Wiener Schnitzel richtig braten: Warum die Pfanne nie zu voll sein darf
Aktualisiert am vor 4 Stunden
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Das Wiener Schnitzel zählt zu den bekanntesten Gerichten der österreichischen Küche und hat längst seinen Siegeszug über die Landesgrenzen hinaus angetreten. Die perfekte Zubereitung dieses Klassikers erfordert jedoch mehr als nur gute Zutaten – die richtige Brattechnik entscheidet über Erfolg oder Misserfolg. Ein häufiger Fehler, der selbst erfahrenen Hobbyköchen unterläuft, ist eine zu volle Pfanne. Warum dieser scheinbar unbedeutende Aspekt so entscheidend für das Gelingen ist und wie Sie ein perfektes Schnitzel mit goldgelber, luftiger Panade zubereiten, erfahren Sie in dieser detaillierten Anleitung. Die Kunst liegt im Detail: von der Fleischauswahl über die Panierung bis hin zur optimalen Brattemperatur. Mit den richtigen Handgriffen und etwas Übung gelingt Ihnen ein Schnitzel, das jedem Wiener Traditionslokal Konkurrenz macht.
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mittel
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Zutaten
Utensilien
Zubereitung
1. Fleisch vorbereiten
Legen Sie die Kalbsschnitzel auf ein Schneidebrett und bedecken Sie sie mit Frischhaltefolie. Klopfen Sie das Fleisch mit dem Fleischklopfer vorsichtig auf etwa 4 bis 5 Millimeter Dicke. Dieser Schritt ist wichtig, damit das Fleisch gleichmäßig gart und die Panade gut haftet. Klopfen bedeutet hier sanftes Bearbeiten des Fleisches, um die Fasern zu lockern. Achten Sie darauf, dass die Schnitzel eine gleichmäßige Dicke haben. Würzen Sie beide Seiten mit Salz und Pfeffer und träufeln Sie etwas Zitronensaft darüber.
2. Panierstraße aufbauen
Bereiten Sie drei tiefe Teller vor. In den ersten Teller geben Sie das Mehl. In den zweiten Teller schlagen Sie die Eier auf und verquirlen sie gründlich mit einer Gabel. In den dritten Teller füllen Sie die Semmelbrösel. Diese Anordnung nennt man Panierstraße – eine systematische Reihenfolge zum Panieren von Fleisch oder Fisch. Stellen Sie die Teller in dieser Reihenfolge nebeneinander auf, damit Sie die Schnitzel nacheinander durch alle drei Stationen ziehen können.
3. Schnitzel panieren
Nehmen Sie ein Schnitzel und wenden Sie es zunächst im Mehl, sodass beide Seiten dünn bedeckt sind. Klopfen Sie überschüssiges Mehl ab. Ziehen Sie das Schnitzel dann durch die verquirlten Eier und lassen Sie überschüssiges Ei abtropfen. Zum Schluss wenden Sie das Schnitzel in den Semmelbröseln und drücken die Panade leicht an. Wichtig ist, dass die Panade gleichmäßig haftet, aber nicht zu dick aufgetragen wird. Legen Sie die panierten Schnitzel auf einen Teller und wiederholen Sie den Vorgang mit den restlichen Stücken.
4. Pfanne richtig vorbereiten
Geben Sie das Butterschmalz in eine große Pfanne. Die Fettmenge sollte so hoch sein, dass die Schnitzel später halb im Fett schwimmen können. Erhitzen Sie das Fett bei mittlerer bis hoher Hitze. Die ideale Temperatur liegt bei etwa 170 bis 180 Grad Celsius. Sie können die Temperatur mit einem Küchenthermometer messen oder einen Holzlöffelstiel ins Fett halten – steigen kleine Bläschen auf, ist die richtige Temperatur erreicht. Dieser Schritt ist entscheidend, denn bei zu niedriger Temperatur saugt sich die Panade mit Fett voll.
5. Schnitzel einzeln braten
Hier kommt der wichtigste Punkt: Geben Sie niemals mehr als ein bis maximal zwei Schnitzel gleichzeitig in die Pfanne. Eine zu volle Pfanne führt zu mehreren Problemen. Erstens sinkt die Temperatur des Fettes rapide ab, wenn zu viel kaltes Fleisch hineinkommt. Zweitens haben die Schnitzel nicht genug Platz, um sich auszudehnen, und die Panade kann nicht richtig aufgehen. Drittens können Sie die Schnitzel nicht richtig wenden und bewegen. Legen Sie das erste Schnitzel vorsichtig in das heiße Fett und schwenken Sie die Pfanne leicht, damit das Fett über das Schnitzel schwappt.
6. Richtig ausbacken
Braten Sie das Schnitzel etwa 2 bis 3 Minuten auf der ersten Seite, bis es goldgelb ist. Schwenken Sie die Pfanne während des Bratens immer wieder leicht, damit sich die Panade vom Fleisch löst und Wellen bildet. Diese charakteristischen Wellen sind das Markenzeichen eines perfekten Wiener Schnitzels. Wenden Sie das Schnitzel mit einer Fleischgabel vorsichtig und braten Sie es weitere 2 bis 3 Minuten auf der anderen Seite. Die Panade sollte knusprig und goldbraun sein, aber nicht zu dunkel werden. Nehmen Sie das fertige Schnitzel aus der Pfanne und legen Sie es auf Küchenpapier, damit überschüssiges Fett abtropfen kann.
7. Restliche Schnitzel braten
Wiederholen Sie den Bratvorgang mit den übrigen Schnitzeln. Prüfen Sie vor jedem neuen Schnitzel die Temperatur des Fettes und geben Sie bei Bedarf etwas Butterschmalz nach. Entfernen Sie eventuell verbrannte Panierbrösel aus der Pfanne, damit sie den Geschmack nicht beeinträchtigen. Halten Sie die fertigen Schnitzel im Backofen bei etwa 80 Grad Celsius warm, aber nicht länger als 10 Minuten, sonst verliert die Panade ihre Knusprigkeit. Legen Sie die Schnitzel dabei auf einen Rost über einem Backblech, damit die Unterseite nicht durchweicht.
Tipp vom Chefkoch
Der Abstand zwischen den Schnitzeln ist entscheidend: lassen Sie mindestens 5 Zentimeter Platz zwischen den Stücken, damit die Hitze zirkulieren kann. Wenn Sie eine kleinere Pfanne verwenden, braten Sie lieber nacheinander als zu viele Schnitzel gleichzeitig. Ein weiterer Profi-Tipp: bewegen Sie die Pfanne während des Bratens in kreisenden Bewegungen, damit sich die typischen Wellen in der Panade bilden. Verwenden Sie niemals eine Gabel zum Wenden, die das Fleisch durchsticht – nutzen Sie stattdessen zwei Holzspatel oder eine Zange. Die Panade sollte niemals fest am Fleisch anliegen, sondern locker und luftig sein.
Klassische Weinbegleitung zum Wiener Schnitzel
Zum Wiener Schnitzel passt traditionell ein trockener österreichischer Weißwein hervorragend. Ein Grüner Veltliner aus der Wachau mit seiner frischen Säure und den pfeffrigen Noten harmoniert perfekt mit der knusprigen Panade. Alternativ eignet sich ein Riesling aus dem Kamptal oder ein Weißburgunder. Die Säure des Weines schneidet durch das Fett und erfrischt den Gaumen zwischen den Bissen. Für Bierliebhaber ist ein helles, leicht herbes Lagerbier die ideale Wahl. Die Temperatur sollte bei 8 bis 10 Grad Celsius liegen. Servieren Sie den Wein in einem klassischen Weißweinglas, das die Aromen optimal zur Geltung bringt.
Zusätzliche Info
Das Wiener Schnitzel hat eine lange Geschichte, die bis ins 19. Jahrhundert zurückreicht. Der Name ist seit 1891 geschützt und darf nur für Schnitzel aus Kalbfleisch verwendet werden. Die Legende besagt, dass Feldmarschall Radetzky das Rezept aus Mailand nach Wien brachte, wo es als Costoletta alla milanese bekannt war. In Österreich entwickelte sich daraus das dünn geklopfte, in Butterschmalz ausgebackene Schnitzel mit der charakteristischen gewellten Panade. Die Technik des Panierens wurde über Generationen verfeinert. Ein echtes Wiener Schnitzel wird niemals mit Sauce serviert, sondern nur mit Zitronenscheiben garniert. Die Panade muss so zart sein, dass sie beim Anschneiden knistert. In Wien gibt es zahlreiche Restaurants, die sich auf dieses Gericht spezialisiert haben, und jedes Haus hat seine eigenen Geheimnisse für die perfekte Zubereitung.
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