Gewürze von Rewe, Lidl und Ankerkraut im Test: Finger weg von zwei Produkten
InhaltsverzeichnisAusblendenAnzeigen
Salz, Pfeffer, Paprika – wer denkt schon groß darüber nach, welche gewürze er in den Einkaufswagen legt ? Doch ein genauerer blick auf die inhaltsstoffe, die qualität und den geschmack zeigt: nicht alle produkte sind gleich. Zwischen den eigenmarken großer supermärkte wie Rewe und Lidl und dem hamburger premiumanbieter Ankerkraut liegen teils erhebliche unterschiede. Ein test mehrerer gewürze dieser drei marken hat zwei produkte ans licht gebracht, von denen verbraucher besser die finger lassen sollten. Die ergebnisse sind aufschlussreich – und manchmal überraschend.
Vorstellung der gewürze von Rewe, Lidl und Ankerkraut
Drei anbieter, drei positionierungen
Der deutsche gewürzmarkt ist vielfältig. Auf der einen seite stehen die supermarkt-eigenmarken, die auf preis und verfügbarkeit setzen. Rewe vertreibt seine gewürze unter der eigenmarke „Rewe Beste Wahl", während Lidl das sortiment „Kania" im angebot führt. Beide marken richten sich an preisbewusste käufer, die ein breites sortiment zu günstigen konditionen erwarten. Auf der anderen seite positioniert sich Ankerkraut als premiummarke: gegründet in Hamburg, bekannt durch eine erfolgreiche tv-präsenz und inzwischen im besitz von Nestlé, setzt das unternehmen auf hochwertige zutaten, kreative mischungen und eine starke markenbindung.
Welche produkte wurden getestet ?
Im rahmen des tests wurden jeweils mehrere klassiker und spezialitäten verglichen, darunter:
- Paprikapulver (edelsüß und geräuchert)
- Italienische kräutermischungen
- Grillgewürze
- Currypulver
- Knoblauchgranulat
Diese kategorien decken einen großen teil des alltäglichen bedarfs ab und erlauben einen direkten vergleich zwischen den drei anbietern hinsichtlich qualität, preis und zusammensetzung.
Bevor die einzelnen marken unter die lupe genommen werden, ist es wichtig zu verstehen, nach welchen kriterien die bewertung erfolgte – denn nicht allein der geschmack zählt.
Bewertungskriterien der produkte
Inhaltsstoffe und transparenz
Das erste und wichtigste kriterium ist die zusammensetzung. Enthalten die gewürze ausschließlich das, was auf der verpackung steht, oder finden sich zusatzstoffe, rieselhilfen oder aromen ? Besonders kritisch ist der einsatz von siliziumdioxid (E551) als rieselhilfe sowie von zugesetztem zucker in mischungen, die eigentlich ohne auskommen sollten. Transparenz in der zutatenliste ist ein zeichen von qualität und respekt gegenüber dem verbraucher.
Geschmack und aroma
Ein blindtest mit mehreren testpersonen erlaubte eine objektive einschätzung von intensität, frische und komplexität der aromen. Gewürze, die nach kurzer lagerung an kraft verlieren oder einen künstlichen nachgeschmack hinterlassen, schnitten schlechter ab. Frische und natürliche aromatik wurden positiv bewertet.
Preis-Leistungs-Verhältnis
Der preis pro gramm wurde für jedes produkt berechnet und ins verhältnis zur qualität gesetzt. Ein teures gewürz muss entsprechend überzeugen – ein günstiges darf qualitative abstriche machen, aber nur in einem vertretbaren rahmen.
Mit diesen maßstäben im blick lassen sich die ergebnisse der drei marken nun differenziert betrachten – beginnend mit den produkten von Rewe.
Detaillierte analyse der gewürze von Rewe
Stärken der Rewe-eigenmarke
Die gewürze der marke „Rewe Beste Wahl" überzeugten in mehreren kategorien durch eine solide qualität zum günstigen preis. Das edelsüße paprikapulver etwa zeigte eine angenehme farbe und ein natürliches aroma ohne künstliche zusätze. Auch das knoblauchgranulat schnitt gut ab: reine zusammensetzung, kein zugesetzter zucker, intensiver geruch.
Schwachstellen und problematische produkte
Kritischer fiel die bewertung der italienischen kräutermischung aus. Die analyse der zutatenliste ergab einen überraschend hohen anteil an salz sowie die verwendung von aromen – ein hinweis darauf, dass die natürlichen kräuter nicht in ausreichender menge oder qualität vorhanden sind. Zudem enthielt das grillgewürz von Rewe E551 als rieselhilfe, was bei einem naturprodukt vermeidbar wäre. Diese zwei produkte gehören zu jenen, bei denen verbraucher besser zu alternativen greifen sollten.
Ähnliche fragen stellen sich beim blick auf das sortiment von Lidl – mit teils anderen, teils vergleichbaren ergebnissen.
Gründliche untersuchung der gewürze von Lidl
Überraschend gute performer
Die Kania-gewürze von Lidl überraschten positiv, insbesondere beim currypulver. Die mischung enthielt eine ausgewogene kombination klassischer zutaten – kurkuma, koriander, kreuzkümmel, ingwer – ohne überflüssige zusätze. Der geschmack war warm und komplex, die farbe intensiv. Auch das geräucherte paprikapulver überzeugte durch ein authentisches raucharoma und eine klare zutatenliste.
Produkte mit abzügen
Weniger erfreulich war das ergebnis beim kräutersalz: der salzanteil dominierte derart, dass die kräuter kaum wahrnehmbar waren. Der einsatz als würzmittel war dadurch stark eingeschränkt. Außerdem enthielt eine der mischungen maltodextrin als trägerstoff – ein zusatzstoff, der in einem reinen gewürzprodukt nichts verloren hat und auf mindere rohstoffqualität hindeuten kann.
Während Rewe und Lidl im mittelfeld agieren, erhebt Ankerkraut den anspruch, die messlatte deutlich höher zu legen – doch hält die marke, was sie verspricht ?
Studie der gewürze von Ankerkraut: eine referenz auf dem markt
Qualität, die ihren preis hat
Ankerkraut-gewürze sind im schnitt drei- bis viermal teurer als die eigenmarken der supermärkte. Doch die qualität rechtfertigt diesen aufpreis in vielen fällen. Die rohstoffe werden sorgfältig ausgewählt, die mischungen sind originell und die zutatenlisten vorbildlich kurz. Das grillgewürz beispielsweise enthielt ausschließlich natürliche zutaten, keine rieselhilfen und keinen zucker – ein klarer vorteil gegenüber der konkurrenz.
Kritische punkte trotz premium-image
Auch Ankerkraut ist nicht makellos. Einige mischungen enthielten mehr salz als erwartet, was die dosierung erschwert. Zudem wurde nach der übernahme durch Nestlé eine leichte veränderung in der rezeptur einzelner produkte festgestellt – ein punkt, der treue kunden aufhorchen lässt. Die transparenz der marke bleibt dennoch überdurchschnittlich gut, und die mehrheit der produkte hält, was das premium-etikett verspricht.
Aus all diesen erkenntnissen lassen sich konkrete empfehlungen ableiten, die verbrauchern helfen, beim nächsten einkauf die richtige wahl zu treffen.
Abschließende empfehlungen für die verbraucher
Was kaufen, was meiden ?
Auf basis des tests lassen sich klare hinweise geben:
- Empfehlenswert von Rewe: paprikapulver edelsüß, knoblauchgranulat
- Finger weg bei Rewe: italienische kräutermischung (aromen, hoher salzanteil), grillgewürz (E551)
- Empfehlenswert von Lidl: currypulver Kania, geräuchertes paprikapulver
- Finger weg bei Lidl: kräutersalz (zu salzig), mischungen mit maltodextrin
- Empfehlenswert von Ankerkraut: grillgewürze, single-origin gewürze, kreative mischungen ohne zusatzstoffe
Praktische tipps für den einkauf
Unabhängig von der marke gilt: immer die zutatenliste lesen, auf zusatzstoffe wie E551, maltodextrin oder aromen achten und den salzanteil in mischungen prüfen. Wer sparsam wirtschaften möchte, fährt mit den besten produkten der eigenmarken gut. Wer bereit ist, mehr zu investieren und wert auf besondere aromenvielfalt legt, findet bei Ankerkraut eine verlässliche wahl.
Der test zeigt deutlich: die herkunft einer marke sagt wenig über die qualität einzelner produkte aus. Rewe und Lidl liefern durchaus überzeugende gewürze – aber eben nicht bei allen produkten. Ankerkraut überzeugt in der breite, ist jedoch nicht unfehlbar. Wer bewusst würzt, liest die zutatenliste, vergleicht die zusammensetzung und lässt sich nicht allein vom preis oder vom image leiten. Zwei produkte im test haben eindeutig gezeigt, dass vorsicht geboten ist – und dass ein kritischer blick beim einkauf bares geld und echten genuss spart.