Rezept: Pasta con carciofi e ricotta

Geschrieben von Annika· 5 Min. Lesezeit

In der italienischen Küche vereinen sich frische Zutaten zu harmonischen Geschmackserlebnissen. Diese pasta con carciofi e ricotta verkörpert genau diese Philosophie: zarte Artischocken treffen auf cremigen Ricotta, während Knoblauch und Olivenöl mediterrane Aromen entfalten. Das Gericht stammt aus den Regionen Latium und Sizilien, wo Artischocken seit Jahrhunderten kultiviert werden. Die Kombination aus der leicht nussigen Note der Artischocken und der milden Frische des Ricottas schafft eine ausgewogene Textur, die selbst anspruchsvolle Gaumen überzeugt. Mit wenigen, aber qualitativ hochwertigen Zutaten entsteht ein Pastagericht, das sowohl als schnelles Mittagessen als auch als elegantes Abendessen besticht.

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Zutaten

Personen+

Utensilien

Zubereitung

1. das Wasser zum Kochen bringen

Einen großen Topf mit reichlich Wasser füllen und auf höchster Stufe zum Kochen bringen. Großzügig salzen, sobald das Wasser sprudelnd kocht. Die richtige Salzmenge erkennt man daran, dass das Wasser wie Meerwasser schmeckt. Dieser Schritt ist entscheidend, denn die Pasta nimmt während des Kochens das Salz auf und erhält so ihren Grundgeschmack.

2. die Artischocken vorbereiten

Die eingelegten Artischockenherzen aus dem Glas nehmen und gut abtropfen lassen. Dabei das Öl auffangen und beiseite stellen, es kann später verwendet werden. Die Artischocken in mundgerechte Stücke schneiden, etwa in Viertel oder Achtel, je nach Größe. Zu große Stücke würden sich nicht harmonisch mit der Pasta verbinden.

3. den Knoblauch und die Aromaten vorbereiten

Die Knoblauchzehen schälen und in hauchdünne Scheiben schneiden oder durch eine Knoblauchpresse drücken. Von der Zitrone mit einer Zestenreibe (ein feines Küchengerät zum Abreiben von Zitrusschalen) etwa einen Teelöffel Schale abreiben, dabei nur die gelbe Schicht nehmen, nicht das weiße Fruchtfleisch darunter, das bitter schmeckt. Die Zitrone dann auspressen und den Saft bereitstellen.

4.

Die Penne oder Rigatoni ins kochende Salzwasser geben und nach Packungsanweisung al dente (bissfest, mit leichtem Widerstand im Kern) kochen. Wichtig ist, die Pasta etwa zwei Minuten vor Ende der angegebenen Kochzeit zu probieren. Vor dem Abgießen unbedingt eine Tasse Nudelwasser abnehmen und beiseite stellen. Dieses stärkehaltige Wasser wird später zum Binden der Sauce verwendet.

5.

Während die Pasta kocht, in einer großen Pfanne das Olivenöl bei mittlerer Hitze erwärmen. Den Knoblauch hinzufügen und unter ständigem Rühren etwa eine Minute goldgelb anschwitzen, nicht bräunen lassen, sonst wird er bitter. Die Chiliflocken hinzufügen und kurz mitrösten, bis ihr Aroma aufsteigt. Diese Technik nennt man soffritto, eine italienische Grundzubereitungsmethode für Aromastoffe.

6.

Die vorbereiteten Artischockenstücke in die Pfanne geben und bei mittlerer bis hoher Hitze etwa drei bis vier Minuten anbraten. Sie sollten an den Rändern leicht Farbe annehmen. Den Weißwein angießen und bei hoher Hitze etwa zwei Minuten einkochen lassen, bis der Alkohol verdunstet ist. Die Artischocken werden dadurch aromatischer und nehmen die Geschmacksnoten des Weins auf.

7.

In einer separaten Schüssel den Ricotta mit einer Gabel auflockern. Die Zitronenschale, zwei Esslöffel Zitronensaft, die Hälfte des geriebenen Parmesans und etwa drei Esslöffel des reservierten Nudelwassers unterrühren. Die Mischung sollte eine cremige, geschmeidige Konsistenz haben. Mit Salz und frisch gemahlenem schwarzem Pfeffer abschmecken. Diese Ricotta-Creme bildet die samtige Grundlage der Sauce.

8.

Die abgetropfte Pasta direkt in die Pfanne mit den Artischocken geben. Die Ricotta-Mischung darüber verteilen und alles bei mittlerer Hitze vorsichtig vermengen. Nach und nach etwas Nudelwasser hinzufügen, bis eine cremige Sauce entsteht, die die Pasta umhüllt. Die Pasta sollte glänzen und nicht trocken wirken. Das getrocknete Basilikum unterrühren. Dieser Schritt nennt sich mantecare, das Verschmelzen von Pasta und Sauce zu einer Einheit.

9.

Die Pasta von der Hitze nehmen und mit Salz, Pfeffer und bei Bedarf etwas Zitronensaft abschmecken. Den restlichen Parmesan unterrühren, einen Teil davon für die Dekoration zurückbehalten. Sofort auf vorgewärmten Tellern anrichten, mit dem restlichen Parmesan bestreuen und nach Belieben mit etwas Olivenöl beträufeln. Die Pasta schmeckt am besten, wenn sie direkt serviert wird, da die Ricotta-Sauce sonst eindickt.

Tipp vom Chefkoch

Um die Artischocken noch intensiver im Geschmack zu machen, können sie vor dem Anbraten kurz in einer trockenen Pfanne geröstet werden. Dies verstärkt ihre nussige Note. Wer keine eingelegten Artischocken verwenden möchte, kann auch tiefgekühlte Artischockenherzen nehmen, diese sollten dann aber gut aufgetaut und trocken getupft werden. Für eine noch cremigere Konsistenz kann ein Esslöffel Butter am Ende untergerührt werden. Dies verleiht der Sauce zusätzlichen Glanz und Geschmeidigkeit. Die Zitronenschale sollte wirklich nur die äußere gelbe Schicht sein, da die weiße Schicht darunter Bitterstoffe enthält. Ein Tipp für perfekt al dente Pasta: die angegebene Kochzeit auf der Packung um zwei Minuten reduzieren, da die Pasta in der heißen Sauce nachgart. Reste können am nächsten Tag aufgewärmt werden, allerdings sollte dann etwas Milch oder Sahne hinzugefügt werden, da die Ricotta-Sauce beim Aufwärmen eindickt.

die passenden Weine zu Artischocken und Ricotta

Artischocken gelten in der Weinwelt als schwierige Partner, da sie eine Substanz namens Cynarin enthalten, die den Geschmack von Wein verändern kann. Dennoch gibt es passende Begleiter: Ein Vermentino aus Sardinien mit seiner mineralischen Frische und Zitrusnoten harmoniert hervorragend mit der Cremigkeit des Ricottas. Alternativ eignet sich ein Greco di Tufo aus Kampanien, dessen nussige Aromen die Artischocken ergänzen. Für Rotweinliebhaber bietet sich ein leichter Pinot Nero aus dem Südtirol an, der nicht zu tanninreich ist. Wer lieber alkoholfrei genießt, kann zu einem Zitronenwasser mit frischer Minze greifen, das die mediterranen Aromen unterstreicht.

Zusätzliche Info

Die Artischocke hat in Italien eine lange Tradition und wird besonders in Latium und Sizilien kultiviert. In Rom sind die carciofi alla romana und carciofi alla giudia legendäre Zubereitungen. Die Kombination mit Ricotta ist besonders in der Frühlingsküche verbreitet, wenn frische Artischocken Saison haben. Ricotta bedeutet wörtlich übersetzt wiedergekocht, da dieser Frischkäse traditionell aus der Molke hergestellt wird, die beim Käsemachen übrig bleibt. Diese Verwertung macht Ricotta zu einem nachhaltigen Produkt. In Sizilien wird Ricotta nicht nur für herzhafte Gerichte verwendet, sondern auch für süße Spezialitäten wie Cannoli. Die Verbindung von Artischocken und Ricotta in einem Pastagericht vereint die Philosophie der cucina povera(arme Küche), die aus einfachen Zutaten Großartiges schafft. Dieses Gericht zeigt, dass italienische Küche nicht kompliziert sein muss, um beeindruckend zu schmecken.

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