Saftiger Pflaumenkuchen vom Blech – Dinkel-Rührteig mit feinem Aprikosenglanz

Geschrieben von Annika· 5 Min. Lesezeit

In deutschen Backstuben gehört der Pflaumenkuchen vom Blech zu den beliebtesten Herbstklassikern. Wenn sich die Zwetschgen in ihrer vollen Reife präsentieren, verwandeln Bäcker und Hobbybäcker diese violetten Früchte in saftige Blechkuchen, die auf keinem Kaffeetisch fehlen dürfen. Die Verwendung von Dinkelmehl verleiht dem Rührteig eine nussige Note und macht ihn bekömmlicher als herkömmliche Weizenteige. Der feine Aprikosenglanz, der nach dem Backen aufgetragen wird, sorgt für einen professionellen Look und konserviert die Feuchtigkeit der Pflaumen. Diese Variante vom Blech eignet sich perfekt für Familienfeiern oder gemütliche Kaffeenachmittage, denn sie lässt sich problemlos in großzügige Portionen schneiden und schmeckt am nächsten Tag sogar noch besser als frisch gebacken.

25

40

mittel

€€

Zutaten

Personen+

Utensilien

Zubereitung

1. Vorbereitung der Zutaten und des Backblechs

Den Backofen auf 180 Grad Ober- und Unterhitze vorheizen. Das Backblech mit Backpapier auslegen oder dünn mit Butter einfetten und mit etwas Mehl bestäuben. Die Zwetschgen gründlich waschen, halbieren und entsteinen. Die Butter sollte zimmerwarm sein, damit sie sich leichter verarbeiten lässt. Alle trockenen Zutaten bereitstellen und das Dinkelmehl mit dem Backpulver in einer Schüssel vermischen.

2. Zubereitung des Dinkel-Rührteigs

Die weiche Butter zusammen mit dem Zucker und dem Vanillezucker in eine Rührschüssel geben. Mit dem Handrührgerät oder der Küchenmaschine etwa drei bis vier Minuten schaumig schlagen, bis die Masse hell und luftig wird. Dieser Vorgang nennt sich Aufschlagen und sorgt dafür, dass Luft in den Teig gelangt. Anschließend die Eier einzeln nacheinander unterrühren, dabei nach jedem Ei etwa 30 Sekunden weiterschlagen. Eine Prise Salz hinzufügen. Das vermischte Dinkelmehl und Backpulver abwechselnd mit der Milch unterrühren, beginnend und endend mit dem Mehl. Dabei nur so lange rühren, bis sich alles verbunden hat, um den Teig nicht zu fest werden zu lassen.

3. Teig auf dem Blech verteilen

Den fertigen Rührteig auf das vorbereitete Backblech geben und mit einem Teigschaber oder einem Löffel gleichmäßig verstreichen. Die Teigschicht sollte etwa einen halben Zentimeter dick sein und alle Ecken des Blechs erreichen. Mit einem angefeuchteten Teigschaber gelingt das Verstreichen besonders gut, da der Teig nicht kleben bleibt. Darauf achten, dass die Oberfläche möglichst glatt wird, damit die Pflaumen später gleichmäßig einsinken können.

4. Pflaumen arrangieren und würzen

Die halbierten Zwetschgen dicht an dicht mit der Schnittfläche nach oben auf dem Teig verteilen. Die Früchte können sich ruhig berühren oder sogar leicht überlappen, denn sie geben beim Backen Saft ab und schrumpfen etwas. Für ein schönes Muster die Pflaumenhälften in geraden Reihen anordnen. Das Zimtpulver gleichmäßig über die Pflaumen streuen. Wer es knuspriger mag, kann jetzt bereits die Mandelblättchen über den Kuchen verteilen, alternativ werden sie erst nach dem Backen aufgestreut.

5. Backen des Pflaumenkuchens

Das Backblech in den vorgeheizten Ofen schieben und den Kuchen etwa 35 bis 40 Minuten backen. Die genaue Backzeit hängt von der Dicke der Teigschicht und der Saftigkeit der Pflaumen ab. Der Kuchen ist fertig, wenn der Teig goldbraun ist und sich beim leichten Drücken fest anfühlt. Mit einem Holzstäbchen in die Mitte des Teigs stechen: Bleibt kein Teig daran haften, ist der Kuchen durchgebacken. Die Pflaumen sollten weich sein und leicht gebräunte Ränder haben.

6. Aprikosenglanz vorbereiten und auftragen

Während der Kuchen backt, die Aprikosenkonfitüre mit zwei Esslöffeln Wasser in einem kleinen Topf bei mittlerer Hitze erwärmen und unter ständigem Rühren zum Kochen bringen. Die Mischung etwa eine Minute köcheln lassen, bis sie dünnflüssig wird. Dieser Glasurüberzug wird in der Konditorei als Aprikotieren bezeichnet und dient dem Glanz sowie der Frischhaltung. Wer eine besonders glatte Glasur möchte, kann die erwärmte Konfitüre durch ein feines Sieb streichen, um Fruchtstückchen zu entfernen. Den frisch gebackenen Kuchen aus dem Ofen nehmen und sofort mit einem Backpinsel den heißen Aprikosenglanz gleichmäßig auf die Pflaumen und den sichtbaren Teigrand auftragen. Falls die Mandelblättchen noch nicht auf dem Kuchen waren, jetzt über den noch feuchten Glanz streuen, damit sie haften bleiben.

7. Auskühlen und Portionieren

Den glasierten Pflaumenkuchen auf dem Blech vollständig auskühlen lassen, was etwa 30 bis 45 Minuten dauert. Erst wenn der Kuchen Raumtemperatur erreicht hat, lässt er sich sauber in Stücke schneiden. Mit einem scharfen Messer in gleichmäßige Rechtecke oder Quadrate teilen. Für besonders saubere Schnittkanten das Messer zwischen den Schnitten kurz unter heißem Wasser abspülen und abtrocknen.

Tipp vom Chefkoch

Dinkelmehl nimmt etwas mehr Flüssigkeit auf als Weizenmehl, deshalb sollte der Teig geschmeidig, aber nicht zu fest sein. Falls er zu dick erscheint, einfach einen Esslöffel Milch zusätzlich unterrühren. Die Pflaumen können auch durch Aprikosen, Mirabellen oder eine Mischung verschiedener Steinfrüchte ersetzt werden. Für einen intensiveren Geschmack die Früchte vor dem Belegen mit etwas braunem Zucker bestreuen. Der Kuchen schmeckt lauwarm besonders aromatisch und lässt sich hervorragend mit geschlagener Sahne oder Vanilleeis servieren. Reste können luftdicht verpackt bis zu drei Tage aufbewahrt werden und schmecken aufgewärmt fast wie frisch gebacken.

Passende Getränke zum Pflaumenkuchen

Zum saftigen Pflaumenkuchen passt traditionell eine Tasse frisch gebrühter Filterkaffee oder ein milder Cappuccino, dessen Milchschaum die Süße der Pflaumen ausgleicht. Schwarztee-Liebhaber wählen am besten einen Darjeeling oder Earl Grey, dessen feine Bergamotte-Note harmonisch mit dem Aprikosenglanz verschmilzt. Für Kinder und alle, die es alkoholfrei mögen, eignet sich ein Apfelsaft-Schorle oder ein warmer Früchtetee mit Vanillenote. An kühleren Herbsttagen rundet ein heißer Kakao mit Zimt das Geschmackserlebnis perfekt ab und unterstreicht die würzige Komponente des Kuchens.

Zusätzliche Info

Der Pflaumenkuchen vom Blech gehört seit Generationen zur deutschen Backkultur und markiert traditionell den Übergang vom Sommer zum Herbst. Besonders in Süddeutschland und Österreich wird er zur Zwetschgenzeit zwischen August und Oktober in nahezu jeder Bäckerei angeboten. Die Verwendung von Dinkelmehl ist eine moderne Interpretation des Klassikers, denn ursprünglich wurde ausschließlich Weizenmehl verwendet. Dinkel galt lange als Getreide der Mönche und erlebt seit einigen Jahren eine Renaissance in der gesundheitsbewussten Küche. Der Aprikosenglanz stammt aus der französischen Patisserie-Tradition und wurde im 19. Jahrhundert in deutschen Konditoreien übernommen. Er verleiht dem rustikalen Blechkuchen einen eleganten, professionellen Glanz und schützt die Früchte vor dem Austrocknen. In manchen Regionen wird der Kuchen auch Zwetschgendatschi genannt, besonders in Bayern, wo er mit Hefeteig zubereitet wird. Die Rührteig-Variante ist jedoch einfacher in der Zubereitung und gelingt auch Backanfängern problemlos.

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