Tzatziki wie beim Griechen: cremig, frisch und garantiert nicht wässrig

Geschrieben von Annika· 6 Min. Lesezeit

In griechischen Restaurants gehört Tzatziki zu den beliebtesten Vorspeisen überhaupt. Die cremige Joghurt-Gurken-Sauce begeistert mit ihrer erfrischenden Note und dem intensiven Knoblauchgeschmack. Doch wer Tzatziki zu Hause zubereitet, erlebt oft eine Enttäuschung: die Sauce wird wässrig und verliert ihre charakteristische Konsistenz. Das muss nicht sein. Mit den richtigen Techniken und etwas Geduld gelingt ein authentisches Tzatziki, das genauso cremig und aromatisch schmeckt wie beim Lieblingsgriechen.

Das Geheimnis liegt in der Vorbereitung der Gurke und der Wahl des richtigen Joghurts. Während viele Hobbyköche die Gurke einfach raspeln und direkt unter den Joghurt mischen, schwören griechische Köche auf eine andere Methode. Die Gurke muss ihr Wasser verlieren, bevor sie in die Sauce kommt. Nur so bleibt das Tzatziki über Stunden hinweg schön dick und cremig. Diese Rezeptanleitung zeigt Schritt für Schritt, wie die perfekte Balance zwischen Frische, Cremigkeit und Geschmack gelingt.

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Zutaten

Personen+

Utensilien

Zubereitung

1. Die Gurke vorbereiten

Schält die Salatgurke vollständig mit einem Sparschäler oder einem scharfen Messer. Die Schale würde das Tzatziki bitter machen und die Konsistenz beeinträchtigen. Schneidet die Gurke längs in zwei Hälften. Mit einem Teelöffel schabt ihr nun das Kerngehäuse mit den Kernen heraus. Dieser wässrige Teil würde das Tzatziki später verwässern. Reibt die Gurkenhälften mit einer groben Küchenreibe in eine Schüssel. Die groben Raspel geben dem Tzatziki später eine schöne Textur.

2. Gurke entwässern

Gebt einen gestrichenen Teelöffel Salz über die geraspelte Gurke und vermischt alles gut mit den Händen. Das Salz entzieht der Gurke die Flüssigkeit durch Osmose, ein natürlicher Prozess, bei dem Wasser aus Zellen herausgezogen wird. Lasst die gesalzene Gurke mindestens 15 Minuten stehen. In dieser Zeit bildet sich eine Pfütze am Boden der Schüssel. Gebt die Gurkenraspel anschließend in ein sauberes Küchentuch oder einen Nussmilchbeutel. Dreht das Tuch fest zusammen und presst die Gurke kräftig aus. Es sollte richtig viel Flüssigkeit herauskommen. Je trockener die Gurke, desto cremiger wird das Tzatziki. Presst so lange, bis kaum noch Flüssigkeit austritt.

3. Joghurt abtropfen lassen

Während die Gurke entwässert, könnt ihr den griechischen Joghurt vorbereiten. Gebt ihn in ein feines Sieb, das ihr über eine Schüssel hängt. Auch aus dem Joghurt kann noch etwas Molke austreten. Diese 10 bis 15 Minuten Abtropfzeit machen den Joghurt noch dicker und cremiger. Griechischer Joghurt mit 10 Prozent Fett ist ideal, weil er von Natur aus bereits sehr cremig ist und wenig Molke enthält. Normale Joghurts mit niedrigerem Fettgehalt würden ein wässriges Ergebnis liefern.

4. Knoblauch vorbereiten

Schält die drei Knoblauchzehen und presst sie durch eine Knoblauchpresse direkt in eine große Schüssel. Wer keine Presse hat, kann den Knoblauch auch sehr fein hacken und anschließend mit der flachen Seite des Messers zu einer Paste zerdrücken. Der Knoblauch sollte wirklich sehr fein sein, damit er sich gleichmäßig verteilt und keine großen Stücke im Tzatziki schwimmen. Für ein milderes Aroma könnt ihr den Knoblauch auch halbieren und den grünen Keim in der Mitte entfernen.

5. Tzatziki zusammenrühren

Gebt den abgetropften Joghurt zum Knoblauch in die Schüssel. Fügt das Olivenöl und den Weißweinessig hinzu. Das Olivenöl sorgt für zusätzliche Cremigkeit und einen runden Geschmack. Der Essig bringt eine leichte Säure, die das Tzatziki erfrischt und die Aromen hebt. Rührt alles mit einem Löffel gut durch, bis eine homogene Masse entsteht. Gebt nun die gut ausgepresste Gurke dazu. Vermischt sie sorgfältig mit dem Joghurt. Streut den getrockneten Dill darüber und rührt ihn unter. Dill ist das klassische Kraut für Tzatziki und verleiht der Sauce ihr typisch griechisches Aroma.

6. Abschmecken und ziehen lassen

Schmeckt das Tzatziki mit Salz und weißem Pfeffer ab. Seid vorsichtig mit dem Salz, denn die Gurke wurde bereits gesalzen. Weißer Pfeffer ist milder als schwarzer und passt besser zur hellen Farbe der Sauce. Rührt nochmals gut durch. Deckt die Schüssel mit Frischhaltefolie ab und stellt das Tzatziki für mindestens eine Stunde in den Kühlschrank. Diese Ruhezeit ist wichtig, damit sich alle Aromen miteinander verbinden können. Der Knoblauch wird milder, der Dill entfaltet sein Aroma, und die Konsistenz wird noch fester. Ideal ist es, das Tzatziki am Vortag zuzubereiten.

7. Vor dem Servieren

Holt das Tzatziki etwa 10 Minuten vor dem Servieren aus dem Kühlschrank, damit es nicht eiskalt ist. Rührt es nochmals gut durch. Sollte sich trotz aller Vorsichtsmaßnahmen etwas Flüssigkeit abgesetzt haben, könnt ihr diese einfach abgießen oder unterrühren. Gebt das Tzatziki in eine flache Schale und zieht mit einem Löffel eine kleine Mulde in die Mitte. Träufelt etwas hochwertiges Olivenöl in diese Mulde und streut nach Belieben etwas Paprikapulver oder frischen Dill darüber. Diese Dekoration ist typisch für griechische Restaurants und macht optisch viel her.

Tipp vom Chefkoch

Verwendet unbedingt griechischen Joghurt mit hohem Fettgehalt. Normaler Joghurt oder fettarme Varianten werden nie die richtige Konsistenz erreichen. Wenn ihr keinen griechischen Joghurt findet, könnt ihr türkischen Süzme verwenden, der ähnlich dick ist. Das Auspressen der Gurke ist der wichtigste Schritt: presst wirklich fest und gründlich, denn jeder Tropfen Wasser, der in der Gurke bleibt, verdünnt später das Tzatziki. Ein Trick der Profis ist es, die ausgepresste Gurke nochmals mit Küchenpapier abzutupfen. Frischer Knoblauch ist Pflicht, Knoblauchpulver kann den intensiven Geschmack nicht ersetzen. Wer den Knoblauchgeschmack liebt, kann auch vier oder fünf Zehen verwenden. Das Tzatziki hält sich im Kühlschrank problemlos drei bis vier Tage und schmeckt am zweiten Tag oft sogar noch besser, weil die Aromen mehr Zeit zum Verschmelzen hatten.

Passende Getränke zum Tzatziki

Zu Tzatziki als Vorspeise passt hervorragend ein gekühlter griechischer Weißwein wie ein Assyrtiko von Santorini. Diese Rebsorte bringt eine mineralische Frische mit, die perfekt zur cremigen Joghurtsauce harmoniert. Die leichte Säure des Weins ergänzt die Frische der Gurke und mildert die Schärfe des Knoblauchs.

Eine weitere authentische Wahl ist Ouzo, der griechische Anisschnaps. Er wird traditionell mit Wasser verdünnt und wird dadurch milchig-weiß. Der Anisgeschmack passt wunderbar zu mediterranen Vorspeisen. Wer keinen Alkohol trinkt, kann zu einem griechischen Bergtee greifen, kalt serviert mit etwas Zitrone und Honig. Auch ein einfaches Mineralwasser mit Zitrone erfrischt und lässt die Aromen des Tzatzikis zur Geltung kommen.

Zusätzliche Info

Tzatziki gehört zu den ältesten und bekanntesten Spezialitäten der griechischen Küche. Der Name leitet sich vom türkischen Wort cacık ab, was auf die gemeinsame kulinarische Geschichte der Region hinweist. Ähnliche Joghurt-Gurken-Sauces finden sich in vielen Ländern des östlichen Mittelmeerraums und des Nahen Ostens, von der Türkei über Bulgarien bis nach Indien.

In Griechenland wird Tzatziki als Mezze serviert, eine Vorspeise oder Beilage, die zu vielen Gerichten gereicht wird. Es begleitet Gyros, Souvlaki und gegrilltes Fleisch ebenso wie gebratenen Fisch oder vegetarische Gerichte. Die kühlende Wirkung des Joghurts macht Tzatziki besonders in den heißen Sommermonaten beliebt. Traditionell wird es mit frischem Fladenbrot oder Pita gegessen.

Die gesundheitlichen Vorteile von Tzatziki sind beachtlich. Der Joghurt liefert probiotische Bakterien, die die Darmgesundheit fördern. Gurken sind kalorienarm und wasserreich, Knoblauch wirkt antibakteriell und stärkt das Immunsystem. Olivenöl liefert gesunde ungesättigte Fettsäuren. Damit ist Tzatziki nicht nur lecker, sondern auch eine nährstoffreiche Beilage.

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