So lecker und deftig wie bei Oma: Rezept für Frikadellen mit geröstetem Blumenkohl und Kartoffeln
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In vielen deutschen Haushalten ist die Frikadelle ein fester Bestandteil der kulinarischen Tradition. Dieses herzhafte Gericht, das bereits unsere Großmütter mit viel Liebe zubereiteten, vereint saftige Fleischbällchen mit knusprigem geröstetem Blumenkohl und goldbraunen Kartoffeln zu einem wahrhaft deftigen Festmahl. Die Kombination aus würzigem Hackfleisch, aromatischen Gewürzen und dem nussigen Geschmack des gerösteten Gemüses macht diese Mahlzeit zu einem perfekten Beispiel deutscher Hausmannskost. Während die Frikadellen in der Pfanne brutzeln und ihr verführerisches Aroma verströmen, entwickelt der Blumenkohl im Ofen seine charakteristischen Röstaromen, die perfekt mit den cremigen Kartoffeln harmonieren. Diese Rezeptvariante ehrt die traditionelle Zubereitung und beweist, dass klassische Gerichte auch heute noch ihren besonderen Platz auf dem Esstisch verdienen.
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Zutaten
Utensilien
Zubereitung
1. vorbereitung der kartoffeln
Die Kartoffeln gründlich unter fließendem Wasser waschen und mit einer Gemüsebürste von Schmutz befreien. Anschließend die Kartoffeln schälen und in gleichmäßige Würfel von etwa zwei Zentimetern Größe schneiden. Diese gleichmäßige Größe ist wichtig, damit alle Stücke zur gleichen Zeit gar werden. Die geschnittenen Kartoffeln in einen großen Topf geben, mit kaltem Wasser bedecken und eine großzügige Prise Salz hinzufügen. Das Salzwasser hilft dabei, den Kartoffeln bereits während des Kochens Geschmack zu verleihen. Den Topf auf den Herd stellen und bei mittlerer bis hoher Hitze zum Kochen bringen. Sobald das Wasser sprudelnd kocht, die Hitze reduzieren und die Kartoffeln etwa zwanzig Minuten köcheln lassen, bis sie weich sind und sich leicht mit einer Gabel durchstechen lassen.
2. blumenkohl vorbereiten und würzen
Den Backofen auf zweihundert Grad Celsius Ober- und Unterhitze vorheizen. Den Blumenkohl vom Strunk befreien und in mundgerechte Röschen teilen. Diese Röschen sollten nicht zu klein sein, damit sie beim Rösten nicht verbrennen, aber auch nicht zu groß, damit sie gleichmäßig durchgaren. Die Blumenkohlröschen in eine große Schüssel geben und mit vier Esslöffeln Olivenöl beträufeln. Den gemahlenen Kreuzkümmel, eine Prise Salz und frisch gemahlenen schwarzen Pfeffer hinzufügen. Mit den Händen alles gründlich vermischen, sodass jedes Röschen gleichmäßig mit Öl und Gewürzen überzogen ist. Diese Massage sanfte Verteilung der Gewürze durch kreisende Bewegungen sorgt dafür, dass der Blumenkohl später besonders aromatisch schmeckt. Die gewürzten Röschen auf einem mit Backpapier ausgelegten Backblech verteilen und darauf achten, dass sie sich nicht überlappen, damit sie schön knusprig werden können.
3. frikadellenmasse zubereiten
Die Zwiebeln schälen und sehr fein würfeln. Je kleiner die Zwiebelstücke sind, desto besser verteilen sie sich in der Hackmasse und desto saftiger werden die Frikadellen. Die Knoblauchzehen ebenfalls schälen und durch eine Knoblauchpresse drücken oder sehr fein hacken. Das Rinderhackfleisch in eine große Schüssel geben und die gewürfelten Zwiebeln sowie den Knoblauch hinzufügen. Die Eier aufschlagen und zur Masse geben, gefolgt von den Semmelbröseln, dem Senf, dem getrockneten Majoran und dem Paprikapulver. Mit etwa einem Teelöffel Salz und einer halben Teelöffel frisch gemahlenem schwarzen Pfeffer würzen. Nun kommt der wichtige Teil: mit sauberen Händen alle Zutaten gründlich verkneten, bis eine homogene Masse entsteht. Dieser Vorgang sollte etwa drei bis vier Minuten dauern. Die Masse darf nicht zu locker bleiben, aber auch nicht zu fest geknetet werden, sonst werden die Frikadellen später zäh.
4. frikadellen formen
Aus der vorbereiteten Hackmasse etwa zwölf gleich große Portionen abteilen. Eine bewährte Methode ist es, die gesamte Masse zunächst in zwei Hälften zu teilen, dann jede Hälfte in drei Teile und diese wiederum halbieren. Mit leicht angefeuchteten Händen aus jeder Portion eine Kugel formen und diese dann zwischen den Handflächen zu einer etwa zwei Zentimeter dicken Frikadelle flach drücken. Die fertig geformten Frikadellen auf einem Teller oder Brett nebeneinander legen. Wichtig ist, dass alle Frikadellen ungefähr die gleiche Dicke haben, damit sie gleichmäßig durchbraten. Wenn die Masse an den Händen klebt, diese zwischendurch immer wieder mit kaltem Wasser anfeuchten. Die Ränder der Frikadellen sollten glatt sein, damit sie beim Braten nicht auseinanderbrechen.
5. blumenkohl rösten
Das vorbereitete Backblech mit den gewürzten Blumenkohlröschen in den vorgeheizten Ofen schieben und auf mittlerer Schiene etwa fünfundzwanzig bis dreißig Minuten rösten. Nach etwa fünfzehn Minuten das Blech aus dem Ofen nehmen und die Röschen mit einem Pfannenwender wenden, damit sie von allen Seiten gleichmäßig bräunen. Der Blumenkohl ist fertig, wenn er an den Rändern goldbraun und leicht karamellisiert ist und sich weich anfühlt. Diese Röstaromen verleihen dem Gemüse einen intensiven, leicht nussigen Geschmack, der perfekt zu den herzhaften Frikadellen passt. Während der Blumenkohl im Ofen gart, kann man sich um die Frikadellen kümmern.
6. frikadellen braten
Eine große Pfanne auf dem Herd bei mittlerer Hitze erwärmen und das Butterschmalz darin schmelzen lassen. Butterschmalz eignet sich besonders gut zum Braten von Frikadellen, da es höhere Temperaturen verträgt als normale Butter und den Fleischbällchen einen herrlich buttrigen Geschmack verleiht. Sobald das Fett heiß ist und leicht zu schäumen beginnt, die Frikadellen vorsichtig in die Pfanne legen. Dabei darauf achten, dass zwischen den einzelnen Frikadellen genügend Abstand bleibt, damit sie nicht aneinanderkleben. Je nach Größe der Pfanne müssen die Frikadellen eventuell in zwei Durchgängen gebraten werden. Jede Seite etwa fünf bis sechs Minuten braten, bis sich eine schöne goldbraune Kruste gebildet hat. Die Frikadellen nur einmal wenden, damit die Kruste nicht beschädigt wird. Um zu prüfen, ob sie durchgegart sind, kann man vorsichtig mit einem Messer in eine Frikadelle schneiden: das Fleisch sollte innen nicht mehr rosa sein.
7. kartoffeln fertigstellen
Sobald die Kartoffeln weich gekocht sind, das Wasser vollständig abgießen und die Kartoffeln zurück in den heißen Topf geben. Den Topf noch einmal kurz auf die ausgeschaltete Herdplatte stellen, damit die restliche Feuchtigkeit verdampfen kann. Zwei Esslöffel Olivenöl über die Kartoffeln geben und mit einem Kartoffelstampfer grob zerstampfen oder einfach mit einer Gabel leicht zerdrücken. Die Kartoffeln müssen nicht vollständig püriert werden, eine rustikale, leicht stückige Konsistenz passt perfekt zu diesem deftigen Gericht. Mit Salz, Pfeffer und der getrockneten Petersilie abschmecken und gut durchmischen. Die Kartoffeln warm halten, bis alle anderen Komponenten fertig sind.
8. anrichten und servieren
Auf vorgewärmten Tellern zunächst eine großzügige Portion der gewürzten Kartoffeln anrichten. Daneben den gerösteten Blumenkohl platzieren und abschließend drei Frikadellen pro Person auf dem Teller arrangieren. Wer möchte, kann die Frikadellen noch mit etwas frischer Petersilie garnieren oder einen Klecks Senf dazu reichen. Das Gericht sollte möglichst heiß serviert werden, damit alle Aromen optimal zur Geltung kommen. Die Kombination aus den saftigen, würzigen Frikadellen, dem knusprigen Blumenkohl mit seinen Röstaromen und den cremigen Kartoffeln ergibt ein rundum befriedigendes Mahl, das an die gute alte Zeit erinnert.
Tipp vom Chefkoch
Für besonders saftige Frikadellen kann man die Semmelbrösel vor der Verarbeitung in etwas kalter Milch einweichen und dann gut ausdrücken. Diese eingeweichten Brösel binden die Feuchtigkeit im Fleisch und verhindern, dass die Frikadellen beim Braten trocken werden. Alternativ kann man auch eine geriebene Kartoffel unter die Hackmasse mischen, was ebenfalls für mehr Saftigkeit sorgt. Wichtig ist außerdem, die Frikadellen nach dem Braten kurz ruhen zu lassen, damit sich die Säfte im Fleisch verteilen können. Wer den Blumenkohl noch aromatischer haben möchte, kann ihn nach dem Rösten mit etwas Zitronensaft beträufeln oder mit gerösteten Pinienkernen bestreuen.
passende getränke zum deftigen frikadellengericht
Zu diesem herzhaften Gericht passt am besten ein kräftiger deutscher Rotwein wie ein Spätburgunder oder Dornfelder, der mit seinen fruchtigen Noten und der leichten Würze die intensiven Aromen der Frikadellen unterstreicht. Wer lieber Weißwein trinkt, sollte zu einem kräftigen Grauburgunder oder einem trockenen Riesling greifen, die genug Körper haben, um mit dem deftigen Fleisch mitzuhalten. Bierliebhaber können ein dunkles Vollbier oder ein malziges Märzen wählen, das traditionell perfekt zur deutschen Hausmannskost passt. Für eine alkoholfreie Alternative eignet sich ein fruchtiger Apfelsaft oder ein herber Gemüsesaft, der die würzigen Komponenten des Gerichts ergänzt.
Zusätzliche Info
Frikadellen gehören zu den ältesten und beliebtesten Gerichten der deutschen Küche und sind unter verschiedenen regionalen Bezeichnungen bekannt: in Berlin heißen sie Buletten, in Bayern Fleischpflanzerl und in anderen Regionen auch Fleischküchle oder Bratklops. Die Ursprünge dieses Gerichts reichen bis ins neunzehnte Jahrhundert zurück, als Hackfleischgerichte in der bürgerlichen Küche immer beliebter wurden. Der Name Frikadelle leitet sich vom französischen Wort fricandeau ab, was gebratenes Fleisch bedeutet. Traditionell wurden Frikadellen als Resteessen zubereitet, um übrig gebliebenes Fleisch zu verwerten. Die Kombination mit geröstetem Gemüse ist eine moderne Interpretation, die das klassische Gericht um gesunde Komponenten erweitert, ohne seinen deftigen Charakter zu verlieren. In vielen deutschen Familien werden Frikadellen nach Geheimrezepten zubereitet, die von Generation zu Generation weitergegeben werden.