damit die Füllung nicht ausläuft. Der Kuchen schmeckt lauwarm oder kalt gleichermaßen köstlich und kann mit einer Kugel Vanilleeis oder geschlagener Sahne serviert werden.

Tipp vom Chefkoch

Verwenden Sie Rhabarber aus der Dose, da frischer Rhabarber saisonal begrenzt ist und die Dosenvariante das ganze Jahr über verfügbar bleibt. Achten Sie darauf, den Rhabarber sehr gut abtropfen zu lassen, damit der Kuchen nicht zu feucht wird. Wenn Sie möchten, können Sie die Streusel am Vortag vorbereiten und im Kühlschrank aufbewahren – kalte Streusel werden besonders knusprig. Für eine intensivere Zimtnote können Sie auch etwas Zimt direkt in den Hefeteig geben. Der Kuchen lässt sich hervorragend einfrieren und schmeckt nach dem Auftauen fast wie frisch gebacken.

Die perfekte Begleitung zum Rhabarber-Streuselkuchen

Zum säuerlich-süßen Rhabarber-Streuselkuchen passt hervorragend eine Tasse frisch gebrühter Kaffee, dessen Röstaromen die Butterstreusel unterstreichen. Alternativ harmoniert ein milder schwarzer Tee mit einem Schuss Milch wunderbar mit der Säure des Rhabarbers. Für die Nachmittagsstunde empfiehlt sich auch ein Glas kalte Milch, besonders wenn Kinder mitessen. Wer es erfrischend mag, kann einen Holunderblütensirup mit Mineralwasser mischen – die florale Note ergänzt die Fruchtsäure perfekt. An warmen Tagen bietet sich auch ein Eiskaffee an, dessen Cremigkeit einen reizvollen Kontrast zur knusprigen Streuseldecke bildet.

Zusätzliche Info

Die Tradition des Rhabarber-Streuselkuchens reicht in Deutschland bis ins 19. Jahrhundert zurück, als Rhabarber als eine der ersten Frühlingspflanzen in die Küchen Einzug hielt. Ursprünglich aus Asien stammend, wurde die Pflanze zunächst als Heilmittel verwendet, bevor ihre kulinarischen Qualitäten entdeckt wurden. Der Blechkuchen entwickelte sich als praktische Variante für größere Familien und Feste, da er sich einfach transportieren und in viele Portionen teilen lässt. In ländlichen Regionen war es üblich, den ersten Rhabarber der Saison zu einem solchen Kuchen zu verarbeiten, was als Zeichen des Frühlingsanfangs galt. Die Kombination mit Streuseln ist typisch deutsch und unterscheidet sich von anderen europäischen Rhabarberkuchen, die oft mit Baiser oder Guss überzogen werden. Heute erlebt dieser Klassiker eine Wiederentdeckung, da immer mehr Menschen traditionelle Backrezepte schätzen und die Verbindung zur regionalen Küche suchen.

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