Türkische Kekse: Die türkische Variante von Shortbread
Aktualisiert am 25. April 2026
In der türkischen Backkunst nehmen Kurabiye einen besonderen Platz ein. Diese zarten Kekse erinnern an schottisches Shortbread, zeichnen sich jedoch durch ihre besondere Textur und den charakteristischen Einsatz von Puderzucker aus. Während das britische Original mit Butter und einer festen Konsistenz überzeugt, setzen türkische Bäcker auf eine Kombination aus Butter und Pflanzenöl, die den Keksen ihre unvergleichliche Zartheit verleiht. Die Gebäckstücke zergehen förmlich auf der Zunge und hinterlassen einen dezent süßen Geschmack. Traditionell werden sie zu besonderen Anlässen wie dem Zuckerfest oder bei Familienbesuchen serviert, doch ihre einfache Zubereitung macht sie auch zum perfekten Alltagsgebäck. Mit wenigen Zutaten und ohne komplizierte Techniken gelingen diese Kekse selbst Backanfängern mühelos.
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Zutaten
Utensilien
Zubereitung
1. Vorbereitung der Zutaten
Den Backofen auf 160 Grad Celsius Umluft vorheizen. Die Butter sollte Zimmertemperatur haben, damit sie sich gut verarbeiten lässt. Ein Backblech mit Backpapier auslegen und beiseite stellen. Alle Zutaten bereitstellen und das Mehl zusammen mit dem Backpulver in eine Schüssel sieben. Dieser Vorgang sorgt dafür, dass keine Klümpchen im Teig entstehen und das Gebäck später besonders fein wird.
2. Teigherstellung
Die weiche Butter in eine große Rührschüssel geben und mit dem Handrührgerät etwa 2 Minuten lang cremig schlagen. Das Pflanzenöl hinzufügen und weitere 30 Sekunden unterrühren. Den Puderzucker, Vanillezucker und die Prise Salz zur Butter-Öl-Mischung geben. Alles etwa 3 Minuten lang auf mittlerer Stufe schlagen, bis eine helle, luftige Masse entsteht. Die Mehl-Backpulver-Mischung nach und nach mit einem Löffel unterrühren. Nicht zu lange rühren, sonst werden die Kekse hart. Der Teig sollte weich sein und sich gut formen lassen, aber nicht an den Händen kleben.
3. Formung der Kekse
Mit leicht bemehlten Händen kleine Teigportionen von etwa einem gehäuften Teelöffel abnehmen. Zwischen den Handflächen zu walnussgroßen Kugeln rollen. Die Kugeln auf das vorbereitete Backblech setzen und dabei etwa 3 cm Abstand lassen, da die Kekse beim Backen leicht auseinanderlaufen. Mit dem Daumen oder dem Stiel eines Holzlöffels eine kleine Mulde in die Mitte jeder Kugel drücken. Diese charakteristische Form ist typisch für türkische Kurabiye und sorgt für eine gleichmäßige Bräunung.
4. Backvorgang
Das Backblech auf der mittleren Schiene in den vorgeheizten Ofen schieben. Die Kekse 16 bis 18 Minuten backen. Sie sollten nicht braun werden, sondern nur ganz leicht an den Rändern Farbe annehmen. Die Kekse sind fertig, wenn die Unterseite hellgolden ist. Aus dem Ofen nehmen und auf dem Blech etwa 5 Minuten abkühlen lassen. In dieser Zeit festigen sie sich und lassen sich besser handhaben.
5. Puderzucker-Mantel
Den Puderzucker zum Wälzen in eine flache Schüssel oder einen tiefen Teller geben. Die noch warmen, aber nicht mehr heißen Kekse vorsichtig einzeln in den Puderzucker legen. Mit einem Löffel Puderzucker über die Kekse streuen und sie rundherum damit bedecken. Die Wärme der Kekse lässt den Puderzucker leicht anschmelzen und bildet eine zarte Kruste. Dieser Schritt sollte durchgeführt werden, solange die Kekse noch Restwärme haben, damit der Zucker besser haftet.
6. Zweite Puderzucker-Schicht
Die Kekse vollständig auf einem Kuchengitter auskühlen lassen. Nach dem vollständigen Erkalten ein zweites Mal in frischem Puderzucker wälzen. Diese zweite Schicht sorgt für die charakteristische dicke weiße Hülle, die türkische Kurabiye so unverwechselbar macht. Die Kekse vorsichtig behandeln, da sie sehr zart sind und leicht brechen können.
Tipp vom Chefkoch
Für eine authentischere Variante kann man in die Mulde jeder Kugel vor dem Backen eine halbe Walnuss oder Mandel drücken. Der Teig darf nicht zu lange geknetet werden, sonst entwickelt sich zu viel Gluten (Klebereiweiß) und die Kekse werden fest statt mürbe. Wer es aromatischer mag, kann dem Teig eine Messerspitze gemahlenen Kardamom hinzufügen. Die Kekse lassen sich hervorragend auf Vorrat backen und bleiben in einer luftdichten Dose mit Lagen von Backpapier dazwischen etwa 3 Wochen frisch. Wichtig ist, dass sie vollständig ausgekühlt sind, bevor man sie verstaut, sonst wird der Puderzucker feucht.
Türkischer Tee als perfekte Begleitung
Zu diesen zarten Keksen passt am besten ein starker türkischer Schwarztee, serviert in traditionellen tulpenförmigen Gläsern. Die leichte Bitterkeit des Tees bildet einen wunderbaren Kontrast zur Süße der Kurabiye. Alternativ harmoniert auch ein Mokka (sehr starker, ungefilterter Kaffee) hervorragend mit dem buttrigen Gebäck. Für Kinder oder am Nachmittag eignet sich ein Ayran, das salzige Joghurtgetränk, das überraschend gut zu süßem Gebäck passt. In der kalten Jahreszeit bietet sich auch ein Salep an, ein cremiges Heißgetränk aus Orchideenwurzel mit Zimt, das in der Türkei sehr beliebt ist.
Zusätzliche Info
Kurabiye gehören zu den ältesten Backwaren der türkischen Küche und haben ihre Wurzeln in der osmanischen Palastküche. Der Name leitet sich vom französischen Wort courabié ab, das wiederum auf das arabische ghorayeba zurückgeht. Diese Kekse wurden traditionell von den Hofbäckern des Sultans zubereitet und galten als Zeichen der Gastfreundschaft. Im Gegensatz zum britischen Shortbread, das ausschließlich mit Butter gebacken wird, verwenden türkische Rezepte oft eine Mischung aus Butter und Öl. Diese Kombination verleiht den Keksen ihre charakteristische sandige Textur, die im Mund zergeht. In verschiedenen Regionen der Türkei gibt es zahlreiche Varianten: manche mit Pistazien, andere mit Haselnüssen oder Konfitüre gefüllt. Die hier vorgestellte Version mit Puderzucker ist die klassische Form, die besonders zu Festen wie Bayram (religiöse Feiertage) gebacken wird. Jede türkische Familie hat ihr eigenes überliefertes Rezept, das von Generation zu Generation weitergegeben wird.
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