Sauerteigbrot für Anfänger: Mit 4 Zutaten und ohne Kneten zum ersten gelungenen Laib
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Sauerteigbrot backen – das klingt nach wochenlanger Vorbereitung, geheimen Techniken und Profi-Ausrüstung. Doch die Wahrheit ist eine andere. Mit nur vier zutaten, ohne kneten und ohne großes Vorwissen gelingt auch Anfängern ein rustikaler, aromatischer laib, der sich sehen lassen kann. Dieses rezept zeigt, wie aus mehl, wasser, salz und einem aktiven sauerteig-starter ein brot entsteht, das in keiner bäckerei seinen platz verlieren würde. Das einzige, was man wirklich braucht, ist geduld – und die belohnung ist ein knuspriges, duftendes brot, das man selbst gemacht hat.
20 minuten (plus 12 bis 16 stunden ruhezeit)
45 minuten
facile
€
Zutaten
Utensilien
Zubereitung
1. Den sauerteig-starter vorbereiten
Der sauerteig-starter muss aktiv und triebstark sein. Triebstark bedeutet: der starter hat nach dem füttern sein volumen verdoppelt und zeigt viele bläschen an der oberfläche. Wer noch keinen starter hat, kann einen beim bäcker erfragen oder online bestellen. Am abend vor dem backen den starter mit gleichen teilen mehl und wasser füttern und bei raumtemperatur stehen lassen, bis er aktiv blubbert.
2. Den teig mischen – kein kneten nötig
Alle vier zutaten – mehl, wasser, salz und sauerteig-starter – in einer großen schüssel mit einem löffel oder den händen grob vermischen, bis kein trockenes mehl mehr sichtbar ist. Diese methode heißt autolyse: das mehl nimmt das wasser auf und beginnt von selbst, gluten zu bilden, ganz ohne kneten. Den teig abdecken und 30 minuten ruhen lassen.
3. Dehnen und falten statt kneten
Jetzt kommt die wichtigste technik dieses rezepts: das dehnen und falten. Dehnen und falten bedeutet: man zieht den teig von einer seite hoch und faltet ihn über die mitte – das stärkt das glutennetz, ohne den teig zu kneten. Diesen vorgang alle 30 minuten wiederholen, insgesamt vier mal über zwei stunden. Danach den teig abgedeckt bei raumtemperatur 10 bis 14 stunden gehen lassen – am besten über nacht.
4. Den teig formen
Am nächsten morgen den teig auf eine leicht bemehlte arbeitsfläche geben. Mit einer teigkarte den teig vorsichtig zu einer runden kugel formen, dabei die oberfläche spannen. Das spannen der oberfläche sorgt dafür, dass das brot beim backen schön aufgeht und eine gleichmäßige kruste bildet. Den geformten teigling mit dem verschluss nach oben in einen bemehlten gärkorb legen. Mit einem küchentuch abdecken und noch einmal 1 bis 2 stunden ruhen lassen.
5. Den ofen und den topf vorheizen
Den backofen auf 250 °C ober-/unterhitze vorheizen. Den gusseisernen topf mit deckel direkt in den ofen stellen und mindestens 45 minuten aufheizen lassen. Ein heißer topf erzeugt beim backen dampf aus dem teig selbst – dieser dampf ist das geheimnis einer perfekten, knusprigen kruste.
6. Backen – der große moment
Den heißen topf vorsichtig aus dem ofen nehmen. Den teigling aus dem gärkorb direkt in den topf stürzen. Mit einer rasierklinge oder einem scharfen messer die oberfläche einschneiden. Einschneiden nennt man scoring: es gibt dem brot eine kontrollierte stelle, an der es aufgehen kann, und erzeugt das typische muster auf der kruste. Deckel schließen und 20 minuten bei 250 °C backen. Danach den deckel abnehmen und weitere 20 bis 25 minuten backen, bis das brot tiefbraun und knusprig ist. Das brot auf einem gitter mindestens eine stunde abkühlen lassen, bevor man es anschneidet.
Tipp vom Chefkoch
Den reifegrad des teigs erkennt man mit dem fingertest: einen bemehlten finger leicht in den teig drücken. Springt der abdruck langsam zurück, ist der teig perfekt reif. Springt er sofort zurück, braucht der teig mehr zeit. Bleibt der abdruck stehen, ist der teig überreif und sollte sofort gebacken werden.
Empfohlene getränke
Zu einem rustikalen sauerteigbrot passt ein kühles, naturtrübes kellerbier aus Bayern hervorragend – die bitternoten des bieres harmonieren wunderbar mit der leichten säure des brotes. Wer es alkoholfrei mag, greift zu einem frischen apfelschorle oder einem kräutertee mit thymian und rosmarin.
Zusätzliche Info
Sauerteigbrot ist eines der ältesten lebensmittel der menschheit. Archäologische funde belegen, dass bereits vor über 5.000 jahren in Ägypten brot mit wilden hefen gebacken wurde. Der sauerteig entsteht durch die fermentation von mehl und wasser mit natürlichen milchsäurebakterien und wilden hefen. Diese fermentation macht das brot nicht nur aromatischer, sondern auch bekömmlicher, da sie die phytinsäure im mehl abbaut, die sonst die aufnahme von mineralstoffen hemmt. In Deutschland hat das sauerteigbrot eine besonders lange tradition, vor allem im bereich der roggenbrote.